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Nächste Sender-Übernahme: Springer-Verhandlungen über Sport1-Kauf werden offenbar konkret

Axel Springer-CEO Mathias Döpfner, Übernahmegerüchte zu TV-Sender Sport1: kein Interesse oder kalkulierter  Preispoker?
Axel Springer-CEO Mathias Döpfner, Übernahmegerüchte zu TV-Sender Sport1: kein Interesse oder kalkulierter Preispoker?

Die Axel Springer SE steht offenbar vor der nächsten Übername eines TV-Senders: Wie die FAZ berichtet, verhandelt das Medienhaus mit den Constantin Medien über einen Kauf von Sport1. Der Verkauf des Sportsenders ist für den derzeitigen, krisengebeutelten Inhaber offenbar wichtig. Für Springer wäre der Deal die zweite große TV-Akquisition nach der Übernahme von N24. Der Konzern äußert sich nicht.

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Springer befindet sich nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) derzeit in exklusiven Verhandlungen mit den Constantin Medien. Wie das Blatt berichtet, sind auch der Bezahlsender Sky sowie das Internetunternehmen Freenet an einer Übernahme interessiert, seien allerdings keine bevorzugten Käufer. Über einen möglichen Verkaufspreis werden keine Angaben gemacht.

Für Constantin könnte der Verkauf des Sportsenders, der 2010 aus einer Fusion von DSF und Sport1.de heraus entstanden ist, von existenzieller Bedeutung sein. Über die Zukunft des Unternehmens wird bereits seit längerer Zeit gestritten. Unternehmenschef Fred Kogel und Bernhard Burgener, Verwaltungsratschef des Konzerns, sind sich uneinig über die Ausrichtung. Die FAZ hatte bereits vor einigen Wochen über die Verkaufsabsicht Kogels von Sport1 berichtet, nannte schon damals Springer, Sky und Freenet als Interessenten. Im gerade veröffentlichten Geschäftsbericht für das vergangene Geschäftsjahr 2016 konstatierte Abschlussprüfer Pricewaterhousecoopers nach FAZ-Angaben, „dass der Fortbestand der Gesellschaft vom Abschluss einer geeigneten Anschlussfinanzierung für auslaufende Finanzierungsmaßnahmen abhängig ist“.

Nun scheinen die Verhandlungen ernst zu werden und sich auf eine Übernahme durch Springer zu konzentrieren – auch weil Constantin im April nächsten Jahres eine Verschuldung von 65 Millionen Euro zu begleichen habe. Eine „mit dem Fall betraute Person“ soll der Zeitung gesagt haben, dass die Verhandlungen mit dem Berliner Medienhaus „konstruktiv und zügig“ voran kämen. Constantin lasse sich dem Vernehmen nach vom Fusionsspezialisten Houlihan Lokey beraten – dessen Geschäftsführer Jan Weidner ist Aufsichtsrat von Constantin.

Gegenüber der FAZ lehnten beide Parteien einen Kommentar ab. Gegenüber MEEDIA erklärte eine Springer-Sprecherin, Marktgerüchte nicht kommentieren zu wollen.

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Für den Konzern und seinen CEO Mathias Döpfner, der die Digitalisierung seines Unternehmens entschlossen vorantreibt, hat die Expansion ins Bewegtbild-Geschäft hohe Priorität. 2013/14 fädelte der Manager bereits die Übernahme des Nachrichtensenders N24 ein, der mittlerweile mit der Welt-Gruppe verschmolzen ist. Später wurden erneute Verhandlungen mit dem Fernsehkonzern ProSiebenSat.1-Gruppe bekannt, die allerdings zu keinem erfolgreichen Ergebnis geführt hatten.

Mit der Übernahme von Sport1 würde Axel Springer seine TV-Expertise ausbauen und dem großen Ziel, zu einem multimedialen Anbieter zu werden, deutlich näher kommen. Wie Springer mit Sport1 im Portfolio umgehen würde, darüber kann man derzeit nur spekulieren. Anbieten würde sich – mindestens – eine Zusammenarbeit mit der sportaffinen Boulevardmarke Bild, die derzeit intensiv an einer größeren Rolle im Bewegtbild-Markt arbeitet und bislang Verwertungsrechte für Bundesliga innehatte. Mit der kommenden Saison 2017/18 gehen diese verloren. Danach wird das Angebot „Bundesliga bei Bild“ nur noch nachträglich Zusammenfassungen zeigen können.

 

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