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CEO weg und drohende Millionen-Zahlungen nach bizarrem Schadenersatzprozess: Bauers Probleme Down Under

Schauspielerin Rebel Wilson, Bauer Zeitschrift Women’s Day
Schauspielerin Rebel Wilson, Bauer Zeitschrift Women's Day

Nick Chan, bislang CEO von Bauer Media in Australien, verlässt den Verlag nach nur einem Jahr. Bauer trat Down Under Spekulationen entgegen, Chans Ausscheiden könnte mit einem verlorenen Schadenersatzprozess gegen die aus Australien stammende Hollywood-Schauspielerin Rebel Wilson (u.a. "Pitch Perfect") zu tun haben. Der teils bizarr anmutende Prozess kann für Bauer sehr teuer werden. Dem Verlagshaus drohen schlimmstenfalls Schadenersatzzahlungen in Millionenhöhe.

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Es ging bei dem Prozess um insgesamt acht Artikel, die die Bauer-Zeitschrift Women’s Day über Rebel Wilson veröffentlichte. In den Artikeln sollen falsche Angaben über den echten Namen der Schauspielerin, ihr wahres Alter und ihre Kindheit gestanden haben. Die Jury bei dem Prozess befand, dass Women’s Day Wilson als notorische Lügnerin darstellte und jeder der acht Artikel Unwahrheiten verbreite.

Nun geht es um den Schadenersatz. Schadenersatzsummen wegen übler Nachrede in Australien sind auf rund 400.000 Dollar gedeckelt. Schadenersatz wegen Verdienstausfällen kann jedoch unbegrenzt geltend gemacht werden. Wilson argumentiert nun, dass ihr wegen der Women’s Day-Berichte potenziell lukrative Filmrollen durch die Lappen gegangen seien, die Millionen an Gage bedeutet hätten. So sei sie wegen der Artikel nicht für die Filme „Kung Fu Panda 3“ und „Trolls“ gecastet worden. Die Bauer-Anwälte wiederum präsentierten vor Gericht Unterlagen, die belegen sollten, dass Wilson die Rolle in „Trolls“ schon vor den Veröffentlichungen in Women’s Day verloren habe.

Die Bauer-Seite argumentierte, dass Wilsons Ruf durch die Artikel nicht gelitten habe und die Texte im Wesentlichen wahr seien. Diese Sichtweise wurde vom Gericht aber zurückgewiesen. Zusätzlich zum Schadenersatz muss Bauer wohl auch die Gerichtskosten von Rebel Wilson übernehmen, die laut Medienberichten ebenfalls in die Millionen gehen sollen.

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Wie die Website „The Age“ berichtet, nahm der Prozess stellenweise bizarre Züge an. So sei es u.a. darum gegangen, ob Frau Wilson wegen der Berichte einen riesigen Stress-Pickel im Gesicht entwickelt habe und darum Rollen verlor. Wilson hatte Bauer Media und die Verlegerfamilie Bauer im Zuge des Prozesses als „bullies“, in etwa „Tyrannen“, bezeichnet.

Vor Chan führte David Goodchild Bauer Media in Australien, auch er verabschiedete sich nach nur rund einem Jahr. Chans Job übernimmt nun Bauers Neuseeland-Chef Paul Dykzeul zusätzlich. Bauer bringt in Australien u.a. die Zeitschriften Woman’s Day, Australian Women’s Weekly, TV Week und Harper’s Bazaar heraus. Bauer Media übernahm das Magazin-Geschäft von der Verlegerfamilie Packer 2002 für rund 500 Mio. Dollar.

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