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Constantin Medien vor Übernahme: Großaktionär Bernhard Burgener bereitet Kaufangebot vor

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Der Machtkampf um die Münchener Constantin Medien AG geht möglicherweise in die Endrunde. Bernhard Burgener, Verwaltungsratschef der schweizerischen Constantin Medien-Tochter Highlight Communications, hat sich frisches Kapital besorgt, um den bayrischen Kino- und Sportkonzern zu übernehmen. Zuvor hatte die Highlight Communications Dieter Hahn, Aufsichtsratschef und ebenfalls Großaktionär von Constantin Medien, wegen Insiderhandels bei der Münchener Staatsanwaltschaft angezeigt. Hahn will selber das Münchener Unternehmen komplett schlucken.

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Das Tauziehen um die Macht bei der Constantin Medien AG geht weiter. Bernhard Burgener, Verwaltungsratschef der schweizerischen Constantin Medien-Tochter Highlight Communications, hat sich über eine Kapitalerhöhung frisches Geld besorgt, um den Mutterkonzern zu übernehmen. Dazu hat die schweizerische Gesellschaft frische Aktien ausgegeben, die fast 82 Millionen Euro in die Kasse der Firma spülen. Übernommen werden die ausgegebene Papiere von der Highlight Event and Entertainment AG (HHLE), die damit 25 Prozent an der Highlight Communicatins hält. „Die Transaktion dient der Vorbereitung eines möglichen Übernahmeangebots an die Aktionäre der Constantin Medien AG“, teilt die HHLE mit. Damit wolle Burgener die „festgefahrene Situation“ um die Übernahme des Sport- und Filmkonzerns auflösen, heißt es. Die HHLE ist Tochter der Highlight Communications.

Ob der Plan klappt, bleibt abzuwarten. Denn Burgeners Kontrahent ist Dieter Hahn. Der ist nicht untätig und will als Aufsichtsratschef und Großaktionär selber die Constantin Medien AG schlucken. Dazu hat die ehemals rechte Hand des Medienmoguls Leo Kirch erst vor Kurzem eine „strukturierte Auktion“ vorgeschlagen, bei der die beiden Widersacher bei einem Notar am 30.Juni ein Kaufangebot für alle Aktien der Constantin Medien zu mindestens 2,62 Euro abgeben sollen, inklusive Finanzierungsbestätigung. An diesem Tag sollen dann die Aktien im Rahmen einer Auktion unter den Hammer kommen, wobei der Meistbietende den anderen auskauft. Unterscheiden sich die gebotenen Preise pro Aktie um weniger als zehn Prozent, sollen die Parteien vier Stunden Zeit bekommen, um ihr Angebot nachzubessern. Kommt es zu einem Verkauf, wäre der Konzern grob geschätzt 200 Millionen Euro wert.

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Jetzt droht Hahn allerdings Ärger von der Staatsanwaltschaft München. Die Fahnder ermitteln gegen ihn wegen des Verdachts des Insiderhandels. Dies berichtet die „Bild am Sonntag“. Auslöser hierfür ist eine Strafanzeige der Highlight Communications. Hahn wird dem Bams-Bericht zufolge vorgeworfen, als Verwaltungschef der Baseler Constantin Medien-Tochter Insiderwissen über den Champions-League-Vertrag des Unternehmens frühzeitig erhalten und auch genutzt zu haben, um noch vor der Bekanntgabe des Deals per Ad-Hoc-Mitteilung rund 2,25 Millionen Aktien von Constantin zu erwerben. „Herr Hahn ist seinen Meldepflichten jederzeit korrekt nachgekommen. Ihm ist keinerlei Fehlverhalten vorzuwerfen“, erklärt Hahns Sprecher Norbert Essing gegenüber der Bams. „Wir sehen diese vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung um Constantin wahrscheinlich gezielt konstruierten Vorwürfe sehr gelassen.“

Zwischen Hahn und Burgener tobt seit Monaten ein Streit über die strategische Ausrichtung der Constantin Medien AG. Hahn will gemeinsam mit Vorstandschef Fred Kogel die Kinotochter Constantin Film (Fack Yu Göthe) verkaufen und sich auf den Sportsektor konzentrieren. Burgener, der wie Hahn rund 30 Prozent an Constantin hält, verfolgt eine andere Strategie. Er will den Konzern als Ganzes erhalten und weiter ausbauen.

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