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Von Madsack zum Spiegel: Ulrike Simon wird Medienkolumnistin bei Spiegel Daily

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Vor gut einer Woche gab Ulrike Simon das Ende ihrer Medienkolumne für das Redaktionsnetzwerk Deutschland bekannt. Jetzt ist klar, wo es sie hinzieht. Für Spiegel Daily wird sie einmal pro Woche über die neuesten Entwicklungen aus der Verlagswelt berichten – angereichert mit Branchen-Knatsch, wenn das Konzept der Kolumne dem des Madsack-Weeklys ähnelt. Ihre Tätigkeit für Horizont setzt Simon fort.

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Für den Frankfurter Branchendienst Horizont, für den Simon seit 2015 schreibt, wird die 48-Jährige laut Verlagsmitteilung nämlich auch weiter neben Ihrer Tätigkeit für Spiegel Daily arbeiten. Die Medienjournalistin war zuvor bereits für die Welt-Gruppe, den Tagesspiegel und die Berliner Zeitung im Einsatz. Bereits am Ende der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass Harald Schmidt ebenfalls eine Kolumne bei Spiegel Daily erhalten soll.

Der Start des neuen Angebotes erfolgt am morgigen Dienstag. Das Konzept verspricht, die Leser täglich um 17 Uhr mit den wichtigsten News des Tages zu versorgen, angereichert mit Kommentaren und Analysen. Zudem wollen sich die Hamburger auch die großen Debatten in den sozialen Netzwerken kümmern. Abgerundet wird Daily mit Tipps für die Zeit nach Büroschluss („Mein Abend“) sowie durch exklusive Geschichten aus dem Spiegel, Highlights von Spiegel Online und Videos von Spiegel TV.

„Frau Simon ist in der Medienwelt bestens vernetzt und so gut informiert wie wenige andere Journalisten, wir freuen uns auf ihre Texte“, so Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer. Ob sich alle beim Spiegel mit ihrem Chefredakteur freuen, wäre eine interessante Frage. So hatte die Journalistin im Vorwege der Demission von Florian Harms den Spiegel Online-Chefredakteur nach Einschätzung nicht weniger Beobachter den Spiegel Online-Redakteur mit ihrer Berichterstattung vor sich hergetrieben und dabei eine Lesart vermittelt, die vor allem die Sichtweise des Managements spiegelte, bei dem Harms in Ungnade gefallen war. SpOn-Mitarbeiter versuchten seiner Zeit, die Entmachtung von Harms mit einer Unterschriftenliste zu verhindern – vergeblich. Simon hatte über die Unterstützungsaktion geschrieben: „Darin heißt es: ‚Mit großer Sorge nehmen wir im Berliner Büro von Spiegel Online die Diskussion um den Chefredakteur Florian Harms zur Kenntnis“. Die Vorwürfe seien absurd, er sei kollegial und kompetent, eine allgemeine Unzufriedenheit sei nicht wahrzunehmen, vielmehr sei eine erneute Phase der Verunsicherung der Redaktion zu befürchten und eine Schwächung von Spiegel Online.“ Eingeordnet wurde der Solidarakt von Simon wie folgt: „Das alles klingt wahrlich absurd, erinnert an ein Tollhaus und zeigt vor allem eines: Führung ist gefragt, und zwar dringend.“

Einen wenig schmeichelhaften Bericht über das Berliner Spiegel-Büro, dem nicht wenige Branchenkenner eine wachsende Entfremdung von der Hamburger Zentrale (und umgekehrt) nachsagen, lieferte die Medienjournalistin zuletzt Ende Januar dieses Jahres, als sie das Leitungstrio des Hauptstadtbüros als „Die drei ???“ bezeichnete, was mit den mangelhaften Kontakten der Führung um René Pfister in die Politik begründet wurde. Hintergrund war die Einweihungsfeier des neuen Berliner Spiegel-Büros, die durch den stern-Scoop mit der Exklusivmeldung des Rücktritts von Sigmar Gabriel als SPD-Chef überschattet worden war. Simon kommentierte damals in ihrer Madsack-Kolumne: „Noch am Dienstagfrüh hatte Spiegel-Vize Dirk Kurbjuweit in dem gern als Morgenlatte verspotteten Newsletter ‚Morgenlage‘ geschrieben, ‚ein paar kompetente Spekulationen‘ deuteten darauf hin, dass die SPD noch am selben Tag einen Kanzlerkandidaten präsentieren könnte, ‚womöglich sogar den Vorsitzenden Sigmar Gabriel‘.“ Nun erscheint die Kolumne künftig bei Spiegel Daily und wird solche Einsichten wohl aussparen.

 

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