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Neuer Ärger bei DVV Media Group: Finanzchefin verlässt Hamburger Fachverlagsgruppe

Die DVV Media Group hat derzeit mit allerlei Unwuchten zu kämpfen
Die DVV Media Group hat derzeit mit allerlei Unwuchten zu kämpfen

Weiter Unruhe bei der zur Rheinischen Post gehörenden DVV Media Group: Erst scheitern die Verhandlungen zwischen der Geschäftsführung und dem Betriebsrat über einen Sozialplan, jetzt soll die kaufmännische Leiterin, Kerstin Hainke, die Fachverlagsgruppe verlassen – angeblich wegen unterschiedlicher Auffassung über die mittel- bis langfristige Ausrichtung des Unternehmens.

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Wie MEEDIA aus gewerkschaftsnahen und unternehmensinternen Kreisen erfuhr, verlässt die Finanzchefin das norddeutsche Verlagshaus Mitte des Jahres. Die Trennung erfolge einvernehmlich, heißt es. Hainke war im Juni 2007 zu dem Printhaus gekommen. Sie hatte zuvor bei AOL Europe in London gearbeitet, wo sie zuletzt als Financial Director tätig war.

Der Personalie kommt für DVV Media Group-Geschäftsführer Martin Weber zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Denn das Unternehmen plant, sich massiv von Mitarbeitern zu trennen. Im Gespräch sind bis zu 30 Arbeitnehmer. Der Stellenabbau soll alle Unternehmensbereiche treffen, heißt es aus gewerkschaftsnahen Kreisen. Noch vor Kurzem verhandelte der Betriebsrat mit der Geschäftsführung über einen Sozialplan. Doch die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern seien gescheitert, sodass jetzt die Einigungsstelle angerufen wurde. DVV Media Group-Geschäftsführer Martin Weber will sich auf Anfrage von MEEDIA nicht zur Personalie äußern. Auch Hainke lehnte auf telefonische Anfrage eine Stellungnahme ab.

Die Rheinische Post Mediengruppe erwarb Mitte 2013 die Mehrheit an der DVV Media Group. Dazu hatte das nordrhein-westfälische Unternehmen Anteile von Hel­mut Scha­chen­mayer übernommen, der sich nach Jahr­zehn­ten als Geschäfts­füh­rer und Gesell­schaf­ter aus dem Gesell­schaf­ter­kreis der DVV Media Group in das Pri­vat­le­ben zurück­zog. Zudem hatte die Düsseldorfer Printgruppe die Beteiligung des damaligen geschäfts­füh­ren­den Gesell­schaf­ters Die­ter Flech­sen­ber­ger geschluckt, der sich ebenfalls aus der Geschäftsführung zurückzog.

Die DVV Media Group hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Gestartet ist das publizistische Flaggschiff des Printhauses, die Deutsche Verkehrszeitung, im Juli 1947 in einer Auflage von 10.000 Exemplaren. Durch Übernahmen und Gründungen kamen in den vergangenen Jahren diverse Publikationen hinzu, die unter anderem die Themenfelder Schifffahrt und Schiffbau („Maritime Trade Press“), Schienenverkehr und Bahntechnik („Eurailpress“) sowie Touristik und Tagungs-, Kongress- und Messewirtschaft abdecken. Inzwischen hat sich der Fachzeitschriften-Verlag zu einem globalen, cross-medialen Kommunikationsdienstleister gewandelt, der neben Zeitungen, Zeitschriften und Büchern vielfältige Online-Angebote herausgibt.

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