Monetarisierung „nicht zufriedenstellend“: WeltN24 steigt als erstes deutsches Medium offiziell bei Facebooks Instant Articles aus

Kehrt Facebooks Instant Articles den Rücken: Oliver Michalsky, Stellvertreter des Chefredakteurs und verantwortlich für Digitales bei Welt
Kehrt Facebooks Instant Articles den Rücken: Oliver Michalsky, Stellvertreter des Chefredakteurs und verantwortlich für Digitales bei Welt

WeltN24 stoppt das Engagement bei Facebooks Instant Articles. Wie Springer auf Nachfrage von MEEDIA bestätigt, werde man künftig wieder versuchen, die Facebook-Nutzer auf das eigene Mobilangebot zu locken. WeltN24 ist damit das erste deutsche Medium, das offiziell bei Facebook Instant Articles aussteigt. Die Berliner folgen damit großen, internationalen Beispielen wie der New York Times oder dem Guardian.

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Diese sind vor wenigen Wochen aus dem Projekt ausgestiegen, weil sie sich von der Monetarisierung der Inhalte via Instant Articles mehr erhofft hatten. Größere Erwartungen an die Erlöse aus Instant Articles sind auch ein Grund für den Ausstieg der Welt. Die Monetarisierung habe sich „nicht als zufriedenstellend“ erwiesen, erklärt eine Verlagssprecherin auf Nachfrage von MEEDIA.

Die Springer-Medien – neben Welt ist (und bleibt wohl) auch die Bild Teilnehmer des Instant-Articles-Projekts – haben den Anspruch, die Anzeigenplätze innerhalb der Instant Articles selbst zu vermarkten. Bei diesem Modell bleiben die Erlöse zu 100 Prozent beim Publisher. Eine andere Möglichkeit ist es, die Inhalte als Teilnehmer im so genannten Audience Network von Facebook vermarkten zu lassen. In diesem Fall behält das Netzwerk einen Teil der Erlöse ein.

Die Erlösbeteiligung war und ist aber nicht für alle Publisher ein Grund, Mobil-Inhalte zu Facebook auszulagern. Vor allem Betreiber mit komplexen Seitenstrukturen schätzen Instant Articles wegen ihres übersichtlichen Designs und der schnellen Ladezeiten. Die Welt habe an dieser Stelle aber optimiert, erläutert der Verlag. Die Ladezeiten seien reduziert worden, die Seite für alle Bildschirmgrößen überarbeitet. „Damit entfällt ein wesentliches Argument für die Nutzung von Instant Articles.“

Die Welt ist das erste deutsche Medium, das offiziell den Ausstieg bei Instant Articles erklärt, während andere Medien den Verzicht auf die Mobilseiten von Facebook offenbar noch testen. So sei bei stern.de noch keine Entscheidung über den Verbleib im Facebook-Projekt gefallen, wie es aus Redaktionskreisen heißt. Die Nachrichtenseite aus dem Hause Gruner + Jahr verzichtet seit einigen Wochen auf den Vertrieb via Instant Articles. Kurzzeitig verzichtet und das Engagement insgesamt massiv zurückgefahren haben auch einige Medien aus der Verlagsgruppe Handelsblatt. Aus dem Projekt ausgestiegen sei man zwar nicht, bei Handelsblatt.com wie auch WiWo.de setze man Instant Articles aber nur noch limitiert ein, heißt es auf Nachfrage (MEEDIA gehört ebenfalls zur Verlagsgruppe Handelsblatt und nutzt Instant Articles).

Damit hält man sich wohl auch offen, die Intensität zu erhöhen, sollten sich die Möglichkeiten und Bedingungen wieder verbessern. Zuletzt zeigte sich Facebook deutlich bemüht, sein Produkt entsprechend den Bedürfnissen der Verlage zu verbessern. So kündigte Facebook zuletzt an, mehr Vermarktungsplätze zu schaffen und testete Möglichkeiten, Nutzer via Instant Articles auf Abo-Angebote hinzuweisen oder sie zu testen. Laut einem Bericht des Wall Street Journal aus der vergangenen Woche zeigt sich Facebook offenbar sogar bereit, eine Art Bezahlschranke für Inhalte einzuführen.

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Alle Kommentare

  1. Google+ ist auch eher fürs Business-Leben.
    Welt-Leser auf Facebook ist vielleicht nicht so profitabel wie Welt-Leser über die Webseite obwohl man bei beiden die Werbung selber einbauen kann. Aber welche Bedeutungen/Interpretationen kann das haben ?
    Man kann ja vermutlich auch oben seine eigene Werbung einbauen und unten von Facebook vermarkten lassen oder jede viertel Stunde oben und unten vertauschen.
    Vielleicht bezahlen die Werbekunden für Werbung auf Instant-Articles weniger obwohl man damit ja Welt-Leser adressieren kann.

    Was ist mit Welt auf Google-AMP ?
    Was ist mit Bild auf Facebook ?

    Aus Sicht von Facebook ist es natürlich Sinnvoll das die Leser kaum Hürden haben, also die Seiten schnell geladen sind.
    Der beste Reader für Rentner und Hausfrau und Business-Leute ist der neue 700-799-Euro 65″-UHD1-8Megapixel-TV hoffentlich mit HDR/10bit.

  2. Naja, ich denke da aus Nutzersicht. Für die sind Instant Articles einfach ein Benefit. Und monetarisieren kann ich die Artikel ja selber, wenn ich möchte.

    1. Hallo Herr Wagner,

      doch, hat er. Deshalb habe ich ihn ergänzt.

      Vielen Dank für den Hinweis!

      Grüße

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