TV-Konsum im Umbruch: Streaming-Anbieter kratzen (vor allem bei jungen Nutzern) an Beliebtheit des linearen Fernsehens

Netflix, Amazon & Co.: Wie gefährlich werden Streaming-Dienste dem linearen Fernsehen?
Netflix, Amazon & Co.: Wie gefährlich werden Streaming-Dienste dem linearen Fernsehen?

Streaming-Dienste kratzen immer mehr an der Beliebtheit des klassischen Fernsehens. Das belegen nun auch zwei neue aktuelle Studien: Die Nutzung von VoD-Anbietern wie Netflix, Amazon oder Maxdome stieg im Vergleich zum Vorjahr von 22 auf 30 Prozent – besonders die junge Zielgruppe bis 24 Jahren nutzt vermehrt Streaming-Dienste. Doch das lineare TV-Programm lässt sich auch weiterhin nicht vom Spitzenplatz vertreiben.

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Die Nutzung des traditionellen linearen Fernsehens ist einer aktuellen Studie zufolge im Vergleich zum vergangenen Jahr zugunsten anderer Formate leicht zurück gegangen. Während 2016 insgesamt 71 Prozent der Befragten angaben, mindestens einmal in der Woche Fernsehen über Kabel, Satellit oder Antenne zu schauen, waren es in diesem Mai noch 65 Prozent. Die Nutzung von Streaming-Diensten wie Netflix, Amazon oder Maxdome stieg dagegen von 22 auf 30 Prozent an, ergab die Studie des Bundesverbands Digitale Wirtschaft BVDW.

Dass das lineare Fernsehen sich in der Mediennutzung weiter mit Abstand auf Platz eins hält, liege vor allem an dem sehr hochwertigen Programm, das kostenfrei im Free-TV angeboten werden, sagte BVDW-Vizepräsident Marco Zingler. Streaming-Angebote hätten dagegen den Vorteil, dass sie geräteübergreifend genutzt werden könnten.

Auch die Beratungsgesellschaft Deloitte kommt in einer Studie zu ähnlichen Ergebnissen. Demnach greift vor allem gut ein Drittel der jungen Zielgruppe bis 24 Jahren vermehrt auf Abrufinhalte zurück. Unter den 25 bis 34-Jährigen sind es noch 20 Prozent, bei älteren Menschen fällt die Nutzung jedoch deutlich ab.

„TV und Video werden in deutschen Haushalten immer vielfältiger konsumiert“, sagte Klaus Böhm von Deloitte. „In den letzten beiden Jahren haben sich Verbreitung und Akzeptanz neuer Angebote signifikant beschleunigt.“ Die Entwicklung sei eher „moderat-beständig als disruptiv“, hieß es. Das lineare Fernsehen werde seine Position einstweilen zwar behaupten können. Der Trend zu nicht-linearen Angeboten scheine jedoch „gefestigt und unumkehrbar“. Über die Hälfte der Verbraucher würden heute bereits Video-on-Demand-Angebote nutzen. Diese Form der Mediennutzung sei damit zu einem „Massenmarktphänomen“ geworden, hieß es.

Laut der Studie des BVDW sind in der Altersgruppe der 16 bis 24-Jährigen Inhalte etwa auf Youtube, MyVideo oder Clipfish mit 74 Prozent an populärsten, gefolgt von Videos auf sozialen Medien wie Facebook. Nur 56 Prozent dieser Altersgruppe schaut Fernsehen über Kabel, Satellit oder Antenne. Dieser Übertragungsweg sind in der Altersgruppe der 45 bis 54-Jährigen mit 73 Prozent der Befragten am beliebtesten.

In den westlichen Bundesländern werden laut BVDW Mediatheken, Portale wie Youtube oder Streamingdienste etwas häufiger genutzt als im Osten. Männer liegen gegenüber Frauen in der Nutzung leicht vorn. Nur Videos auf Facebook oder Instagram schauen Frauen häufiger als Männer. Beim traditionellen Fernsehen liegen die Geschlechter mit jeweils 65 Prozent gleich auf.

82 Prozent der Befragten aus dem Westen konsumieren Filme und Serien online am liebsten zu Hause, in den östlichen Bundesländern sind des 77 Prozent. Während 44 Prozent der Männer Serien oder Filme online am liebsten allein schauen, sind es unter den Frauen nur 40 Prozent. 37 Prozent der Frauen schauen lieber gemeinsam mit dem Partner, bei den Männern sind das nur 32 Prozent.

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