Neue S-Klasse von der Ericusspitze: Spiegel startet Lifestyle-Supplement S-Magazin für „die schönen Seiten des Lebens“

Spiegel-Geschäftsführer Thomas Hass (l.),  Chefredakteur Klaus Brinkbäumer setzen mit dem S-Magazin auf das Luxussegment
Spiegel-Geschäftsführer Thomas Hass (l.), Chefredakteur Klaus Brinkbäumer setzen mit dem S-Magazin auf das Luxussegment Fotos: Der Spiegel / dpa, Montage: MEEDIA

Das Manager Magazin hat mit dem Luxusmagazin Splendid bereits die schönen Seiten des Lebens entdeckt. Jetzt zieht der Spiegel-Verlag bei seinem Hauptprodukt nach. Das Nachrichtenmagazin bekommt das Lifestyle-Supplement S-Magazin beigelegt. Damit will Verlagschef Thomas Hass offenbar das Vermarktungsgeschäft im Luxussegment ankurbeln.

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Im Unterschied zu den Kauf-Zeitschriften Spiegel Classic und Spiegel Fernsehen muss die Beilage am Kiosk nicht „verkaufen“, sondern wird mit dem Print-Spiegel ausgeliefert. Mit den Kauftiteln lief es alles andere als gut. Verlagschef Thomas Hass stampfte zunächst das Best Ager-Magazin Spiegel Classic ein, der Test der TV-Zeitschrift Spiegel Fernsehen war nicht erfolgreich. Doch der ehemalige Leiter des Vertriebsmarketings lässt sich nicht entmutigen und investiert wie bereits angekündigt weiter ins Print. Der Spiegel-Verlag startet am 23. September erstmals ein Lifestyle-Magazin. Der Name: S-Magazin. Es soll dem Nachrichtenmagazin in einer Druckauflage von 820.000 Exemplaren beigelegt werden und im nächsten Jahr viermal erscheinen.Das S-Magazin hat ein Tabloidformat. Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer: „Das S-Magazin wird die schönen Seiten des Lebens suchen. Es wird den am Wochenende erscheinenden Spiegel bereichern.“

Im Spiegel-Haus ist die Idee für das Supplement nicht ganz neu. Der Wirtschaftstitel Manager Magazin, der ebenfalls im Printhaus erscheint, hat die Luxus-Beilage Splendid. Mit dem neuen Supplement S-Magazin zielt das Unternehmen vor allem auf die Anzeigenvermarktung von Luxusartikelherstellern. Wie der Spiegel mitteilt, widmet sich das neue Stilmagazin journalistisch anspruchsvoll und visuell hochwertig den Themen Mode, Design und Genuss. In jeder Ausgabe werde ein gesellschaftlich relevantes Thema als Schwerpunkt aufgegriffen und stil- und humorvoll aus diversen Perspektiven behandelt, heißt es. Feste Rubriken und Kolumnen zu unterschiedlichsten Stilfragen sollen das journalistische Angebot abrunden. Entstanden sei das Supplement in Kooperation mit Bianca Lang-Bognár vom Redaktionsbüro brookmedia und Andreas Möller. Verantwortlich für die Gestaltung ist Johannes Erler.

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Alle Kommentare

  1. Da es über die Abos läuft, könnte man den nord-deutschen Abonnenten eine Version mit den nord-deutschen Rolex- und Jaguar-Händlern beilegen und für andere Regionen halt entsprechend.

    Den Firmen geht es wohl ganz gut. Also fliessen viele Gelder in die Werbung. Üblicherweise werden dann auch (oft nur kurz-lebige) Print-Titel etabliert. Da aber die Aufmerksamkeits-Minuten weg wandern und die TV-Sender und großen TV-Sendungen und Zeitungen/Zeitschriften in vielen Statistikn kleinere Absolut-Leser/Zuschauer-Zahlen haben, spart man sich das wohl. Man bezahlt ja wohl für 3.700.000 Zuschauer vielleicht 10% weniger als für 4 Millionen.

    Für reiche Stadt-Teile in USA gibt es wohl auch (wohl werbe-freie) Luxus-Zeitschriften welche kostenlos im Briefkasten (der Millionäre) liegen und gezielt für diesen Stadt-Teil bzw. die dortigen Reichen produziert werden.

    Im Prinzip kann man also Content-Marketing von Luxus-Marken oder passenden Marken für frische Ehepaare oder für frische Eltern für die jeweiligen Zielgruppen auf Papier oder virtuell (für am 65″-TV) als Zeitschrift zusammenstellen und als Beilage oder Katalog einer Hochzeits-Messe oder Beilage im Kirchenblatt oder auf den gängigen Handwerker-Messen verteilen.
    Die Kunden-Zeitschriften von Banken, Supermärkten, Krankenkassen, Strom-Anbietern usw. beschreiben eher nur deren Angebote bzw. Projekte.

    Am Dienstag sind Tageszeitungen doch vermutlich oft dünner. Da bieten sich (neben der Samstags-Ausgabe) thematische Beilagen mit entsprechender Werbung ja auch an. Ich glaube Alte Leute und Renovieren/Umbauen sind oft zwei von 4 monatlichen Beilagen.

  2. schrottpresse: Ach Du Armer. Ich hätte nicht gedacht, dass man an einer Zeitschrift, die noch gar nicht erschienen ist, derart leiden und sich abarbeiten kann. Wenn man seine Lebenszeit auf diese Weise verplempert, bleibt natürlich kaum mehr Zeit, um sich selbst ein Plätzchen „an der Sonnenseite des Lebens“ zu schaffen. Mein Beileid.

    1. Naja, lieber Herr Volz, manchmal kann man sich auch im Schatten ganz wohlfühlen. Und ich gönne Ihnen doch den Lesegenuss der S-Klasse aus dem weltverbessernden Spiegel-Wolkenkuckucksheim. Bestimmt erhalten Sie dort gute Tipps, bei welchem angesagten Coiffeur Sie sich das Hippster-Bärtchen stutzen lassen können. Oder Claudia Roth gibt Börek-Backtipps für die alternde grünwählende Oberstudienrätin. Das alles hat schon Charme – irgendwie. Mal sehen, ob es ein Erfolg wird.

      1. Lieber Herr Schrottfresse,

        leiden Sie eigentlich an beiden Armen an Sehnenscheidenentzündungen? Sonst gibt es doch für Sie im Internet viele schöne bunte Seiten, mithilfe derer man einen solch quälenden Triebstau wie den Ihren ohne Behelligung der Mitmenschen abarbeiten kann.

        Gute Besserung!

  3. Zitat: „Wie der Spiegel mitteilt, widmet sich das neue Stilmagazin journalistisch anspruchsvoll und visuell hochwertig den Themen Mode, Design und Genuss.“
    Das ist genau das richtige für die verbliebenen gutverdienenden Hippster, die sich nicht nur durch das richtige links-grüne Wahlverhalten und die Herabwürdigung von Mitmenschen auszeichnen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen und sich Gedanken um ihre Zukunft machen, sondern auch dem politisch-korrekten Konsum fröhnen wollen. Da kommt die Yuppie-Beilage des Salonsozialisten-Blattes gerade recht.

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