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„Strategie greift“: DuMont bleibt 2016 in den schwarzen Zahlen, verringert aber Jahresüberschuss

Sparkurs im Print, Investitionen im Digitalen: DuMont-CEO Christoph Bauer konsolidiert das Kölner Medienunternehmen
Sparkurs im Print, Investitionen im Digitalen: DuMont-CEO Christoph Bauer konsolidiert das Kölner Medienunternehmen

Die DuMont Mediengruppe legt ihre Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr vor und gibt sich weiter optimistisch: Man habe Umsatz und operatives Ergebnis trotz schwieriger Marktbedingungen steigern können, wie in den beiden Vorjahren schreibt das Unternehmen wieder schwarze Zahlen. Der Überschuss liegt aber unter Vorjahr. 2017 dürfte das für die Zukunft des Medienunternehmens entscheidende Jahr werden.

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Nach Angaben des Unternehmens stieg der „konsolidierte“ Gesamtumsatz der Mediengruppe (Express, Kölner Stadt-Anzeiger, Berliner Kurier, Berliner Zeitung, Hamburger Morgenpost, Mitteldeutsche Zeitung) im Vergleich zum Vorjahr um gut ein Prozent auf 592 Millionen Euro. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) kletterte um signifikante 42 Prozent auf 67,2 Millionen Euro. Werden die Sonderpositionen, die beispielsweise durch Restrukturierungskosten (Stellenabbau), mit einbezogen, liegt das Ebitda 15,3 Millionen Euro darunter.

Nach dem Tiefpunkt im Jahr 2012, als das Unternehmen 112 Millionen Euro Verlust geschrieben hatte, scheint sich DuMont wieder erholt zu haben. Als Jahresüberschuss nach Abzug von Abschreibungen, Finanzergebnis und Steuern bleiben für 2016  3,2 Millionen Euro stehen. Damit ist DuMont wie in den Vorjahren nach wie vor in den schwarzen Zahlen, auch wenn das Gesamtergebnis im Vorjahr mit 10,3 Millionen Euro besser war.  Hinzu kommt: Die Vergleichbarkeit der Zahlen wird durch die Umstellung der Bilanzierung erschwert. Nachdem das Unternehmen die vergangenen Jahre nach internationalen IFRS-Standards bilanziert hat, weist DuMont in diesem Jahr nach deutschem Handelsrecht (HBG) aus.

„Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2016 zeigt, dass unsere Strategie greift“, kommentiert DuMont-CEO Christoph Bauer seine Zahlen. „Wir werden auch in den kommenden Jahren weiter wachsen und können steigende Umsätze sowie eine positive Ergebnisentwicklung in Aussicht stellen.“ Zur Strategie gehört auch die weitere Reduzierung der Personalkosten. So werden die „Konsolidierungsmaßnahmen“ in diesem Jahr Angestellte bei der Mitteldeutschen Zeitung in Halle sowie bei der Hamburger Morgenpost treffen. Im Geschäftsjahr 2016 nahm sich Bauer den Berliner Verlag vor, legte die Redaktionen von Berliner Kurier und Berliner Zeitung zusammen. Die Maßnahme sei die letzte Option gewesen, um das Überleben der Titel zu sichern, beteuerte der CEO. Publizistisch aber auch personalpolitisch wurde die Fusion massiv kritisiert.

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Trotz der Stellenstreichungen gibt DuMont auch in diesem Jahr einen Anstieg seiner Mitarbeiterzahl an. Die Personalkosten der 3.637 Angestellten werden in der Pressemitteilung nicht erwähnt. Eine Veröffentlichung des Geschäftsberichtes im Bundesanzeiger steht noch aus.

Ob Bauers optimistische Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr tatsächlich eintritt, hängt nicht nur von der Entwicklung der regionalen Medienhäuser – auch in Köln wurde umgebaut – ab, sondern auch von den neuen Akquisitionen. Erstmals seit der Übernahme der Frankfurter Rundschau, die das Unternehmen letztlich in die Krise gestürzt hat, nimmt DuMont wieder große Investitionen in neue Objekte vor – wenn auch nicht in publizistische.

Mit dem Jahreswechsel hat sich DuMont eine Mehrheit an Facelift, ein auf Social-Media-Marketing spezialisiertes Unternehmen, übernommen. Nach wie vor befindet sich das Hamburger Start-up in der Wachstumsphase, schrieb 2015 Verluste bei einem Umsatz von zwölf Millionen Euro. Aus unternehmerischer Sicht dürfte Facelift aktuell wegen der Perspektive auf eine ansteigende Bewertung attraktiv für Investoren sein. Vor wenigen Wochen gab DuMont zudem den Erwerb einer strategischen Minderheitsbeteiligung am Clouddienstleister Censhare bekannt. Dieser Deal steht aber noch unter Vorbehalt der Zustimmung durch das Bundeskartellamt. Für die Akquisition neuer Geschäfte hatte Bauer vergangenes Jahr eine Kreditlinie in dreistelliger Millionenhöhe verhandelt. Über die Digitaltochter Venture-Fonds Capnamic sei man an weiteren „jungen, stark wachsenden Digitalunternehmen“ beteiligt.

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