Bilanz: Mare-Verleger Nikolaus Gelpke schippert ins Kreuzfahrtgeschäft

In der Bilanz verr
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Der Hamburger Verleger des Magazins Mare, Nikolaus Gelpke, steigt ins Kreuzfahrgeschäft ein. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin Bilanz in seiner neuesten Ausgabe. Damit baut der Medienunternehmer sein kleines Printreich um eine weitere Erlösquelle aus. Auch Medienproduktionen für andere Unternehmen wie beispielsweise den Reiseveranstalter TUI will der studierte Meeresbiologe weiter forcieren.

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Die Idee für Mare kam dem gebürtigen Schweizer 1994 bei der Lektüre des Hamburger Nachrichtenmagazins Spiegels. „Der Spiegel ist frech, selbstbewusst, teilt die Welt so auf, wie er denkt, dass die Welt ist, und der Spiegel schreibt über alles. Und ich dachte. Eigentlich kann ich den ganzen Spiegel füllen, nur mit Meerestieren“, verriet der Meeresbiologe vor einigen Jahren dem Hamburger Abendblatt. Um die 1997 gestartete Zweimonatszeitschrift hat Gelpke inzwischen ein kleines Medienreich aufgebaut. 2001 setzt er mit dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) „Mare TV“ auf, kurz danach gründet er einen Buchverlag – hier erscheinen beispielsweise Fotobände von allen Küsten der Welt.

Jetzt will der ehrgeizige Medienmacher höher hinaus. Der Geschäftsmann plant, in das Kreuzfahrgeschäft einzusteigen. Zusammen mit den Polar-Welten würde der Unternehmer Reisen auf dem Forschungsschiff „MS Cape Race“ anbieten, berichtet das zu Axel Springer gehörende Wirtschaftsmagazin Bilanz in seiner neuesten Ausgabe. Der Preis für eine vierzehntägige Reise betrage 8.290 Euro. Mare bewerbe die Reise und stelle im Gegenzug den stellvertretenden Chefredakteur Karl Spurzem als Vortragsreisenden ab. An jeder Kreuzfahrt würde der Verlag geschätzte 30.000 Euro verdienen, heißt es.

Auch im Geschäft mit Medienproduktionen für andere Unternehmen wolle Gelpke stärker Fuß fassen. Derzeit arbeitet die Belegschaft an einem Buch über den Bau eines Kreuzfahrtschiffs und entwickelt für die Stadt Hamburg einen Hamburg-Führer. Wichtigste Erlösquelle ist weiterhin das Magazin. Davon verkaufe das Unternehmen, deren Redaktion in der Hamburger Speicherstadt sitzt, „gut und gerne 27.000 Exemplare a 9,50 Euro, etwas mehr als die Hälfte geht an die treuen Abonnenten“, schreibt Bilanz. Gelpke hat mit seinem Unternehmen im vergangenen Jahr rund 3,5 Millionen Euro umgesetzt, die Gesellschaft schreibe schwarze Zahlen. Für das laufende Jahr erwartet der Geschäftsmann „ein noch besseres Ergebnis“, so Bilanz.

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