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Unvergessene Helmut Kohl-Cover: Von „Der Umfaller“ bis zu „Die Abrechnung“

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Helmut Kohl gilt als erster moderner Medienkanzler Deutschlands. Er bediente sich der Presse oftmals in seinem Sinne, spaltete diese jedoch auch immer wieder. Das zeigt sich auch in unzähligen Titelgeschichten. Unerreicht ist noch heute die Hingabe, mit der sich die Titanic an dem Kanzler abarbeitete. Aber auch der Spiegel rieb sich immer wieder an dem CDU-Politiker.

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Bild: „Das letzte Foto“

Die Beziehung des CDU-Politikers zum ehemaligen Bild-Chefredakteur und -Herausgeber Kai Diekmann, war schon immer etwas Besonderes. Dieser tiefen – offenbar auch emotionalen – Verbindung verdankt die Bild am heutigen Montag eines der stärksten Kohl-Bilder der vergangenen Jahre. Zu sehen ist eben nicht mehr der kräftige Staatsmann, sondern der Mensch Kohl und seine Frau. Das Foto stammt von Kohls 87. Geburtstag am 3. April. Fotograf ist Kai Diekmann.

Bild: „Der Umfaller“

Gerade weil sich Kohl fast immer der Unterstützung fast aller Springer-Medien sicher sein konnte, sorgte dieses Bild-Cover für viel Aufsehen. Im Jahr 1991 thematisierte der damalige Bild-Chefredakteur Hans-Hermann Tiedje den Bruch des Kohl-Versprechens, dass es durch die Einheit nicht zu Steuererhöhungen kommen würde. Für ihn war der Kanzler damit ein „Umfaller“.

Der Spiegel: „Der Herausforderer“

Nicht ganz unschuldig am Birnen-Image des späteren Kanzlers dürfte der Spiegel mit diesem Cover aus den Jahr 1976 sein. Damals sprach der CDU-Politiker sogar noch mit dem Spiegel.

Der Spiegel: Die Macht-Maschine

Auch, wenn heute aller über den Schulz-Zug reden. Die visuelle Idee dahinter ist nicht neu. Der Spiegel – und irgendwie auch Kohl – setzten diese bereits 1994 um.

Spiegel: „Die Abrechnung“
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Die Hamburger drucken die geheimen Gesprächsprotokolle des Kohl-Biografen Heribert Schwan. Der Titel bescherte dem damaligen Chefredakteur Wolfgang Büchner mit 305.710 Exemplaren den besten Einzelverkauf seit über einem Jahr. Diesen Wert erreichten die Hamburger seitdem nie wieder. Der juristische Streit um die Story dauert noch immer an. Kohl ging gegen die unautorisierte Veröffentlichung seiner Zitate durch Schwan vor und bekam vor dem Landgericht Köln Schadenersatz von einer Million Euro zugesprochen. Der Biograf will allerdings nun die nächste Instanz anrufen.

taz: „Blühende Landschaften“

Ebenfalls ein Kohl-Cover, an das man sich noch länger erinnern wird, legte die taz am Samstag vor. Die Tageszeitung handelte sich mit ihrer Aufmacherstory einen echten Shitstorm ein. Unter der Zeile „Blühende Landschaften“ zeigte sie ein Arrangement von Kränzen und Friedhofsblumen. Nach hunderten von empörten Facebook-Kommentaren entschuldigte sich Chefredakteur Chefredakteur Georg Löwisch in einem Blog-Eintrag:

Mit unserer Titelseite zum Tod von Helmut Kohl haben wir versucht, einen Kontrapunkt zu diesem Effekt zu setzen. Das ging daneben.
Ein Witz, der von so vielen falsch verstanden wird, ist schlecht. Unsere Seite eins, die von uns durchaus als kritische Würdigung des Altkanzlers gemeint war, ist anders angekommen: als Respektlosigkeit gegenüber dem Tod eines Menschen.

Stern: Die Vertuscher von Bonn

Auch der stern beschäftigte sich mit dem Politiker Kohl. Aber niemals mit der heftigen Leidenschaft und Hingabe von Spiegel oder Titanic. Wenn es einen Skandal oder eine große Story gab, war Kohl auf dem Cover. Aber bei Weitem nicht so häufig, wie bei den anderen. Der private, späte Kohl interessierte die Hamburger dann jedoch umso mehr:

Die Titanic

Ob „Kohl war gedopt“ und die Wiedervereinigung deshalb ungültig, bis zu dem Erscheinen des Ex-Kanzlers auf einen Toastbrot. Über Jahrzehnte machte sich die Titanic über „die Birne“ und „den Doppel-Whopper mit Käse“ lustig – aber auch mit ihm viel Auflage. Aus der Vielzahl der witzigen Titelseiten ist es fast unmöglich, eine Auswahl zu treffen.

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