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Im Falle von Tumulten: Spiegel Online wählt das „Tagesschau“-Quartier als Ausweichbastion

Spiegel Online-Chefredakteurin Barbara Hans
Spiegel Online-Chefredakteurin Barbara Hans

Der bevorstehende G20-Gipfel versetzt Hamburg in den Ausnahmezustand. Auch Medien treffen Vorkehrungen. Sollten die Journalisten von Spiegel Online nicht mehr aus ihren Büroräumen an der Ericusspitze berichten können, hat Chefredakteurin Barbara Hans ein Ausweichquartier im Visier - den Norddeutschen Rundfunk.

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Rund 40 besonders gefährdete Personen zählt die Hamburger Polizei, wenn die Teilnehmer des G20-Gipfels in Hamburg am Donnerstag eintreffen – darunter US-Präsident Donald Trump, Chinas Präsident Xi Jinping und Russlands Präsident Wladimir Putin. Die Staatsoberhäupter dürfen nur in Kolonnen von bis zu 60 Fahrzeugen durch die Hansestadt fahren und dies nur in konstantem Tempo, um das Risiko vor einem Anschlag zu minimieren.

Damit befindet sich Hamburg kurz vor dem G20-Gipfel im Ausnahmezustand. Die Innenstadt wirkt in Teilen verwaist. Entfernt tönen Polizeisirenen. Viele Eltern haben mit ihren Kindern bereits nach dem Schulschluss die Stadt verlassen. Auch die Redaktion von Spiegel Online bereitet sich vor, falls U-Bahn-Strecken stillgelegt werden oder die Anfahrt zum Spiegel-Gebäude an der Ericusspitze mit dem Auto nicht möglich ist. In diesem Fall will SpOn-Chefredakteurin Barbara Hans die Redaktion nach Informationen von MEEDIA zum Norddeutschen Rundfunk (NDR) nach Lokstedt verlegen, um die Berichterstattung über das Großereignis weiter zu gewährleisten. Eine Spiegel-Sprecherin hält sich hierzu gegenüber MEEDIA zurück: „Für die Redaktionen der Spiegel-Gruppe ist der G20-Gipfel ein bedeutsames Ereignis, das sie intensiv und ausführlich journalistisch begleiten werden. Allein von Spiegel Online sind 20 Reporter in Hamburg unterwegs, sechs weitere berichten aus der Gipfelzentrale. Wir arbeiten in den nächsten Tagen rund um die Uhr vom Spiegel-Haus auf der Ericusspitze aus. Mehrere Ausweichquartiere sind organisiert, damit wir Leser und Nutzer auch dann aktuell informieren können, wenn es wegen der Demonstrationen schwer würde, unser Gebäude in der HafenCity zu erreichen.“

Zu den Ausweichquartieren macht sie keine Angaben und ergänzt: „Darüber hinaus sollen diejenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Redaktion, Dokumentation und Verlag, die am Freitag nicht unbedingt im Spiegel-Haus gebraucht werden, im Home-Office arbeiten oder Sonderurlaub nehmen (also ähnlich wie bei Gruner + Jahr, der Lufthansa oder der Messe Hamburg)“, so die Sprecherin.

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SpOn hat für das bevorstehende Großereignis zudem ein ressortübergreifendes, 20-köpfiges Reporterteam zusammengestellt, „das von verschiedenen Orten in Hamburg berichtet. Sechs weitere Reporter sind vor Ort im Gipfelzentrum. Ein Livestream und ein Liveblog bilden das Geschehen in Echtzeit ab, Analysen und Kommentare ordnen es ein“, teilt der Verlag mit. Deutlich ausgebaut habe die Redaktion das Team von Spiegel Online International um Daryl Lindsey und Charles Hawley, heißt es. Ein englischsprachiger Newsblog soll das umfangreiche Angebot auf der Seite ergänzen, „so dass sich auch internationale Leser über das Geschehen in Hamburg live informieren können“, so der Spiegel.

Unterdessen gewährt das Hamburger Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr (Stern, Geo) den Mitarbeitern am Freitag Sonderurlaub, wie eine Sprecherin auf Anfrage bestätigt. Die Redaktionen am Baumwall würden ansonsten weiter unverändert arbeiten, heißt es. Die Sprecherin erklärte weiter: „Die gesamte stern-Redaktion wird während des G20-Gipfels fast voll besetzt sein. stern.de hat seine Schichten während des Gipfels noch massiv aufgestockt und erweitert, so dass eine Rund-um-die-Uhr-Berichterstattung möglich ist. Die stern-Reporter werden von vor Ort berichten und stern.de fortlaufend mit aktuellen Bildern, Videos, Analysen, Hintergründen und Kommentaren beliefern. Es wird auch in einem Live-Blog berichtet. Der stern.de-Newsroom befindet sich mitten im Zentrum des G20-Geschehens. Diesen geographischen Vorteil nutzt die Redaktion und wird mithilfe von Facebook-live-Formaten zum Beispiel Videos mit Blick über die Messehallen, die Elbphilharmonie bis hin zum Schanzenviertel senden.“

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