RTL im Wahlkampf-Modus: Reporter in „RinTeLn“ und „Townhall“-Gespräche mit Angela Merkel und Martin Schulz

Im „Townhall“-Gespräch mit Peter Kloeppel (M.): Kanzlerin Merkel und Herausforderer Schulz
Im "Townhall"-Gespräch mit Peter Kloeppel (M.): Kanzlerin Merkel und Herausforderer Schulz

Nicht nur die Politiker, auch die Fernsehsender sind im Wahlkampf-Modus. RTL gab Details über seine Berichterstattung bekannt: Der Sender lädt in diesem Wahlkampf wieder zu einem "Townhall-Meeting" mit den Spitzenkandidaten von Union und SPD. Am 13. August wird sich Herausforderer Martin Schulz (SPD) den Fragen von einzelnen Wählerinnen und Wähler stellen, eine Woche später folgt Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

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Das 60 Minuten lange Townhall-Meeting (Moderation: Peter Kloeppel) mit bis zu 80 Zuschauern im Publikum ist in vier bis fünf Themenblöcke eingeteilt. Zu jedem Block werde ein Ergebnis des Marktforschungsinstitituts Forsa vorgestellt und ein Einspielfilm mit einem Bürger gezeigt, der anschließend an einem Tisch mit Merkel oder Schulz sitzen und mit den Politikern über sein Anliegen diskutieren soll.

„Das Townhall-Meeting haben wir vor vier Jahren schon einmal gemacht“, sagte RTL-Chefredakteur Michael Wulf der Deutschen Presse-Agentur. „Neu ist, dass jetzt Publikum dabei ist. Für uns ist diese Sendung ein Alleinstellungsmerkmal. Von beiden, Angela Merkel und Martin Schulz, haben wir bereits die Zusage.“

Zu einem seiner Berichterstattungsschwerpunkte im Wahlkampf hat RTL die niedersächsische Stadt Rinteln ausgesucht, RTL-Schreibweise: „RinTeLn“. Der Kölner Sender hat Rinteln zur „Wahlstadt“ erkoren, weil sie mit etwa 6,3 Prozent Arbeitslosen fast dem Bundesdurchschnitt entspreche und der Migrationsanteil mit 8 Prozent derzeit nur leicht unter dem Bundesschnitt (9,7 Prozent) liege.

RTL-Reporter Kai Räuker soll die Menschen in Rinteln besuchen, um mit ihnen darüber zu sprechen, was die Themen der großen Politik für ihr Leben bedeuten. „Wir machen jeden Tag 5 bis 6 Stunden lang Nachrichtensendungen und erreichen damit 8 bis 9 Millionen Zuschauer“, sagte Wulf. „Wir erwarten in Rinteln die Themen, die Deutschland bewegt: Wir steigern die Beiträge von dort von Woche zu Woche. In Rinteln ticken die Uhren anders als in Großstädten.“ Es sei wichtig, einen Blick aufs Land zu werfen, dort tauchten die Reporter in andere Lebenswelten ein, um die Themen zu verstehen.

Am 21. August (22.15 Uhr) will RTL eine „Integrationsdokumentation“ zeigen, deren Titel noch nicht genau feststeht. Peter Kloeppel und Nazan Eckes haben ein Jahr lang eine deutsche und eine Flüchtlingsfamilie begleitet, die beide in Bonn-Bad Godesberg wohnen. Anchorman Kloeppel wird voraussichtlich von 11. September an für eine Woche auf Deutschland-Tour gehen, um die Stimmung zu erkunden. Als „Anchor on location“ meldet er sich in täglich um 18.45 Uhr in der Hauptnachrichtensendung aus einer anderen Stadt. Ilka Essmüller wird in der Reihe „Unterwegs mit …“ im Rahmen des „Nachtjournals“ ab Spätsommer die Spitzenkandidaten der Parteien begleiten.

Für die Wahl habe RTL das „Verifikationsteam“ aufgestockt, um die News auf den Wahrheitsgehalt zu prüfen. „Jetzt arbeiten wir mit Stern und RTL II an einer Plattform mit rund 20 Personen und auch mehr, um an Dinge heranzugehen, denen wir anmerken, da stimmt etwas nicht.“ Zu den Aufgaben des Verifikationsteams gehöre auch das Erkennen gezielter Desinformation. „Wir bereiten uns darauf vor, auf Einflussnahme durch Externe zu reagieren, Leaks erkennen, zu verifizieren und zu widerlegen.“

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Alle Kommentare

  1. „Neu ist, dass jetzt Publikum dabei ist.“
    Townhalls sind eigentlich immer öffentlich mit allen Bürgern und jeder kann das Wort ergreifen und nicht nur die Leute vorne auf dem Podium. Guckt doch Simpsons oder Southpark oder bei Wikipedia.
    Sprechstunden sind eher privat und oft hinter geschlossenen Türen.
    Wir erinnern auch an eine TV-Diskussion wo der Chef seiner Jugend-Organisation seinem Spitzenkandidaten eine Frage als Bürger stellte.

    Townhalls müssten schon seit rot-grün digital sein und jeder kann konstruktiv und digital mitmachen.
    Hat Putin hat sich nicht neulich 4 Stunden lang Fragen gestellt ?
    Wieso also stellen sich die guten Parteien nicht jede Woche den Bürger-Fragen ? Wo darf man es kostenlos programmieren und betreiben ? Wieso hat Zuckerberg (und alle anderen Silicon Valley Manager und Gründer) damit nicht Trump und Hillary (zugunsten Sanders) in den Vorwahlen verhindert ?
    Jede Partei könnte damit anfangen und somit sofort und deutlich bürger-näher sein als die Konkurrenz welche sich (gerne schon vorher) für Erfolge lobt und bei Misserfolgen der EU oder sonstwem (Brexit, Trump, Chem-Trails,…) die Schuld gibt.
    Jede Partei kann und sollte auch ungewählt für die Mitglieder, Wähler und natürlich das ganze Volk Vorteil vermehren. Denn die Probleme – der Mitglieder, Wähler und Bürger – sind heute.

    Die Wahlergebnisse (und Koalitions-Möglichkeiten) sind so knapp, das man besser schnell mal dafür sorgen sollte. Sonst macht es die Konkurrenz.

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