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IVW-Analyse Zeitungen: Bild und BamS verlieren weitere 9%, Die Zeit und kleinere Wochenzeitungen legen zu

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Während alle sieben überregionalen Tageszeitungen im zweiten Quartal Käufer verloren, gibt es bei den Wochen- und Sonntagszeitungen mehr Gewinner als Verlierer. Neben der Zeit liegen hier vier kleinere Titel im Plus, u.a. der Freitag bei fast 20%. Die größten Verlierer des Quartals sind neben der Bild und der Bild am Sonntag vor allem die F.A.Z. und die Welt am Sonntag.

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Deutschlands auflagenstärkste Tageszeitung ist inzwischen bei 1,6 Mio. via Abo und Einzelverkauf abgesetzten Exemplaren pro Ausgabe angekommen. Das entspricht einem weiteren Minus von 9,0% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ein Ende des massiven Auflagenschwunds ist bei Springers Boulevardschlachtschiff weiterhin nicht in Sicht.

Ebenfalls deutlich unter dem Vorjahr liegen in den beiden wichtigen Auflagenkategorien Abo und Einzelverkauf die F.A.Z. und das kleine Neue Deutschland. Vergleichsweise glimpflich davon gekommen sind hingegen die Süddeutsche, Die Welt und das Handelsblatt mit Verlusten von 0,5% bis 2,0%. In allen drei Fällen lag das vor allem an gestiegenen ePaper-Abo-Zahlen.

Überregionale Tageszeitungen im 2. Quartal 2017 (nur Abo+EV)
Abo+EV 2017-II vs. 2016-II
Platz Titel 2017-II absolut in %
1 Bild (+Fussball Bild) 1.618.911 -160.083 -9,0
2 Süddeutsche Zeitung 299.064 -5.998 -2,0
3 Frankfurter Allgemeine 206.429 -13.486 -6,1
4 Die Welt Gesamt (Die Welt + Welt Kompakt) 91.883 -1.279 -1,4
5 Handelsblatt 89.951 -410 -0,5
6 taz.die tageszeitung gesamt 43.875 -1.557 -3,4
7 Neues Deutschland Gesamt 24.495 -2.033 -7,7
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

Bei den Wochen- und Sonntagszeitungen verlor die Bild am Sonntag massive 8,9%, ist inzwischen unter der 900.000er-Marke angekommen. Deutliche Verluste von 7,5% bzw. 6,3% gab es auch für die Welt am Sonntag und die Katholische SonntagsZeitung für Deutschland. Der Welt am Sonntag sitzt damit die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung wieder mehr im Nacken. Sie büßte 3,1% ein.

Auflagen-Zuwächse verzeichnet hingegen Die Zeit. Das Plus von 0,3% kommt ebenfalls vor allem durch neue ePaper-Abos zustande. Gewonnen haben auch die vier kleinen Wochenzeitungen auf den Rängen 6 bis 9. Vor allem für den Freitag ging es dabei nach oben: um fast 20%. Bei den Abonnenten steigerte sich das Blatt sogar um 23,3%. Die Jüdische Allgemeine Wochenzeitung legte um 7,3% zu, die Junge Freiheit um 3,1% und Das Parlament um 1,1%.

Wochen- und Sonntagszeitungen im 2. Quartal 2017 (nur Abo+EV)
Abo+EV 2017-II vs. 2016-II
Platz Titel 2017-II absolut in %
1 Bild am Sonntag 882.219 -86.457 -8,9
2 Die Zeit 413.045 1.313 0,3
3 Welt am Sonntag (+kompakt) 226.647 -18.282 -7,5
4 Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 211.605 -6.666 -3,1
5 Katholische SonntagsZeitung für Deutschland (gesamt) incl. Neue Bildpost 34.992 -2.372 -6,3
6 Junge Freiheit 23.424 700 3,1
7 der Freitag 21.059 3.491 19,9
8 Das Parlament 6.623 74 1,1
9 Jüdische Allgemeine Wochenzeitung für Politik, Kultur, Religion und Jüdisches Leben 4.565 312 7,3
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

Hinweis: Die Analyse der aktuellen Publikumszeitschriften-Auflagen finden Sie an dieser Stelle.

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Alle Kommentare

  1. wer wundert sich über diese Zahlen WIRKLICH ? sind Sie doch auch beim Fernsehen zu bemerken, Beispiel ZDF Heute
    bei den Zuschauern ab 14 Jahren sind es knapp 1 Mio, wenn ich nun ab 18 Jahre schätzen soll ( also Wähler ) so werden wir uns bei 0,7 Mio bewegen !!!
    Damit ist eines klar, Medien/ Zeitungen haben das Vertrauen verspielt ( Putin/ Pegida/ Flüchtlinge u.a )
    Zeitungen erreichen nicht mehr das Wahlvolk, weil Sie keine objektive Berichterstattung abliefern
    aktuelles Beispiel Bild K. Diekmann ………bei Kachelmann gab es jeden Tag einen Sonderbericht und nun hat man die Story im eigenen Haus……..SCHWEIGEN

  2. Die Rückgänge bei den klassischen überregionalen Zeitungen haben m.E. 2 Gründe:
    1. (und das ist der Hauptgrund) das sinkende Interesse für Politik und gesellschafliche Themen bei den Bürgern, die ja konstant bei etwas über 80 Milionen verharren.
    2. bei einem Teil der Leser gesunkenes Verrtauen in die Berichterstattung, Vermengung von Bericht und Meinung (der Redakteure) mit entpr. „modifizierten“ Informationsteil (statt saubere Trennung) mit der Asicht, zu „erziehen“.

    1. Eine Zeitung wie BILD wird mit Sicherheit nicht nur wegen den politischen Themen gekauft. Reine Politikverdrossenheit ist kein plausibler Grund für den Rückgang in diesen Mengen.

  3. Huch, seit wann darf man denn die Absatzzahlen wieder kommentieren? 🙂
    Na denn: ich freu mich. Weiter Minus bitte. Bis die Schreiberlinge es gelernt haben.

  4. Und ich dachte schon, es gibt überhaupt keine guten Nachrichten mehr. Die Bevormundeten werden Endlich langsam erwachsen und fangen an selbstständig zu denken.

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