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„Königin Letizia – Heimliche Tochter aufgetaucht“: Presserat rügt Bauers Neue Post, Bravo Sport und Bild Online

Für zwei Artikel in Bauers Neue Post, sprach der Presserat eine Rüge aus
Für zwei Artikel in Bauers Neue Post, sprach der Presserat eine Rüge aus

In der vergangenen Woche erhielten die Yellow-Verlage Burda, Funke und Bauer den Negativ-Preis „Die verschlossene Auster“ vom Netzwerk Recherche. Jetzt kassiert Bauers Neue Post zudem noch eine Rüge vom Presserat wegen zwei Stories über Joachim Gauck und der spanischen Königin Letizia, die „ ausschließlich durch Spekulationen hergeleitet“ gewesen sein sollen. Weitere Rügen gab es für Bravo Sport und Bild Online.

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Der Presserat rügt die Web-Ausgabe der Boulevard-Zeitung für den Artikel „Meine Freundin (31) wollte, dass ich sie töte!“. Darin ging es um eine Gerichtsverhandlung gegen einen 22-jährigen Mann. Das Stück war so formuliert und bebildert, dass sowohl das Opfer als auch der Angeklagte eindeutig identifizierbar waren. Die Medienwächter sahen darin einen Verstoß gegen den Persönlichkeitsschutz nach Ziffer 8 des Pressekodexes.

Eine Rüge wegen Schleichwerbung kassierte Bravo Sport. Die Bauer-Zeitschrift hatte unter der Überschrift “Pogbooms neue Waffe“ über den neuen Adidas-Schuh des französischen Fußballstars Paul Pogba berichtet. Die Treter werden dabei – laut Presserat – mit werblichen Formulierungen wie “genialen Materialmix“ oder “perfekten Werkzeug“ beschrieben. Bebildert war der Artikel unter anderem mit einigen Produktfotos, die direkt von Adidas stammten. „Mit dieser Gesamtdarstellung wurde die Grenze zwischen einer Berichterstattung von öffentlichem Interesse und Schleichwerbung nach Richtlinie 7.2 des Pressekodex deutlich überschritten“, erklären die Medienwächter dazu. „Die Veröffentlichung erweckte den Eindruck, als handele es sich um einen PR-Beitrag des Sportartikelherstellers.“

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Neben der Bravo Sport missfielen den Berliner auch noch zwei Stories aus der Neuen Post, die ebenfalls von Bauer verlegt wird. Der Bericht „Joachim Gauck – Jetzt reißt ihm der Geduldsfaden“ und der Artikel „Königin Letizia – Heimliche Tochter aufgetaucht“, verstoßen nach Ansicht der Medienwächter gegen das Gebot der wahrhaftigen Unterrichtung der Öffentlichkeit. Nach Ansicht des Presserates wurden beide Stücke ausschließlich durch Spekulationen hergeleitet.

Für ihren Yellow-Journalismus bzw. für die intransparente Machart ihrer Klatschmagazine erhielten in der vergangenen Woche Bauer, Burda und Funke den Negativpreis des Netzwerk Recherche. „Die verschlossene Auster“ gab es für das Verhalten der Häuser, die damit der Glaubwürdigkeit des Journalismus schaden würden. Allerdings wurde auch das Netzwerk Recherche für die Benennung der drei Medienhäuser kritisiert.

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