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„Dreiste Irreführung“: Foodwatch legt sich mit Amazons Spendenplattform Smile an

Foodwatch-Deutschland-Chef Martin Rücker warnt vor Amazon Smile
Foodwatch-Deutschland-Chef Martin Rücker warnt vor Amazon Smile

Der E-Commerce-Riese Amazon bietet seit einiger Zeit hierzulande an, Einkäufe über die Plattform Amazon Smile abzuwickeln. Dabei verspricht das Unternehmen, 0,5 Prozent der Einkaufssumme an eine vom Kunden gewählte gemeinnützige Organisation zu spenden. Die Organisation Foodwatch, die sich für gesunde und nachhaltige Ernährung einsetzt, wurde nun unfreiwillig dem Programm hinzugefügt. Die Foodwatch-Macher schlagen Alarm und warnen von Amazon Smile.

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In einem offenen Brief an Amazon Deutschland-Chef Ralf Kleber teilt Foodwatch mit, dass „keinerlei Interesse an einer Zusammenarbeit“ mit Amazon Smile besteht. Foodwatch wurde darauf aufmerksam, weil Amazon mit einem Brief darüber informierte, dass über das Smile-Programm 83,15 Euro an Spenden für Foodwatch aufgelaufen seien. Um quartalsweise Auszahlungen aus dem Smile-Programm zu erhalten, forderte Amazon Foodwatch auf, sich für das Programm anzumelden.

Foodwatch begründet die Ablehnung von Amazon Smile: „Die Spendenbeiträge kommen nicht von Ihren Kunden, sondern von Amazon – damit von einem Unternehmen, das auch mit Lebensmitteln handelt und diesen Bereich derzeit in Deutschland massiv ausbaut. Es ist it unseren Grundsätzen als unabhängige Verbraucherorganisation daher nicht vereinbar, Geld von Amazon anzunehmen“, heißt es in dem Schreiben von Foodwatch an Amazon.

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Kritisiert wird außerdem, dass es möglich war, Foodwatch als Organisation über Amazon Smile zu unterstützen, obwohl es gar keinen Kontakt zwischen Foodwatch und Amazon gegeben hat. „Wie viele Menschen uns über Amazon ausgewählt und dann im guten Glauben ihre Bestellung aufgegeben haben, das wissen wir nicht. Wir wissen nur: Diesen Menschen wurde ganz oben auf der Einkaufsseite der Hinweis angezeigt: ‚Unterstützt wird: foodwatch e.V.‘. Eine dreiste Irreführung, weil es einfach falsch ist! Bei foodwatch ist zu keinem Zeitpunkt Geld angekommen und wird es auch in Zukunft nicht“, schreibt Foodwatch-Deutschland-Geschäftsführer Martin Rücker in einem Newsletter zum Thema.

Die 83,15 Euro entsprechen bei Amazon einem Umsatz von 16.630 Euro. Foodwatch fordert Amazon nun auf, diesen Gesamtbetrag einer gemeinnützigen Organisation zu spenden, aber nicht Foodwatch. Denn die wollen ja kein Geld von Amazon. Außerdem fordert Foodwatch Amazon auf, tranparent  zu machen, wieviel Umsatz bereits unter dem Eindruck erzielt wurde, es werde eine Organisation unterstützt und wie viele Spenden dem gegenüberstehen. Die Aktivisten haben dem E-Commerce-Unternehmen für eine Stellungnahme eine Frist bis zum 22. Juni gesetzt.

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