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„Es hat sich die wahre Fratze des WDR gezeigt“ – Autor der Antisemitismus-Doku kündigt Schritte gegen den Sender an

WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn: Der Autor der Antisemitismus-Doku wirft ihm vor, gelogen zu haben
WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn: Der Autor der Antisemitismus-Doku wirft ihm vor, gelogen zu haben

Joachim Schröder, einer der beiden Autoren der umstrittenen ARD-Antisemitismus-Doku "Auserwählt und ausgegrenzt" hat in einer Talkshow der Bild Schritte gegen den WDR angekündigt. Schröder erklärte, der Faktencheck, der vom WDR parallel zur Ausstrahlung des Films veröffentlicht wurde, würde Dinge "teilweise komplett falsch darstellen". Außerdem habe WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn in der "Maischberger"-Sendung zum Thema nachweislich gelogen.

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Schröder war in eine Sonderausgabe der Online-Talkshow „Daily“ der Bild zugeschaltet, in der es um die Ausstrahlung und Bearbeitung der Doku durch die ARD sowie die anschließende Diskussion zum Thema in der Sendung „Maischberger“ ging. Schröder und seine Co-Autorin Sophie Hafner waren vom WDR nicht in die Sendung eingeladen worden. In der „Daily“-Sendung erklärte Schröder: „Es hat sich die wahre Fratze des WDR gezeigt.“ Seiner Meinung nach wäre der Film ohne das Presseecho und den Leak der Bild-Zeitung niemals gezeigt worden.

Bild hatte den Film für 24 Stunden online gezeigt, als sich WDR und Arte, für den der Film eigentlich vorgesehen war, noch gegen eine Ausstrahlung sperrten. ARD und Arte zeigten den Film schließlich doch, allerdings in einer bearbeiteten Fassung, leicht gekürzt und mit Schrifttafeln und Untertiteln versehen, die Filminhalte relativierten und mit Kommentaren ergänzten. Online stellte der WDR einen umfangreichen „Faktencheck“ zur Verfügung, in dem zahlreiche Stellen des Film konterkariert wurden.

„Wir haben den Faktencheck angeguckt, wir werden darauf antworten“, so Schröder in der Bild-Sendung, „das ist ein Konvolut von hastig zusammengesuchten Meinungen, großteils von jenen, die unseren Film hassen. Da werden Dinge teilweise komplett falsch dargestellt. Darauf wird es eine wissenschaftlich fundierte Antwort geben. Die wird begleitet im legalen Sinne von einem Anwalt.“

Während der „Maischberger“-Talkshow nach der Ausstrahlung der Doku erklärte WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn, dass der Sender während der ganzen Zeit seit Abgabe des Films in Kontakt mit den Autoren gestanden habe. Dies weist Schröder als Lüge zurück: „Es geht natürlich nicht, dass ein Programmdirektor des WDR offen in die Kameras lügt, man hätte mit uns gesprochen die ganze Zeit. Das ist eine nachweisliche Lüge“, so Schröder.

Schönenborn selbst stellte sich am Tag nach der Ausstrahlung Fragen von Zuschauern bei Facebook.

MEEDIA-Mitarbeiter Stefan Winterbauer hat an der „Daily“-Talkshow von Bild ebenfalls teilgenommen.

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