„Boris Becker ist nicht pleite“: Anwalt warnt Medien vor irreführender Berichterstattung nach britischem Richterspruch

Boris Becker kämpfe mit Hilfe von Twitter und seinen Medienanwälten um seinen guten Ruf
Boris Becker kämpfe mit Hilfe von Twitter und seinen Medienanwälten um seinen guten Ruf

Am Mittwoch gab ein Gericht in London dem Insolvenzantrag der Privatbank Arbuthnot Latham gegen Boris Becker statt. Schnell meldeten die Medien, dass der Tennisstar in finanziellen Schwierigkeiten stecke. Die Bild-Zeitung machte am Donnerstag mit der News auf. Der PR-Schaden für Becker ist immens. Via "presserechtlicher Stellungnahme" stellt sein Anwalt nun klar, dass der Tennis-Star nicht "pleite" sei und er gegen entsprechende Berichterstattung vorgehen werde.

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In seinem Schreiben erklärt Rechtsanwalt Christian-Oliver Moser, dass der Wert des bei Becker vorhandenen Vermögens „deutlich“ die gegen ihn bestehenden Forderungen Dritter übersteige. Ebenso sei der ehemalige Tennisspieler und heutige TV-Experte „in der Lage, seinen regelmäßigen finanziellen Verpflichtungen vollumfänglich nachzukommen“.

Dann erklärt er noch einmal genau, was – aus Sicht von Becker – in England passiert war: So hätte eine englische Privatbank gegen den Deutschen einen Insolvenzantrag nach englischem Recht gestellt. Dem sei im Wege einer „bankruptcy order“ stattgegeben worden. „Dieser Beschluss hat jedoch nicht zur Folge, dass gerichtlich festgestellt worden ist, dass unser Mandant vermögenslos sei“, erklärt nun der Becker-Anwalt. „Der Beschluss der Registrierungsstelle ist auch nicht mit der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens nach deutschem Recht vergleichbar“.

So kündigt Moser an, dass man mit Hilfe einer kurzfristigen Refinanzierung durch eine neue Bank sicherstellen werde, dass das erste Verfahren sofort beendet wird.

Die Stellungnahme endet mit einer klaren Warnung an die Medien. So werde sich Boris Becker gegen jede Berichterstattung, in der er „völlig undifferenziert als vermögenslos oder pleite dargestellt wird“, presserechtlich zur Wehr setzen.

Am Donnerstag hatte die Bild-Zeitung getitelt: „Der Becker-Bankrott: Richterin erklärt Boris für Pleite“.

Am heutigen Freitag legen einige Medien mit weiteren Details aus der Verhandlung in London nach bzw. spekulieren über weitere Finanz-Details. Becker selbst trat am Donnerstag auf den Screenforce Days in Köln auf. Via Twitter gab sich der Star schon einmal kämpferisch: „Ich bin seit 32 Jahren in diesem Spiel und habe vor, es noch länger zu bleiben.“

Diese aktuelle Warnung an die Presse ist in dieser Sache bereits das zweite öffentliche Schreiben eines Becker-Anwaltes. Bereits am Mittwoch hatte Rechtsanwalt Christian Schertz in einer Presseerklärung darauf hingewiesen, dass Becker von dem Vorgehen der Bank „überrascht und enttäuscht“ sei, dass er nicht „pleite“ sei und entsprechende „Medienmeldungen nicht der Wahrheit entsprechen“ würden.

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