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Heiko Maas und sein Buch „Aufstehen statt wegducken“: Sturm der Verhöhnung in der Amazon-Kommentarspalte

Justizminister Heiko Maas und sein Buch: Sturm der Verhöhnung bei Amazon
Justizminister Heiko Maas und sein Buch: Sturm der Verhöhnung bei Amazon

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) ist so etwas wie der Lieblingsfeind der neuen Rechten. Maas selbst gibt dabei aber auch reichlich Anlass zur Kritik, etwa mit der vielfach kritisierten Initiative für ein Anti-Facebook-Gesetz oder mit einer peinliche Werbe-Homestory seiner Frau, bei der herauskam, dass das Paar sich seine Wohnungseinrichtung von einem Möbelversender bezahlen ließ. Wie sehr Maas als Reizfigur taugt, erkennt man an den Amazon-Rezensionen zu seinem Buch.

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„Aufstehen statt wegducken: Eine Strategie gegen rechts“, heißt das Buch von Heiko Maas, das derzeit auf Verkaufsrang 97 in der Kategorie Deutsche Politik bei Amazon steht. Also eher nicht ganz weit oben (da steht „Sonst knallt´s!: Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“, u.a. von dm-Gründer Götz Werner). In der Beschreibung zu Maas‘ Buch heißt es: „In seinem engagierten und sehr persönlichen Buch entlarvt Heiko Maas die Methoden der neuen Rechten: wie sie Ängste schüren, Untergangsstimmung verbreiten und rassistisches Denken salonfähig machen wollen, wie sie sich jeder sachlichen Auseinandersetzung verweigern – und wie sie das Internet als Propagandamaschine nutzen.“ 

Der Kampf gegen rechtes Gedankengut und Hetze im Netz ist dem Justizminister erkennbar ein Anliegen. Allerdings bietet er dabei auch immer wieder Angriffsflächen und liefert neues Futter für die These, dass gut gemeint leider oft schlecht gemacht ist. Ein Anlass für Kritik und Streit ist immer wieder, dass in der von Maas ins Leben gerufenen Task Force gegen Hate Speech im Netz auch die Amadeus Antonio Stiftung aktiv ist. Die Stiftung wurde nach Amadeu Antonio Kiowa benannt, der 1990 in Ostdeutschland von Neonazis getötet wurde und als eines der ersten Todesopfer rassistischer Gewalt nach der deutschen Wiedervereinigung gilt. Die Vorsitzende der Stiftung ist Anetta Kahane, die während der DDR-Zeit als IM für die Stasi tätig war. Dass jemand mit dieser Vergangenheit dabei helfen soll, fragwürdige Meinungsbeiträge im Netz zu kanalisieren, kam bei vielen – gelinde gesagt – nicht gut an. Dass eine Mitarbeiterin der Stiftung für diese eine Broschüre gegen Hatespeech verfasste, im Netz aber selbst durch Hatespeech aufgefallen war, heizte die Stimmung zusätzlich an. Maas persönlich hatte ein Geleitwort zu der Broschüre verfasst.

Auch vergleichsweise kleinere Fettnäpfchentritte des Justizministers brachten seine zahlreichen Gegner stets zuverlässig in Wallung. Etwa wenn er in einem Tweet die Punkband Feine Sahne Fischfilet für ihr Engagement gegen rechts lobte, dabei aber offenbar nicht wusste, dass die gelobte Kapelle vom Verfassungsschutz beobachtet wird und u.a. gewaltverherrlichende Lieder wie „Staatsgewalt“ im Repertoire hat.

Aktueller Groß-Aufreger ist das als Anti-Facebook bekannt gewordene Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Mit diesem Gesetz sollen Plattformbetreiber wie Facebook stärker in die Pflicht genommen werden, gesetzeswidrige Inhalte zu löschen, sonst drohen saftige Bußgelder. Von zahlreichen Experten wurde der Gesetzesentwurf als schlampig ausgearbeitet und potenziell verfassungswidrig kritisiert. Kern der Kritik: Die Verantwortung für die Löschung von Gesetzesverstößen wird Facebook & Co übertragen. Außerdem befürchten Kritiker, dass Plattformen angesichts der Bußgelder eher zuviel als zu wenig löschen und damit die freie Meinungsäußerung im Netz eingeschränkt wird.

Vor diesem Hintergrund muss man die Kommentare lesen, die Nutzer beim Internethändler Amazon auf der Seite von Maas‘ Buch hinterlassen haben. Die Gesamtwertung liegt aktuell bei eineinhalb Sternen. Die Rezensionen sind größtenteils vernichtend und triefen vor Häme und Verachtung. Manche würden es vielleicht sogar Hass nennen:

Sprachlich und inhaltlich eine Schande für jemanden, der versucht Politiker zu sein. Man kann nur von Glück sagen, dass uns dieser Unsympath bald nachhaltig erspart bleibt.

Von unserer Justizwitzfigur hätte ich eigentlich ein lustiges Buch erwartet. Aber genau wie in seinem Dasein als Hobbypolitiker, setzt er auch in seinem Buch, den eingeschlagenen Rumheulkurs gnadenlos fort.

Schlechtestes Buch aller Zeiten, vom Zensurmänchen. Sollte was Sinnvolles machen. Auswandern nach Nordkorea.

Die Demokratie bringt es mit sich, dass auch Minister ihr Versagen in Buchform verarbeiten dürfen.

Undsoweiter. 107 Ein-Sterne-Bewertungen stehen sieben Fünf- und eine Vier-Sterne-Bewertung entgegen. Wobei man bei der bescheidenen Platzierung des Buchs im Verkaufsranking und der doch recht großen Fülle an Kommentaren fast davon ausgehen kann, dass nicht jeder der so erbosten Rezensenten das Buch auch besitzt, geschweige denn gelesen hat. Besonders viel Zustimmung erhielt eine lange Rezension eines Dr. Dr. Rainer Zitelmann, der sich ohne Beschimpfungen aber hart in der Sache tatsächlich mit den Inhalten des Maas-Buchs auseinandersetzt. Auch dieser Rezensent kommt zu einem vernichtenden Urteil: „Wenn man bedenkt, dass Maas mit seinem – von vielen Seiten als Zensur bezeichneten – Facebook-Gesetz soziale Netzwerke dazu zwingen will, bestimmte Inhalte zu löschen, dann kann einem Angst und Bange werden, welche Meinungen der Bundesjustizminister aus dem legitimen demokratischen Diskurs ausgrenzen will.“O

Ob auch ein Anbieter wie Amazon unter das erst noch zu beschließende Netzwerkdurchsetzungsgesetz fallen würde? Gäbe es dann auch eine Meldepflicht für gesetzeswidrige Kommentare bei Amazon? Wo hört harte Kritik auf und fängt löschenswerter Hass an? Antworten auf solche Fragen findet man weder im Gesetzesentwurf zum Netzwerkdurchsetzungsgesetz noch in Heiko Maas‘ Buch.

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Alle Kommentare

  1. Nur weil die gehorsamen und ergebenen Claqueure in Justiz und Anwaltschaft sich mit Kritik an diesem Menschen und seinen „Leistungen“ zurückhalten, bedeutet dies nicht, dass Kritiker allesamt Rechte sind und er sich mangels handwerklicher Fähigkeiten zum Märtyrer im Kampf der Demokratie hochstilisiert.
    Soll er doch zukünftig Kritik an seiner Person als strafbarer Hass und Hetze verfolgen lassen. In Saudi-Arabien und Nordkorea hat man schon Vorarbeit geleistet. Wird also diesmal nicht ganz so schwer für ihn.

  2. Er ist nicht nur der Lieblingsfeind der Neuen Rechten, sondern aller ernstzunehmenden Demokraten, denn schließlich will der Mann unsere Freiheit beschneiden, auch wenn er gelegentlich etwas anderes vorzuspielen versucht.
    Sein Buch ist Hohn auf den Verstand der Menschen!

    1. Stimmt
      Und wie gefährlich so etwas werden kann darüber berichtet MEEDIA nicht.
      Amazon hat noch nie eine Rezession verboten, bei einem Buch das woanders gekauft wurde
      Bei Heiko Maas Buch darf man keine Rezessionen schreiben.
      Wenn bei harmlosen Kommentare schon so gehandelt wird dann weiß man was kommt.
      George Orwell lässt grüssen.
      Die Zeitschrift mit den 4 Buchstaben hat schon genug Menschen vernichtet, kein Verbot.
      Sie unterstützt die Politik darum geht es.
      Wer schon in der Politik, Gewerkschaft, Kirche war weiss Andersdenkende werden aufs Abstellgleis manövriert.
      Dafür ist dieses Gesetz gedacht.

  3. „Bernd“ Hinterbauer kämpft an vorderster Front… mutig, verzweifelt und ohne jede Aussicht auf den „Endsieg“!

    Wieso muss immer „er“ ran, wenn es um Themen geht, die jedem linientreuen System-Red. auf immer und ewig die Karriere im System zerstört?

    Lass das mal den „Bernd“ schreiben, der hat eh nichts mehr zu verlieren… 😉

    Egal wie schlecht die Leistungen von Heiko Maas sind, als Minister oder als Author… er zeigt wie´s geht… immer schön brav mit dem Strom schwimmen, die Öffentlichkeit belügen und schon klappt´s mit der Karriere.

    Andere Red. wissen das… und schweigen, oder veröffentlichen Artikel mit deaktivierter Kommentarfunktion!

  4. Nebenkriegsschauplatz.

    Das Buch von Herrn Maas habe ich nicht gelesen, aber mir wäre auch die Zeit dafür zu schade. Allerdings sind sowohl das Buch als auch die Bewertung bei Amazon eigentlich irrelevant.

    Wichtiger wäre eine Diskussion darüber, dass der Bundesjustizminister ein Gesetz verantwortet, welches vermutlich europarechtswidrig und nicht verfassungskonform ist (vgl. u.a. Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages) und trotzdem diverser Hinweise darauf weiter versucht dieses durchzudrücken.

    Solches Handeln in dieser Position halte ich für verfassungsfeindlicher als alle Hasspostings bei Facebook zusammen.

  5. „Lieblingsfeind der neuen Rechten“ – was für ein Unsinn. Dieser Mann muss das Feindbild jedes Demokraten und Menschen mit gesundem Menschenverstand sein. Unfassbar, dass dieser Mensch Justizminister ist…

  6. Mir fällt zu diesem Buch nur eins ein: Ich schäme mich zutiefst für diese Regierung und hätte vor Jahren nicht im Traum daran gedacht, dass in Typ wie Maas in diesem Land Minister werden kann.

  7. Kleine Ergänzung zu Ihrer Amazon-Statistik: Drei der Fünf-Sterne-Bewertungen sind garantiert ironisch gemeint (JFLR + Dr. Jochen Heistermann + Tilo H), müssten also anders verbucht werden.

    1. Sogar Herr Winterbauer wird immer schlampiger, bei der „Recherche“ – Thema ist ja auch nicht gerade neu, s.a. Twitter

  8. Aufstehen statt Wegducken lautet die Aufforderung.
    Strategie gegen Rechts, lautet der Untertitel.

    Sozialismus ohne Alternative ist Diktatur.

    Es geht gegen Demokratie.

    Was ist nochmal die Funktion dieses Mannes?

  9. …uff, und kann dem Autor vielleicht noch mal jemand sagen, wer „ein Dr. Dr. Zitelmann“ ist? Aber ist wohl der Gnade der späten Geburt geschuldet, dass der nicht erkannt bzw. hier nicht zumindest mit einem Halbsatz eingeordnet wurde. Seufz.

  10. Noch einer, warum die SPD seit Schröder nicht mehr wählbar ist.
    Eitel, vor Selbstgefälligkeit strotzend nimmt er sich eine Schauspielerin zur Konkubine um Aufsehen für seine mikrige Person und Persönlichkeit zu erhaschen.
    Seine Fehler in seinem Ministerium bestätigen nebenbei das dieser Mensch
    nicht geeignet ist dem Volk zu „dienen“

  11. Dass Sie sich nicht entblöden, wieder einmal darauf hinzuweisen, dass Frau Kahane als junge Frau für die Stasi gearbeitet hat, als würde das irgendetwas über ihr heutiges Verhalten aussagen! Kahane hat selbst darüber geschrieben, hat ein unabhängiges Gutachten dazu bestellt und veröffentlicht, und hat – so kann man das jedenfalls auch deuten – durch die von ihr mitgegründete Stiftung tätige Reue bewiesen. Man kann das Vorhaben des Justizministers ablehnen; ihn aber mit der Stasi zu vergleichen, und darum geht es den Leuten, die Kahanes frühere Tätigkeit zitieren, das ist schlicht und einfach eine unerträgliche Verharmlosung der DDR-Diktatur.

    1. Mimimimi…!!!

      Typisch linke Opferhaltung

      Die „Studie“ zu jener Stasi-Tante wurde längst als BS debunked, haben Sie in der grünlinken Filterblase nur nicht mitbekommen.

      Die IMs der Stiftung sind ein ganz eigenes Kapitel, wäre ein Thema für Journalisten.

      Wo bleibt die große Empörung über 13, in Worten DREIZEHN Anschläge auf Signalanlagen durch linksextreme Gewalttäter? Ach so ja, von rechts „aufgebauscht“ würde Consuela Schwesig sagen. Welche aus ihrem Etat umme 100 Mio an die „mutigen Kämpfer gegen Rechts“ verballert hat. Rechtsstaatlich vollkommen legal, natürlich.

      Aber das war jetzt Whataboutism und damit der ganze Post natürlich „unerträgliche Pegidioten-Hetze“ (frei nach Smiley Stegner).

      @StefanW.

      Ganz kalter Kaffe die Story, genau das richtige bei dem Wetter.

    2. Schön, im Altenheim gibt es jetzt auch Internet.

      Ist halt wie bei ihnen selbst, lieber APO, ein kaputter moralische Kompass kann man eben sein leben lang nicht reparieren.

      Ihre politischen Kommentare und Analysen waren und sind deshalb WERTLOS und FALSCH.

      Dank Maas und Kahane werden seit einigen Wochen massenhaft Kommentare und User in Sozialen-Netzwerken gelöscht, wegen Inhalten die offensichtlich NICHT rechtswidrig sind.

      Was wir hier sehen ist der schlimmste Anschlag auf die Grundrechte seit Bestehen der BRD.

      Es ist kein Zufall, wenn sie das nicht sehen, es ist LOGISCH, Maoist wird man nicht mit intakten moralische Kompass

    3. Das ist der Fakt zum „Gutachten“ von der ehemaligen Stasimitarbeiterin Anetta Kahane;

      Erstellt hat Dr. Helmut Müller-Enbergs das Gutachten, der derzeit Adjungeretsprofessor an der Syddansk Universität in Dänemark ist und zudem noch als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Amt des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik geführt wird. Bevor er zum wissenschaftlichen Mitarbeiter der damaligen Gauck-Behörde wurde, hat Müller-Enbergs zwei Jahre als Pressesprecher von Bündnis90 im Landtag von Brandenburg gewirkt. Es bleibt demnach alles in der ideologischen Familie.

      Dieser Müller-Enbergs hat also ein Gutachten mit dem oben genannten sperrigen Titel erstellt. Ein Gutachten, das magere 10 Seiten umfasst. 10 Seiten sind deshalb mager, weil Müller-Enbergs nach eigenen Angaben mindestens 24 Stunden lang Gespräche mit Anetta Kahane geführt hat, die auf Band dokumentiert und teilweise transkribiert sind, und weil allein die Akten zu Kahane, die freigegeben wurden, rund 400 Seiten umfassen. Aber gut, vielleicht überzeugt ja die Qualität des Gutachtens, von dem sich übrigens fragt, wer es bezahlt hat, denn der Aufwand, den Müller-Enbergs betrieben hat, war sicher nicht geringfügig, schon die 24 Stunden, die er Anetta Kahane interviewen musste, verdienen sicherlich eine Vergütung entsprechend der Gebührenordnung für Psychotherapeuten.

      Doch zum Gutachten. Das Gutachten ist ein sehr sonderbares Gutachten. Es beginnt mit der Erklärung Müller–Enbergs, dass er die Erstellung des Gutachtens zunächst abgelehnt habe, sich auf Bitten von Kahane aber schließlich bereit erklärt habe, ein Gutachten zu erstellen, in dem untersucht werde, „ob Dritte[n] durch ihre [Kahanes] Gespräche mit dem MfS einen Nachteil hatten“. Dieses Gutachten, so stellt Müller-Enbergs ausdrücklich fest, sei eine Stellungnahme „ausschließlich als Dozent der Syddansk Universität“ und „nicht etwa als Tarifbeschäftigter der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes“. Und als wären diese Einschränkungen für das Gutachten nicht schon vernichtend genug, stellt Müller-Enbergs weiter fest, dass die Voraussetzung für die Erstellung des Gutachtens gewesen sei, dass Kahane die „entsprechenden und zureichenden Unterlagen zur Verfügung“ stelle. D.h. die Grundlage des Gutachtens sind die Dokumente, die Kahane Müller-Enbergs zur Verfügung gestellt hat. Ob diese Dokumente einen Ausschnitt aus den Stasi-Unterlagen über Kahane darstellen, der sich durch bestimmte Auslassungen auszeichnet oder die Stasi-Unterlagen, soweit sie veröffentlicht sind, komplett übergeben wurden – niemand weiß es. Und Müller-Enbergs ist sehr darauf bedacht, sich vorab einen Freischein auszustellen, denn wenn hinterher herauskommt, dass sein Gutachten seine, Bewertung auf unvollständige Dokumenten gründet, dann kann er immer sagen:, er habe die Dokumente nicht ausgewählt, sich vielmehr darauf verlassen, dass Kahane die vollständigen Dokumente geliefert habe. Müller-Enbergs ist somit raus und das Gutachten sein Geld, von dem sich immer noch die Frage stellt, woher es kommt, nicht wert.

  12. Warum dieser Artikel erst jetzt? Das Buch stand schon ein oder zwei Tage nach seinem Erscheinen bei Amazon bei rund 100 Kundenrezensionen und nur um Haaresbreite oberhalb der Schlechtestbewertung. Das ist rund einen Monat her.

  13. Sehr geehrter Herr Winterbauer, Sie haben sich nicht gründlich genug mit der Sache beschäftigt und die Rezensionen nebst weiteren Kommentaren nur sehr oberflächlich gelesen, bevor Sie drauflos schrieben. Erstens: In diesem Ausnahmefall lässt Amazon eine Rezension nur zu, wenn das Buch bei Amazon gekauft wurde. Es ist also nicht möglich, das Buch zu rezensieren, ohne es vorher gekauft und dann zumindest zeitweise besessen zu haben. Das hätten Sie in vielen Rezensionen und Kommentaren lesen können. Rezensionen und Kommentare sind bei Amazon übrigens zwei unterschiedliche Dinge. Rezensionen sind die Beurteilungen des Buches, darunter stehen Kommentare zur Rezension. Zweitens hätte Ihnen auf jeden Fall auffallen müssen, dass fünf der sieben positiven Rezensionen ebenfalls – satirisch geschriebene – negative Rezensionen sind. Einfach noch mal nachsehen. Und Drittens ist Ihr Artikel verzerrend, weil Sie, leider nach der gängigen Vorgehensweise, besonders unschöne Rezensions-Textstellen herausgreifen und zitieren, natürlich mit dem Effekt, dass man diese für typisch hält. Für mich schlechter Journalismus.

    1. Darauf wollte ich auch hinweisen. Es gibt auch noch „1234 Nutzer fanden diese Rezension hilfreich“ wonach man auch sortieren kann.
      Kommentare zu Rezensionen können ja Nachfragen vor dem Kauf sein oder Hilfen sein um das Produkt besser nutzen zu können wenn man Probleme damit berichtet.

      Eine Fachzeitschrift hatte auch vor vielen Jahren mal Probleme, den Ebay-Bietagenten zu verstehen. Erst die Leserbriefe klärten das Misverständnis auf.
      Ich würde ja Testleser haben welche hin und wieder einen Artikel zur Voransicht/Freischaltung bekommen. Einer von denen nutzt Amazon vielleicht selber öfter als seine Ehefrau und erkennt, wo man besser formulieren kann.

      Geht eigentlich, das man nur Sterne vergibt und keinen Text schreibt, was bei iOS- und MacOS- und vielleicht auch Android-Appstore glaube ich geht ? Dann gäbe es also mehrere Durchschnitts-Werte welche man auch noch berechnen könnte. Dann sähe man ob die wahren Käufer oder die Text-Schreiber das Produkt im Durchschnitt anders bewerten als nicht-Käufer oder als text-lose Bewertungs-Sternchen-Abgeber. Früher konnte man vielleicht auch als purer Appstore-Nutzer Sachprodukte Rezensieren ohne das Amazon einem jemals etwas an die Postadresse geschickt hätte. Ich glaube das geht nicht mehr. Man muss die Rezensionen lesen und ein Sprach-Gefühl dafür kriegen ob es Bezahl-Poster vom Hersteller oder von der Konkurrenz sind oder echte Nutzer. Ähnlich wie bei Fake-News wären ein paar Faustregeln nett. Die Bildschirme sind breit genug dafür und in der App sind die Rezensionen und Kommentare vielleicht nicht so bequem zugänglich wie im Web wohingegen ich für den Bestellvorgang/Kauf-Abwicklung bei Ebay und Amazon jeweils die App bevorzuge.

      Wenn man „alle 117 Rezensionen ansehen“ anklickt kann man sich dort auch nur alle 8 Positiven bzw. nur die negativen Rezensionen ansehen. Nach Datum oder „Hilfreich“-Klick-Anzahlen („Diese Rezension fand ich hilfreich“ ist vergleichbar Facebook-‚Likes‘) sortierbar.

      Das man das Buch besitzen muss, erschloss sich mir daraus nicht, was aber teilweise in den Rezensionen angesprochen wird, so das man nach einer diesbezüglichen Amazon-Anmerkung hätte gucken können. Bei den negativen Rezensionen erwarte ich auch keine hohen „verifizierte Käufer“-Mengen. Aber auch bei den positiven Rezensionen sind nicht nur „verifizierte Käufe“.
      „Zurückgegeben“ bzw. „zurückgeschickt“ schreibt Amazon leider nicht mit dran. Bei „Kindle“ weiss man dann also nicht ob es digital besessen wurde oder man nur die Lese-Probe gelesen hat.
      Optisch wirkt es also so, als ob manche positiven Bewerter das Buch nicht besessen haben mussten.
      Amazon könnte viele Dinge – ohne viel Aufwand – nachvollziehbarer machen.

      Zurückschicken ist vielleicht nicht immer schlau:
      http://www.golem.de/news/verbraucherschutz-amazon-sperrt-kundenkonten-nach-haeufigen-ruecksendungen-1307-100711.html
      http://www.golem.de/news/urteil-amazon-darf-kunden-nicht-von-gekauften-filmen-aussperren-1602-119430.html
      rot-grün hätte allerdings den Weiterverkauf digitalen Besitzes (Filme, Bücher, Apps, In-App-Käufe, Software-Lizenzen,…) regeln müssen.

      1000flies könnte sich das (Sterne, Rezensionen, Kommentare, „Hilfreiche Rezension“-Anzahlen, verifizierter Kauf, Kindle, Paperback, Gebunden) generell mal für die Bestseller ansehen. Vielleicht lässt sich was draus machen. Positive vs. negative Rezensionen, Sternchenverteilung, „hilfreiche Rezension“-Anzahl, Kommentar-Anzahl, Verteilung Kindle-Käufer vs. Papierkäufer (verifiziert gekauft und nicht verifiziert gekauft). „zurückgeschickt“(Papier) bzw. „zurückgegeben“ bei Kindle gibts wohl nicht. Sehr interessant fände ich vielleicht die Entwicklung/Anteil der Prozente der (verifizierten?) E-Book-Käufer bei den Top100-Titeln. Denn Kindle ist nicht toll aber besser als PDF und Papier mitschleppen will man heutzutage auch immer weniger. Da wäre die prozentuale Marktentwicklung der Digital-Leser interessant.

      Wegen der Kritik wollte ich auch noch Anmerken:
      http://meedia.de/2017/06/13/diezukunftgehoertallen-die-das-noetige-kleingeld-haben-kritik-am-neuen-opel-claim/ die zweite Hälfte ist ja gar nicht im offiziellen Opel-Claim scheint mir, aber viele Leute sharen nur aufgrund Titelzeilen http://t3n.de/news/headlines-artikel-lesen-sharen-718430/
      oder vermutlich lesen die Artikel auch nicht immer sondern merken sich nur die Headline.
      Bei dem Artikel über Fach-Medien/Zeitschriften hiess es da nicht das man viel Arbeit(also wohl dann auch Zeit-Mangel) hätte und Rechner oder Software neuer sein könnten ? Zeitmangel und „Hastigkeit“ ist vielleicht relevante Rezeptions-Eigenschaft der Leser. Headlines sollten also so präzise wie möglich informieren.

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