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Harvard-Studie: Keiner berichtete negativer über Donald Trump als die ARD

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Forscher der Universität Harvard haben die Medienberichterstattung über die ersten 100 Tage der Präsidentschaft von Donald Trump untersucht. Dabei kommen sie zu dem Ergebnis, dass die Presse über keiner seiner Vorgänger so schlecht sprach, wie über die ersten Monate des US-Präsidenten. Am kritischsten ging dabei die ARD ("Tagesschau") mit dem 70-Jährigen um: 98 Prozent aller Berichte der Deutschen sollen negative Inhalte transportiert haben.

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Allerdings sprachen auch US-Medien über ihren Präsidenten nicht gerade gut. So kommt CNN auf einen Wert von 93 Prozent negativer Berichterstattung, die New York Times auf 87 Prozent und selbst Fox News soll zu 52 Prozent mit dem Handeln von Donald Trump nicht zufrieden gewesen sein.

Im Schnitt liegt die negative Darstellung der politischen Arbeit des Immobilien-Milliardärs bei rund 80 Prozent. Im Vergleich dazu kamen seine Vorgänger richtig gut weg. So lag die Quote der positiven Berichte bei Barak Obama bei rund 59 Prozent, bei Georg W. Bush bei rund 43 Prozent und bei Bill Clinton bei rund 40 Prozent.

Durchgeführt wurde die Studie von der Harvard Kennedy School’s Shorenstein Center on Media, Politics und Public Policy. Dazu untersuchten die Amerikaner die Berichterstattung der New York Times, des Wall Street Journal und der Washington Post sowie von den TV-Sendern CBS, CNN, Fox News und NBC. Zum Vergleich zogen die Wissenschaftler auch die europäischen Quellen BBC, Financial Times und ARD (Hauptausgabe der „Tagesschau“) zu Rate.

Interessant ist ein Blick auf die Themen-Schwerpunkte, auf die sich die Medien konzentrierten. So beschäftigten sich die Europäer weit ausführlicher mit der Frage, ob der US-Präsident überhaupt zu einer geordneten Amtsführung fähig sei, als die US-Kollegen. Bei ihnen nahmen die entsprechenden Artikel und Beiträge nur drei Prozent der gesamten Trump- Berichterstattung ein.
Ganz anders die ARD. Laut der Harvard-Studie war dies in den Nachrichten im Januar das Top-Thema. Rund 20 Prozent aller Berichte drehten sich um die Regierungsfähigkeit von Trump. Im Februar lag der Wert immer noch bei 18 Prozent. Im März und April nahmen die Berichte dann jedoch ab.

Die einzige politische Handlung, bei denen die positive Tonalität überwog, war der Entschluss von Trump, einen syrischen Militär-Flughafen in der Nähe von Damaskus mit Raketen zu beschießen. Eine mögliche Lehre für Trump daraus könnte darin liegen, den PR-Erfolg mit ähnlichen Aktionen wiederholen zu wollen.

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An der Methodik der Studie gibt es jedoch einige Punkte, die – zumindest – diskussionswürdig sind. So haben die Autoren in ihrer Bewertung alle Medienbeiträge ausgeblendet, die man von der Tonalität her als „neutral“ bezeichnen müsste. Zudem konzentrieren sich die Wissenschaftler offenbar auf die „Tagesschau“. In ihrer Studie sprechen sie jedoch von der „ARD“.

Gegenüber MEEDIA weißt die ARD des weiteren darauf hin, der Maßstab für „negativ” oder „positiv” nicht neutral-sachlich, sondern die Perspektive der Person sei, über die berichtet wird – also die Sicht von Präsident Trump. „Wenn die ‚Tagesschau‘ sachlich darüber berichtet hat, dass Präsident Trump durch Dritte (z.B. andere Politiker/innen) kritisiert wurde, zählt das in dieser Studie als negative Berichterstattung durch die ‚Tagesschau‘. Ebenfalls als negativ wurde gewertet, wenn die ‚Tagesschau‘ über ein Ereignis berichtet hat, bei dem sich Präsident Trump nicht durchsetzen konnte – z.B. das Einreiseverbot für Muslime oder die von seiner eigenen Partei zurückgezogene Gesundheitsreform“, so ein ARD-Sprecher.

Trotz des überwiegend negativen Grundtons der ersten 100 Tage, scheint Trump wie niemand jemals zuvor die Medien zu faszinieren. Denn so stark wie der 70-Jährige dominierte noch nie ein US-Präsident die News-Blöcke. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich in den ersten 100 Tagen 41 Prozent aller Nachrichten-Stücke um Donald Trump drehten. Das sei ein dreimal höherer Wert, als bei seinen Vorgängern.


Hinweis: 
In den Text wurde nachträglich ein Absatz über die Methodik der Studie eingefügt, sowie eine Stellungnahme der ARD.

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