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Der Spiegel und seine sinnlosen Mainstream-Innovationen – Ihr seid doch ein Nachrichtenmagazin!

Die Spiegel-Chefs Klaus Brinkbäumer (l., Chefredakteur) und Thomas Hass (Geschäftsführer)
Die Spiegel-Chefs Klaus Brinkbäumer (l., Chefredakteur) und Thomas Hass (Geschäftsführer)

Der Spiegel hat offenbar ein Problem mit seinen Innovationen. NRW-Teil - eingestellt. Spiegel Classic - Aus nach einer Nummer. Spiegel Fernsehen - beim Markttest durchgefallen. Spiegel Daily - angeblich schleppender Verkauf. Jetzt wird eine Beilage für Luxus-Lifestyle angekündigt. Dem Spiegel droht mit seiner Innovations-Offensive das multiple Scheitern, weil die Macher zu verkennen scheinen, was Der Spiegel im Kern ist: ein Nachrichtenmagazin.

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Der Spiegel ist gleich in mehrfacher Hinsicht ein einmaliges Medienunternehmen in Deutschland. Wohl kein anderes Medium hat sich derartig große Verdienste um die Demokratie und den investigativen Journalismus erworben. Es gibt auch kein anderes Medienhaus, bei dem die Mehrheit des Unternehmens den Angestellten gehört, bzw. einem privilegierten Teil der Angestellten. Und kein anderer Magazin-Verlag ist so sehr von einem einzelnen Objekt abhängig wie der Spiegel Verlag.

Ja, es gibt da noch das manager magazin und den Harvard Business Manager. Beides sind im Vergleich zur Marke Spiegel aber eher Nebengeschäfte, das eine (HBM) noch viel mehr als das andere. Ansonsten produziert der Spiegel seit jeher in allererster Linie den Spiegel, plus mehr oder weniger erfolgreiche Ableger unter Spiegel-Flagge.

Mit Spiegel Online hatte das Haus in einer Mischung aus Weitsicht und Glück historisch den Vorteil, praktisch als erstes deutsches Medium eine von einer Vollredaktion produzierte tagesaktuelle Website neben dem wöchentlichen Magazin zu etablieren. Schon allein das zeigt, wie seltsam anachronistisch heute, im Jahr 2017, die Idee ist, die Uhr zurückdrehen zu wollen und mit Spiegel Daily eine digitale Tageszeitung zu machen, die nur einmal pro Tag aktualisiert wird.

Spiegel TV, der von Stefan Aust groß gemachte Fernseh-Arm, bleibt seit langem weit unter den Möglichkeiten. Es scheint stets, als wüsste man im Hause nicht so recht, was mit der hauseigenen TV-Abteilung anzufangen ist. Dabei würden sich andere Verlage die Finger danach lecken, eine eigene Tochterfirma für Bewegtbild-Inhalte zu haben. Dass der wichtigste Umsatzbringer „Spiegel TV Magazin“ nun auch noch den prominenten Sendeplatz am Sonntagabend bei RTL auf Betreiben des Privatsenders verliert, macht die Lage nicht leichter. Im Gegenteil: Sollte die hauseigene TV-Abteilung im Bieterrennen um die neuen Fensterlizenen des Privatsenders leer ausgehen, stellt das die Existenz von Spiegel TV insgesamt in Frage. Dass ein RTL-Sprecher nach 29-jähriger Zusammenarbeit „Spiegel TV“ mit einem dürren Satz auf den – völlig ungewissen – Bewerbungsweg verweist, ist ein Affront, den man sich früher beim Spiegel wohl kaum hätte bieten lassen. Heute scheint man konsterniert und sprachlos. Man werde sich „an der Ausschreibung der Niedersächsischen Landesmedienanstalt beteiligen“ haucht es auf Anfrage aus dem Haus zurück. Wo bleiben der Stolz und das Selbstbewusstsein eines Verlags, der die Marke Spiegel vertritt?

Die branchenweiten Strukturprobleme mit erodierenden Print-Auflagen, unter Druck geratenen Anzeigenumsätzen und der schwächelnden Online-Werbung versucht man beim Spiegel nun seit einiger Zeit mit einer Doppelstrategie aus Sparen und zahlreichen Innovationen in den Griff zu bekommen. Von der Spar-Seite soll hier nicht die Rede sein, sondern von den Innovationen, von denen sich das Haus neue Erlöse erhofft.

Ein NRW-Teil, mit dem wohl auf Anzeigen aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland geschielt wurde, war schnell wieder Geschichte. Ältere erinnern sich vielleicht, dass sich vor vielen Jahren die Süddeutsche mit einer teuer produzierten NRW-Ausgabe mal eine blutige Nase holte. Und auch Burdas Focus sich desillusioniert aus Regional-Geschäft im bevölkerungsreichsten Bundesland zurückgezogen hatte. Warum hat der Spiegel diese Sackgasse trotzdem angesteuert und das eigene Projekt dann, wie zu erwarten war, gegen die Wand gesetzt?

Dann wurde ein Best-Ager-Magazin in seltsamer Optik konzipiert, das auf den Namen Spiegel Classic hörte. Nach einer Ausgabe war Schluss. Wer den Markt ein bisschen kennt, konnte eigentlich nicht überrascht sein. Aktuell läuft offiziell noch ein Markttest für eine Spiegel-TV-Zeitschrift mit dem Namen Spiegel Fernsehen in Hessen. Wie MEEDIA berichtete, sind die Verkäufe dort wohl so mies, dass mit einem bundesweiten Start von Spiegel Fernsehen keinesfalls zu rechnen ist. Chefredakteur Klaus Brinkbäumer versuchte dem Fachpublikum kürzlich weis zu machen, man sei hausintern noch mit der Sichtung der Verkaufszahlen des im Mai abgeschlossenen Markttests zugange. Dabei dürfte die desaströse Performance des TV-Hefts im Handel bereits seit Wochen bekannt sein. Nun scheint man auf Zeit zu spielen und die Misserfolgsnachricht möglichst lange zurückzuhalten. Das nahende „Sommerloch“ könnte Gelegenheit bieten, das Projekt möglichst geräuschlos zu beerdigen.

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Und man ist schon auf der nächsten Baustelle unterwegs. Nun ist eine Luxus-Lifestyle-Beilage mit dem Namen S-Magazin angekündigt, laut Chefredakteur Brinkbäumer ein Begleiter für „die schönen Seiten des Lebens“ – was als Statement des Ober-Journalisten vom Spiegel schon ein wenig befremdlich klingt. Steht das Nachrichtenmagazin Nummer eins für die „schönen Seiten des Lebens“ oder wird die Marke hier nicht arg überdehnt? Das Teil soll natürlich nach dem Vorbild von SZ-Magazin und Zeit-Magazin, bzw. der Beilage Splendid aus dem hauseigenen manager magazin in allererster Linie Luxus-Anzeigenkunden abfischen. Passt das zum kritischen Spiegel? Ein beiliegendes Hefterl, in dem auf einmal über Uhren und Golf-Reisen geschwärmt wird, wie es in diesem Sub-Genre nun mal üblich ist? Man wird sehen, wie sich ausgerechnet der Spiegel dem Anzeigen-Triptychon Mode, Design, Genuss nähert. Zweifel müssen erlaubt sein.

Was alle drei genannten Print-Innovation gemeinsam haben, ist zu allerst einmal, dass es keine Innovationen sind. Best-Ager-Hefte gab es schon zahlreiche, gescheiterte zumal. Der Markt der TV-Zeitschriften ist in erster Linie übersättigt und vom Preiskampf geprägt. Und Luxus-Lifestyle-Beilagen – you name it. Es wirkt, als ob man beim Spiegel aus Verzweiflung versucht, auf Teufel komm raus irgendwelche Märkte zu erschließen, bei denen man Anzeigen oder Lesergeld vermutet. Und zwar ganz egal, ob solche Produkte nun zur DNA des Hauses passen oder nicht. Das ist die zweite Gemeinsamkeit der Print-Innovationen aus dem Hause S.: Sie passen null zur Marke Spiegel.

Der Spiegel ist nun mal nicht Bauer oder Burda oder Gruner. Was wollen sie beim Spiegel als nächste Innovation präsentieren? Ein Heft mit Rezeptideen für den Thermomix vielleicht? Oder einen Abklatsch der Landlust? Spiegel der Frau?

Im Ernst: Sie sollten beim Spiegel endlich aufhören, Mainstream-Verlag zu spielen, denn das sind sie nun einmal nicht. Was wäre stattdessen zu tun? Nun, Spiegel Daily ist als Produkt ja schon einmal viel näher an der Spiegel-DNA als der ganze Rest der genannten Innovationen. Das Problem bei Daily ist das rückwärtsgewandte Konzept, bei dem nicht ersichtlich ist, warum jemand dafür Geld für Inhalte bezahlen sollte, die genausogut bei Spiegel Online stehen könnten, dort freilich aktueller sind. Anders ausgedrückt: Die Gefahr, dass die Spiegel-Macher hier das angeblich dringende Leserbedürfnis nach einem abgeschlossenen Digitalnews-Produkt herbeiphantasieren, scheint nicht eben gering. Fehlt die Zielgruppe, kann ein Produkt auch nicht erfolgreich sein. Was aus dem Umfeld der Ericusspitze über die Abo-Zahlen von Spiegel Daily aktuell zu hören ist, scheint diesen Verdacht eher zu bestätigen.

Wenn ein deutsches Medium im Super-Wahljahr journalistisch profitieren können müsste, dann doch vermutlich der Spiegel. Mit „Stimmenfang“ hat das Haus zum Beispiel einen sehr hörenswerten Politik-Podcast gestartet. Das passt zur Marke – auch wenn Podcasts als Nischenthema nun vielleicht keine Mega-Erlösbringer sind. Aber das sind Rohrkrepierer mit Ansage wie „Classic“ oder „Fernsehen“ auch nicht. Warum nicht mehr Hirnschmalz in neue journalistische Konzepte und Formate investieren, die auf die Marke Spiegel einzahlen?

Eine politische Talksendung, produziert von Spiegel TV und gezeigt bei Spiegel Online – warum denn nicht? Auch eine Marken-Erweiterung wie Spiegel Wissen passt. Warum keine Daten-Website oder App zum Superwahljahr nach dem Vorbild von Nate Silvers FiveThirtyEight? Warum schafft es Politico mit „Morgen Europa“, einen persönlichen Newsletter zur Europa-Politik auf die Beine zu stellen und nicht der Spiegel? Oder einen speziellen Letter zur Bundestagswahl?

Stattdessen: Best-Ager-Magazin, TV-Zeitschrift, Lifestyle-Beilage und digitale Tageszeitung. Lieber Spiegel: Das kann es doch nicht sein.

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Alle Kommentare

  1. „Spiegel geh sterben“ und „Journaille in die Produktion“
    schrieb ich hier schon vor Wochen und wiederhole es gern.

    Wer so nachaltig die Menschen belügt wie Spiegel und System-Presse generell und derart vor Arroganz, Ignoranz und – am schlimmsten – vor Rassismus gegen Deutsche stinkt, der gehört eigentlich nach Workuta, IM Erika allen voran.

    Journaille ist dank des Internet genau so nötig wie Fiaker!

    Das Niveau an Intellekt und Kritik ist i.a.R. in den Leserbriefe um Ellen höher als das der Autoren.

    „Nur die Wahrheit wird uns befreien“ ist 2.000 Jahre alt und war nie richtiger als hute.

    1. vielleicht fehlt uns allen so etwas wie Courage.

      Den Parlamentariern, die sich zu Statisten der EU gemacht haben und externe Entscheidungen durchwinken müssen.

      Journalisten, die sich gerne als Welterklärer sehen – Nachrichten einordnen – aber zu schwach dafür sind, weil sie damit gegen einen behaupteten, oder auch einen tatsächlichen Konsens stehen, mithin anecken könnten. Sie ordnen nur ein, was vermutlich ankommt.

      Dann die Verleger, die wirtschaftlichen Selbstmord begehen aus Angst vor dem Tode.

      Und natürlich wir, die Bevölkerung, also Leute wie ich, die sich allenfalls aufraffen können, in den Foren von Zeitungen und Internet Dampf abzulassen. Soweit dies noch als zulässig gilt, oder als erwünscht gewertet wird.

      Uns allen fehlt etwas zwischen den Beinen. Wenn dennoch jemand außerhalb der Foren auftritt, dann wird kollektiv genau in diese Stelle getreten.

      Dennoch hoffen wir darauf, irgendjemand wird für uns die Kastanien aus dem Feuer holen.

      Auf diese Weise haben wir die Demokratie verloren, die wir nun in Konstruktionen wie der EU vermuten. Wir haben unsere Freiheit nicht genutzt. Was man nicht kennt, kann man auch nicht schätzen.

      Es folgt alles seinem natürlichen Gang.

  2. Schön das sich doch Menschen interessieren wie die Kommentare zeigen.

    Ein schlechtes Desinfektionsmittel ist schon mal besser als gar keines. Aber alte Leute und wohl wenige Junge Leute sterben an Lungenentzündung. Vielleicht weil das alte Immunsystem zu schwach ist und der Körper ungeschützt Bakterien, Viren und Parasiten anheim fällt.
    Jetzt sieht man, wieso man Anfängen hätte wehren müssen und Unkraut im Garten möglichst schnell weg macht.

    Wer nicht weiss wieso Trump oder Erdogan so beliebt sind, kann vielleicht keine neutralen Artikel aus allen Blickwinkeln schreiben. Allerdings wollen viele Leser nur ihre eigene (und oft genug hinterher als falsch herausgestellte) Sicht bestätigt sehen.
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13691891.html
    Wieso steht unter dem Artikel keine Analyse, was Spiegel damals alles falsch gemacht hat ?
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Vor-20-Jahren-Spam-Spam-Spam-und-noch-einmal-Spam-2169062.html
    Wer aus Fehlern nicht lernen will (wie es neulich wohl der Yellow-Press vorgeworfen wurde), kann ja auch nicht besser werden und überlässt das Land dem Untergang.
    Unkraut und Ungeziefer kann man im Garten bekämpfen. Werwölfe und Vampire leben vom Blut vom Volk und – laut Legende und Hollywood und manchen Präsidenten-Geführten Demokratien wo die Armut komischerweise aber auch stetig steigt – echte Helden müssen das Problem erledigen. Doch auch das Licht – mögen Parasiten nicht. Eine wirksame Presse wäre damit gemeint welche die Pensionen und rückgezahlten Gehälter der zurückgetretenen Politiker als Beute behalten darf wenn man die Vorwürfe belegen kann.

    Sowas findet aber nicht statt und Kritik und Opposition wird auch gerne unterbunden so das man oft genug nur kritisch berichtet wenn alle anderen es auch machen, es offensichtlich ist oder die jeweilige Partei ihn quasi freigegeben hat. Schade das keine anderen Länder die triviale Möglichkeit sehen, Versager zum Rücktritt zu bringen und wieso auch sollten sie Deutschland verbessern wollen. Ohne Budget könnte man digitale Demokratie-Verbesserung erbringen. Doch wo wird man dafür nicht bekämpft ? Die Parteien und Gewerkschaften und Hilfsorganisationen hätten digitale Verbesserungs-Projekte besser mal (ohne relevante Kosten) beschützt bevor in der Rezession der Abverkauf kommt und alle Jobs nach China wandern. Digitale Demokratisierung ist kostenlos möglich und der Erfinder von Bitcoin (seine Anonymität) zeigt ja exemplarisch wie anscheinend die Strukturen der IT-Branche sind und also warum das offen beschützt und/oder anonym stattfinden muss um die wahren Leister(=Programmierer und Nutzer) so zu schützen wie korrekte Journalisten in Diktaturen geschützt sein müssten.

    Ist der Rückgang von Rot-Grün-Rot-Wählermengen proportional zum Rückgang von Spiegel oder ist der Auflagen/Käufer/Leser-Schwund halbwegs im Rahmen des allgemeinen Print-Rückganges ?

    Man sollte auch nicht einen Artikel quasi „pauschal“ pro oder Contra Tesla oder z.b. Rocket(?) schreiben sondern pro und Contra so auflisten (online geht das besser als bei linearen Print-Artikeln), das man auch als Gegner oder Fanboy beipflichten muss und sich in den Kommentaren für den guten Überblick bedankt. Ein neoliberaler Leser will zwar nicht lesen das Mindestlohn gut ist. Allerdings sind die Mindestlohn-Gegner oder Elektro-Auto-Gegner oder Tasten-Handy-Fortschritts-Smartphone-Feinde ja alle (bald) besiegt und sogar noch widerlegt worden und hätten besser gleich mal die richtige Seite gewählt. Es gab sogar Gegner von Flachbildschirmen als sie zur deutschen Fußball-WM 2006 bezahlbar wurden !

    Artikel aus halbwegs allen Blickwinkeln finden sich im Journalismus allgemein kaum. Auch die Agenturmeldungen (von mir aus auch Promi-News) kann man problemlos mit Nachfragen und Zusatz-Infos anreichern und (durch Mit-Denken und Leser-Feedback) vollwertiger bekommen statt nur die Agentur-Texte ohne viel Eigenleistung dem Leser vorzusetzen. Wieso optimiert man gleich-artige Meldungen also nicht diesbezüglich und schafft einen Mehrwert gegenüber der Konkurrenz ? Vielleicht macht Spiegel-Online das aber auch häufiger als andere Medien was ich nicht beurteilen kann.

    Auch beim Wording/Formulierungen kann man viel machen. Aber an Journalismus-Schulen lernt man wohl klassischen Print und praktisch nicht die simplen Möglichkeiten für viel vollwertigere Online-Artikel. Das Professoren/Dozenten oft erst alle 30 Jahre durch Leute frisch vom echten aktuellen Markt ausgetauscht werden, ist dem Fortschritt oft vielleicht nicht förderlich. Journalistische Selbstkontrolle für Presse-Ausweis-Inhaber wäre schnell trivial kostenlos programmierbar. Dann würde Yellow-Press vielleicht besser werden oder Journalisten (und in jeweils separaten Zählungen Politiker oder auch Bürger) könnten kostenlos am Tablett abstimmen (anonym aber natürlich auch auf Wunsch mit Namen) was nicht korrekt war. Das Cola viel Zucken und Burger oft nicht nährwert-optimal sind, weiss man aber auch seit Jahrzehnten. Clickbaiter-Titelseiten werden wohl nicht aussterben sondern eher die entsprechenden Zeitschriften wegen Leserschwundes zusammengeführt werden.

    Der Text weist ja auf das vorhandene Video-Know-How bei Spiegel-TV hin. Die vorgeschlagene Talkshows kann man aber viel simpler realisieren und da profilieren sich die Gäste recht gerne, so das eine Talkshow wohl auch nicht viel Vorteil brächte oder man was sinnvolleres (Gäste, Moderator, Fragen, Organisation) als die üblichen „Mainstream-Talkshows“ einfallen lassen müsste was online bei manchen Landeswahlen ja von anderen Medien teilweise passierte bevor man wieder 4-5 Jahre Schulden für die nächsten Generationen machen darf. Geissler und ein SPD-Politiker hatten wohl mal eine gemeinsame TV-Sendung welche ich gerne schaute aber wohl nicht viele Folgen hatte. Das ist also vielleicht nur für Zuschauer mit wahrem Interesse und wird den kommenden Abverkauf Europas wohl nicht stoppen.

    Im Artikel ist ein interessanter Vorschlag: Ein Data-Wiki kriegt Wikipedia ja nicht hin (und hat genug andere Probleme) und leider wohnt nicht jeder in einem Land um es mal eben zu realisieren.
    Wie steht Statista geschäftlich oder war das nur eine Tochter-Firma ? So ein data-Wiki (bzw. dann als Bezahl-Angebot) wäre vielleicht interessant. Bloomberg hat ja auch diese Terminals wo man Daten kriegt und aktuell fliessen gigantisch viele Gelder und man braucht Informationen über Firmen, Grundstücke usw. die zum Verkauf stehen, wo weht welcher Wind und scheint wann wie lange die Sonne, wo liegen die zigtausenden Kilometer unbenutzter Glasfasern („Dark Fiber“) die man nur reinstecken braucht usw.. wo ist das klimatisch beste Revier für Mallorca-Rentner.
    Das Know-How zur Erarbeitung von Themen müsste man weit-flächiger und über längere Zeiträume nutzen. Machen Film-Fonds ja auch (wenn oft wohl um Steuern klein zu halten): Kino, Videothek, DVD/BluRay/4kBluRay, PayTV/Streaming, FreeTV, Directors Cut, Anniversary Edition usw..

    Die TV-Zeitschrift hätte man online für am Tablett und am 65″-UHD1-8Megapixel-SmarTV-Browser realisieren können. Auch mir bekannte iPad-Rentner gucken z.B. n-tv am iPad aber oft taugt die Software usw. recht wenig. Misratene User-Interfaces werden aktuell ja durch Sprach-Steuerung ersetzt aber da sieht man ja nicht was die beliebtesten Befehle sind oder was man mit dem Auto oder TV überhaupt machen kann. Eine individualisierbare Hilfe was man alles interessantes (auch online) kostenlos bzw. mit dem jeweiligen Abo (Netflix, AmazonPrime,…) gucken kann, wäre eine echte Hilfe. Print ist recht rückständig für die Awareness guter Sendungen. SpiegelTV könnte Excel sein während Print-TV-Zeitschriften im Vergleich nur Papier und Bleistift sind. Digitale Denkweise existiert aber eher bei 40jährigen Managern mit eigenem Xing-Profil statt bei 50jährigen Email-Ausdruckern (quasi Generation Lindner vs. Generation Merkel). Jim Cramer (sieht man öfter bei CNBC) mag seine Apple-Watch und nutzt sie vermutlich täglich produktiver als vielleicht Tim Cook oder Apple-Boni-Manager am Golfplatz. Fortschrittsfeinde werden durch die Smart-Cars und Car-Clouds wohl bald vom Markt verdrängt. Aber viele Aufsichtsräte verlassen das Unternehmen vielleicht erst mit 85 Jahren oder erst beim Tod. Und IT ist oft zu teuer. Die Motivation oder Idee allein reicht also lange nicht, auch weil es kaum Orte für gute Software gibt.

    Als Kleinaktionär sieht man oft, wie Boni-Manager sich die Taschen füllen und eher nicht für den Kleinaktionär die Firma betreiben.
    Der rot-grüne neue Markt hätte definieren müssen, das man seine Gewinne drin halten oder auszahlen lassen kann. Und zwar jeder Aktionär für sich statt keine oder eine einheitliche Dividendenzahlung für alle.
    Junge Leute wollen drin bleiben während andere im Alter davon leben oder die Ex-Frau auszahlen müssen oder einen Umbau bezahlen müssen. Bei Constantin könnte man splitten und jeder kriegt je eine Aktie von jeder der beiden Firmen und wer verkaufen wollte dem müssen die Verkaufs-Gegner die Aktien zum Buchwert aus den Gewinnen (damit die Boni-Manager sich gut anstrengen) abkaufen. Nach kurzer Zeit hätte die Abspalter-Gruppe also den unerwünschten Teil-Betrieb an die andere Gruppe verkauft welche dann weiterhin Aktien beider aufgeteilten Hälften hat. Jede Gruppe hat dann also was sie wollte.

    Die verdienten Abschreibungen kann man in neue Open-Software investieren weil die vorhandene Software nicht kaputt geht wie Pizza-Taxis oder Werkzeug beim Handwerker und zum Vollpreis neu gekauft werden muss oder den Weg der teuren Individual-Programmierung gehen. Aber die Eigentümer wollen wohl jährlich Geld sehen und wenn man keine neuen Felder findet, sind sinnlose Investments (wie bei Cashburner-Startups welche viele Journalisten leider als falsches Vorbild vorlegen statt durchgängig nur die wahren guten Firmen wie Buffet, Apple und Tesla als Vorbild zu nehmen) auch nicht nötig. Als Kleinaktionär sieht man die vielen oft nicht so erfolgreichen Übernahmen durch google (fast alles ausser Youtube), Facebook (Oculus Rift), Amazon (imdb ?), Yahoo (Summly) usw.
    Diese für Kleinaktionäre oft nutzlosen Maßnahmen (oft vielleicht nur zur Boni-Erhöhung) kann man am Spiegel nicht anlegen. Die bei Cashburner-Startups auch gern betriebene Auslands-Expansion mit oft feisten Büros in Barcelona, London und natürlich New York ist auch nicht so sinnvoll.

    Wegen des genannten Europa-Newsletters: Viele Amerikaner wollen amerikanisch für Amerikaner (siehe Criminal Minds: Beyond Borders jeden Donnerstag bei Sat.1) kurz und knapp erklärt bekommen und stecken alle entsprechenden Länder in die EMEA-Schublade und buchen die Werbung Europaweit aus London. Wenn man schon Agenturmeldungen nicht angereichert bekommt, kann man europäische Sachen bzw. Ländermeldungen nur als Kollektiv vieler ausländischer Autoren mit entsprechendem lokalen Background-Wissen realisieren, falls die Agenturen es nicht sinnvoll liefern. Siehe z.b. Profiling Paris wo französische Strukturen sichtbar sind oder vielleicht auch Maastricht Cops (Freitag nacht ? bei Sat1Gold). Sowas bekommen deutsche Autoren dann ja nicht mit und ausserdem soll man ja meist wohl pro oder contra einem Lager schreiben.

    Die Demokratie-Wirksamkeit (Rücktritte, Staats-Schulden-Abbau, totale Effizienz…) müsste besser werden. Die Eigentümer lassen sich lieber auszahlen als nutzlose Cashburner-Fehl-Investments zu investieren. Da die Leute (schmalbandiges) Internet unterwegs am Handy und DSL zu Hause am Tablett haben, müssten sich eigentlich auch neue Wirkungsfelder für diese neuen Aufmerksamkeits-Verweil-Orte (Handy, Tablett, SmarTV) ergeben. Weil rot-grün kein MicroPayment über (auch für Prepaid) Handy-Guthaben im Rahmen der UMTS-Lizenzen und LTE-Lizenzen(Merkel?+ FPD? oder SPD?) etabliert hat, ist die Monetarisierung vielleicht nicht profitabel machbar und die Werbe-Einnahmen sind auch überschaubar und wie bzw. wer vermarktet die Spiegel-Online-Besuch eines Mallorca-Rentners und baut dort Werbung ein ?
    Das Apple sein Werbe-Programm womöglich ganz gestoppt hat, ist auch ein Problem für Monetarisierung wenn man dann per in-App-Käufen (30% an Apple?) bezahlen oder weltweiten Lesern Werbung verteilen muss.
    Welche Online-Medien sind denn profitabel und kann Spiegel das auch ?
    Die wohl nur 50% Wahlbeteiligung beim französischen Parlament lassen auf Demokratie-Des-Interesse schliessen. War das am Ende der DDR auch so ?

    „unter Druck geratenen Anzeigenumsätzen“: 10% weniger Leser oder TV-Zuschauer macht wohl auch 10% weniger pro Anzeigen-Seite oder pro 30-Sekunden-TV-Werbung.
    „kein Mainstream-Verlag“ und Beilage: Die Werbe-Budgets der Luxus-Firmen sind da. Also fliessen sie dort hin wo die Aufmerksamkeit der Zielgruppe ist. Und die Zielgruppe sind durchaus Spiegel-Leser. Da ist es sogar löblich, an diese Werbe-Umsätze kommen zu wollen.
    Wie beim Preis einer 1.5l Noname-Cola-Flasche vs. 2*0.75-l-Flaschen oder vielen Dosen ist die Kalkulation (danke für den anderen Artikel weil da auch mal Zahlen drinstehen) knapper weil man die Kiosk-Käufer nicht mit der Beilage erreicht und Rolex und Jaguar (oder wer sonst halt) das vielleicht durch kleinere Anzeigen im Heft ausgleichen und dafür vielleicht weniger zahlen wollen weil man ja auch noch die Anzeige in der Beilage hat. Wenn Spiegel ein Männer-Blatt ist, erreicht man mit der Beilage auch Frauen und Küchen, Kleidung, Schmuck, Innenausstattung… haben auch durchaus teurere Anbieter und welche im Spiegel-Heft vielleicht bisher nicht so sehr vertreten sind.
    Bis zur Rezession kann sich die Beilage durchaus halten und etwas Geld einbringen.

    Sommerloch gibts ja nur, weil/wo man im Urlaub keine News am Handy liest bzw. nur an der Bild-Zeitung am Kiosk vorbei läuft. Auch da wäre vielleicht eine Marktlücke welche durch schlechte Monetarisierungs-Möglichkeiten vermutlich uninteressant ist.

    Ist auch egal. Oder welches Land (ausser China) wird jährlich besser – also wo funktioniert die Presse ? Handies werden besser und TVs zumindest größer und bei beiden Produktsorten bei stabilem Preis. Wieso Verwaltungen nicht ?

  3. Ich trauere dem Spiegel auch hinterher, wie könnten angesichts der aktuellen Regierung ein kritisches Magazin, das gut vernetzt und finanziell gut ausgestattet ist, unbedingt brauchen. Da es der SPIEGEL jedoch kategorisch ablehnt, sich kritisch mit den unglaublichen politischen Vorgängen im Land auseinanderzusetzen und sich stattdessen ideologisch begründet einseitig auf die „Rechten“, zu denen die Redakteure scheinbar 30 Prozent der Bevölkerung zählen, stürzt und sich ohne Unterbrechung einseitig auf Trump und Putin eingeschossen hat, trägt das Magazin inzwischen zur Zuspitzung der Misstände bei, anstatt sie zu bekämpfen. Wer sich auf die Seite der Mächtigen schlägt, kann nicht erwarten, Beifall von den Menschen zu bekommen (bzw. von eben diesen gekauft), die die Folgen dieser Politik ausbaden müssen. Ich lese seit einigen Monaten übrigens Tichys Einblick und finde dort, was ich eigentlich in den Artikeln des SPIEGELS erwwarten würde. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Regierungspolitik.

  4. Nachrichtenmagazine oder ähnliche Presserzeugnisse suchen sie in der deutschen Medienlandschaft aber häufig vergebens.
    Man ist jedoch verwundert, dass hier an dieser Stelle lesen zu können.
    Die Erkenntnis ist bei Meedia offenbar neu, aber immerhin. Und wenn die Journalisten mit politischem und gesellschaftlichen Bildungsauftrag beim Spiegel etwas länger brauchen…. den Leserkommentaren, wenn der Spiegel sie denn zulässt, kann man entnehmen, dass es zukünftig noch weniger bildungsferne Möchtegernbürger geben wird, die sich von solchen wie Lobo und Konsorten die Welt erklären lassen wollen. Und ob dessen fürstliche Honorare beim Deutschen Anwaltverein die finanziellen Verluste aufwiegen, darf man getrost bezweifeln.

  5. „Ihr seid doch ein Nachrichtenmagazin“ – GEWESEN!

    BEVOR „St.-Pauli Nachrichten“-Aust Chefredakteur spielen durfte.
    BEVOR der SPIEGEL von „liberal, im Zweifel links“ zur neoliberalen Kampfpostille gewandelt wurde.
    BEVOR ungefiltert Propaganda-Bullshit aus dem NATO-Hauptquartier als Wahrheit verkauft wurde.

  6. Ich empfehle allen Spiegel-Hassern den im Spon-Archiv kostenlosen Essay „Zeitgeist — Das Reich der Lüge” von Redakteur Dr. Romain Leick (erschienen in Heft 16/2016), und zwar unter dem Gesichtspunkt, wo sie, die Hasser, eigentlich anderweitig Beiträge von solcher Tiefenschärfe und Kompetenz zu lesen gewohnt sind. Übrigens kommt in dem Text auch Herr Sieferle vor.

    Und falls, zu diesem Stichwort, auch die Chefredaktion einen Rat verträgt: Anstatt ihren nicht ganz ungebildeten Redakteur Saltzwedel pflichtschuldig in die Pfanne zu hauen, sollte sie lieber bei ihrer Honorarkraft Marlene Stokowski genauer hinschauen und nicht jeden Scheissdreck à la „manspreading” veröffentlichen. Wer von beiden dem Hause mehr schadet, Saltzwedel oder Stokowski, ist nämlich sehr die Frage.

    1. Spiegel- Hasser.

      Die Instrumentalisierung der Sprache mittels ausgrenzender Wortwahl verbraucht sich wenig. Die Methode der fehlenden Übereinstimmung zwischen Wortverwendung und eigentlichem Sachverhalt kommt an Grenzen.

      Es handelt sich nicht um Spiegel- Hasser, sondern eher um Trauernde.

      Diese betrauern nicht nur den Niedergang des Spiegel, sondern einen zeitgleich beobachtbaren Untergang unserer Gesellschaft. Der Spiegel – eigentlich die Medien insgesamt – haben als wichtiges Medium ihre eigentliche Aufgabe nicht wahrgenommen. Vielleicht sogar verraten, indem sie sich gemein gemacht haben.

      Hasser, Hetzer, Rechts-Populsten etc:

      Sprache sollte eigentlich ein die Menschen verbindendes Werkzeug sein.

      Wortschöpfungen werden inzwischen jedoch wieder klar erkennbar als Kampfmittel zur Ausgrenzung, der Diffamierung, der Delegitimierung der anderen Meinung entwickelt, und eingesetzt.

      Ihnen als Verwender dieser Technik wird dies geläufig sein.

      1. Teilen Sie denn nicht den Eindruck, dass eine Reihe von Foristen hier dem Spiegel und seinen Mitarbeitern (die ja, wie in allen Verlagen, mehrheitlich kaufmännische Angestellte sind und nur in geringer Zahl meinungsbildend wirken) quasi die Pest an den Hals wünschen? „Geht sterben“ habe ich kürzlich gelesen oder beispielsweise den hämische Wunsch, die sollten doch alle „mit dem Rad zum Arbeitsamt“.

        Dass von diesen Leuten, die ich mit „Hasser“ meine und die hier reflexhaft ihrer Wut Lauf lassen, einer das Heft überhaupt in letzter Zeit in die Hand genommen hat, bezweifle ich. Und deshalb habe ich auf den Leick-Text hingewiesen. Vielleicht macht sich ja soxh dieser oder jene die Mühe und relativiert sein Urteil ein wenig. Inmitten des publizistischen Jammertals finden sich nämlich immer noch Lichtblicke alter Qualität.

        Die Trauernden gibt’s natürlich auch, wer wollte das bestreiten. Da bin ich – wie sagt man? – ganz bei Ihnen.

    2. @Der wahre Jakob

      Ich schrieb das „@Spiegel: Geh doch sterben“ und „Journaille in die Produktion“.

      Wer permanent über Jahre die Menschen so extrem belügt wie die System-Presse (und allen voran der Spiefel), der hat keine 489. Chance verdient („Blatt in die Hand nehmen“, was für ein Quatsch.

      Ich habe die Spiegel und FAZ (bei meinem Vater) regelmäßig ab dem 13. Lebensjahr gelesen (und wurde dafür von meinen Kumpels verarscht). Das war vor rund 50 Jahren.

      Bis 2003 hatte ich die FAZ sogar abbonniert, obwohl ich das BRD-Irrenhaus schon lange verlassen hatten.

      Nachdem diese Schwachmaten mich als zahlenden Kunden verarscht haben, u.a.:
      – indem sie die saublöde Verschwörungs-Theorie von den 20 Ziehenhirten, die zwar keine Cessna fliegen, aber zwei Flugzeuge in drei Gebäude steuern können, mir permanent „verkaufen“ wollten
      – und zudem laufend den Völkermord eines extrem-rassistischen Staates verschwiegen oder schöngeschrieben haben
      – und dann anfingen zu schreiben, woran die bösen bösen Deutschen alles Schuld sind und zahlen sollen

      da habe ich gern gekündigt. Als bekennender Christ ist die Lüge das einzige, das ich wirklich hassen kann. Und verarschen kann ick ma alleene besser – sagt man in Berlin.

      Diese Journaille ist eine Bande von elenden Lügern.

      Seltene Ausnahmen mag es geben, wie bei jeder Regel, aber kaum bei Spon oder FAZ et al.

  7. Der Spiegel ( bzw. seine Schreiber)schweben schon seit langem zwischen geopolitisch auf dem Kopf stehenden „Erkenntnissen“ und Tittytainment….
    vor und zurück.. er nährt sich von Abgeschriebenem.

    Vorstellen könnt`ich mir, dass die Eigner dieses (auch digital) austauschbaren Blättchens tatsächliches Wissen mit ordinärer Propaganda verwechselt haben…….sie halten sich für gebildet, haben ggf. Bildungstitel erworben und halten sich deswegen für hochintelligent, haben aber die Realität nicht einmal im Ansatz verstanden…..und den Fluß ihrer Mücken in die Kriegsgebiete und den „robusten Einsätzen“ auch nicht……ihr digitales Vermögen wird immer üppiger.

    Sprache schlägt immer auf die Eigentümer zurück; im vorliegenden Falle sind die jeweiligen (neoliberal abgerichteten) Scribendennicht nur des Spiegels (hier: Deutschlands) zu normalem Denken immer weniger fähig…. klassenmäßig gehören sie zum zeitgeistigen Ancien Regime.

    Opportunisten und Karrieristen, anpassungsfähig bis unter ein -wo auch immer vorhandenes-Bodenblech; mit diesem Typus Mensch tritt das vormalige Sturmgeschütz der Demokratie (das es war, weil die USA es zu dieser Zeit erlaubten) geau diese in die Tonne.

    Nächste Online-Chefredakteure von Spiegel online und Redakteure des Spiegel dürften in dieser Logik gestellt werden durch Katzenberger, Lombardi ,Ken Silbereisen und Barbie Fischer sowie den diversen Fernseh-Köchen und ihrer Ehegesponse..

    Die sogenannten Thinkstanks all dieser Machenschaften (egal, wo ihre Wurzeln liegen) müßten einem langsam anfangen, leid zu tun:
    Soviel Einseitigkeit, Eitelkeit, Denkunfähigkeit und Dummheit bei „Eliten “ ist Schicksal; dass dieser Typus durch Veröffentlichung seiner ideologisch grundierten Fehlanalysen Machtmittel über Millionen Menschen zur Verfügung hat, ist gefährlich…weil diese (restaurierte) Ideologie allgemein nicht erkannt werden soll….

    Kurz und gut:
    Ich bin doof und ungebildet, deshalb ein gefundenes Fressen für Verschwörungstheorien.

  8. Toller Artikel. Allerdings:

    „Ihr seid doch ein Nachrichtenmagazin“ das scheint mir nicht aktuell zu sein.

    Den Spiegel nimmt man nur noch zur Hand, weil man in einer Arztpraxis sitzt wo vielleicht gerade kein ADAC-Heft ausliegt, oder weil die Lufthansa- Stewardess ein Exemplar als Unterlage zum Tomatensaft reicht.

    Welche Art Nachrichten können dabei ihre Abnehmer finden?

    Ein Nachrichtenmagazin lebt davon, daß Menschen am Erscheinungstag vor dem Kiosk Schlange stehen um sich schnellstmöglichst die neuesten Geschichten reinziehen zu können.

    Ich befürchte, daß es von dieser Sorte Spiegel-Leser heutzutage nur noch eine handvoll im Lande geben dürfte. Das war einmal anders.

    Liegt es vielleicht daran, daß inzwischen die Themen ausgegangen wären? Eher im Gegenteil. Man sollte aus dem Stegreif Dutzende wirklich gravierende Vorgänge nennen können, die jedoch nicht aufgegriffen werden. Konsenssucht ist nicht das, was ein Nachrichtenmagazin voranbringt.

    Dann jedoch wird die Aktualität einer Arztpraxis ausreichend, ein beliebiges Heft des zurückliegenden Jahres genügt.

    Themen kritisch hinterfragen und darstellen zu wollen, dergleichen wird nicht mehr geboten. Vielleicht ist das Wissen um den Treibsatz hinter der tatsächlichen Nachricht in den Journalismus-Schulen verloren gegangen.

    Allenfalls ein bißchen rumstänkern, siehe SPON: für die einen bot dies ein verschämtes Entertainment auf unterer Stufe, aber mit inzwischen erlahmendem Interesse, wie mir scheint. Andere wollen dort immerhin noch eine Weltanschauung synchronisieren. Na gut.

    Der Spiegel wird mit Nachrichten allenfalls noch aus einem Reflex heraus in Verbindung gebracht.

    Auflage mittlerweile unter 200 000. Doch noch so viel ? Wenn die einen Reprint eines älteren Exemplars auflegen würden, da lägen dann zwei fast identische Ausgaben im Wartezimmer. Würde das überhaupt jemand mitbekommen? Der Reprint also als Anregung einer weiteren Variante der angestrengten Versuche, welche in dem obigen Artikel aufgelistet wurden.

  9. Sorry, mit einem Nachrichtenmagazin hat der SPIEGEL nicht mehr viel zu tun und SPON noch weniger. Vielleicht war das früher mal anders. Heute gefällt man sich eher in der Rolle des obersten Volkserziehers der dem bockigen Publikum die Segnungen linksgrüner Politik einzutrichtern hat.

  10. Die Kommentare über das Spiegel-Versagen sind bemüht dem schlingernden Tanker noch ein paar Rettungsringe hinterherzuwerfen. Allein, es wird nichts nützen. Wie sagte doch ein altgedienter Spiegel-Haudegen bei Annahme seiner Abfindung süffisant: “ Man möchte schließlich dem Niedergang dieses Hauses nicht länger im Wege stehen.“ Genau, die Mitarbeiter wissen`s längst, es sind halt nur noch die hilflosen Versuche der narzistischen Führung, mit Durchhalte-Innovationen (sprich: Scheißhaus-Parolen) den Kopf über Wasser zu halten. Das einstige Flaggschiff ist Leck geschlagen, die schlausten Ratten haben das sinkende Schiff längst verlassen und mit Handlungsrezepten aus der Gruner-und Jahr-Kombüse, die Musikdampfer „stern“ kann aber nicht SPIEGEL, wird die immer dramatischer werdende Schlagseite, deren Ursachen in blinder Arroganz und jahrelang verkanntem journalistischem Potential und Marken-Pflege liegen, nicht zu heben sein. RIP – und Bertelsmann wartet auf den günstigen Einstieg.

  11. Der Spiegel könnte Kanzler stürtzen und evtl. sogar in den Knast bringen!

    Dazu müsste man nur mal Merkels „Flüchtlingsdeal“ mit Obama und die illegale Grenzöffnung näher beleuchten, Russland und Assad würden dem Spiegel sicher gerne helfen, mit echten (!!!) Fakten – und im Trump Camp sollten sich auch Leute finden lassen, die bereit sind über die US-Militärstrategie von Obama in Syrien offen zu reden.

    In den ersten 50 Spiegeljahren hätten die Macher so eine Chance niemals ausgeschlagen, unabhängig von der jeweils aktuellen Regierung.

    Heute ist das anders, die Spiegelmacher sind bereit alles zu opfern, für die Ideologie.

    Das geht bis zur totalen Selbstzerstörung, Brinkbäumers Linie ist klar, Regierungskritik ist mit ihm nicht zu machen, lieber 100 Mal in Folge irgendeinen Unsinn über Trump.

    Der Spiegel ist verloren, die Mitarbeiter wissen das.

  12. Zitat:

    …Eine politische Talksendung, produziert von Spiegel TV und gezeigt bei Spiegel Online – warum denn nicht?…

    Vielleicht so wie „Positionen“ von KenFM, seit 2 Jahren online?

    Spiegel – eine Plag

  13. Den Print-SPIEGEL bewusst auf Politik-/Nachrichten-Magazin reduzieren, raus mit Gesundheitsthemen, Kindern auf dem Titel, Ehe- und Scheidungsthemen. Den SPIEGEL raus aus der Focus, Die Zeit und Stern-Ecke mit Softthemen um Familie („Die neuen Väter“), Esoterik und Erziehung. Preis rauf und bewusst sich einer Zielgruppe verschreiben.

    Keine Experimente im Bereich Infotainment!

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