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„AfD-Sex-Skandal“-Bericht auch innerhalb von Correctiv umstritten – Ethikrat befasst sich mit dem Fall

Markus Grill, seit 2015 Chefredakteur, verlässt das Recherchebüro Correctiv zum 1. September.
Markus Grill, seit 2015 Chefredakteur, verlässt das Recherchebüro Correctiv zum 1. September.

Das Landgericht Düsseldorf hat dem Recherchebüro Correctiv untersagt, einen Artikel weiter zu verbreiten, in dem das Vorleben einer AfD-Politikern als Hobby-Prostituierte ausgebreitet wird. Wie Correctiv-Chefredakteur Markus Grill bei Facebook erklärt, will man gegen das Verbot Widerspruch einlegen. Grill kündigt außerdem eine interne Aufarbeitung an. Der Text sei auch innerhalb der Correctiv-Redaktion umstritten.

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In dem Artikel „EXKLUSIV: Spitzenfrau der AfD in Nordrhein-Westfalen arbeitete als Prostituierte“ lassen sich Correctiv-Gründer David Schraven und sein Co-Autor Georg Kontekakis (offenbar ein Pseudonym) detailliert darüber aus, dass eine AfD-Politikerin, die für die Partei auf dem zehnten Platz der Landesliste bei der kommenden NRW-Landtagswahl steht, im Internet als Hobby-Prostituierte unterwegs war. Nach Meinung der Correctiv-Autoren steht diese private Tätigkeit im Gegensatz zum von der AfD propagierten Frauenbild und würde die Politikerin „erpressbar“ machen, da sie diese Tätigkeit in ihrem offiziellen Lebenslauf verschwiegen habe. Zeitweise wurde die Sache von Correctiv zum „Sex-Skandal“ hochgejazzt, der Begriff wurde später dann zurückgenommen.

Der Veröffentlichung folgte ein Sturm der Entrüstung, auch bei zahlreichen Journalisten, da hier das Privatleben der Politikerin in sensationslüsterner Manier an die Öffentlichkeit gezerrt wurde. Über die Kanzlei Höcker erwirkte die Politikern eine Einstweilige Verfügung, die Correctiv die weitere Verbreitung des Textes untersagt, da er ihre Privatsphäre verletzt. Wie Correctiv-Chefredakteur Markus Grill auf Facebook erklärt, will das Recherchebüro gegen die Entscheidung des Gerichts Widerspruch einlegen.

Grill erklärt außerdem, dass sich der Ethikrat von Correctiv bereits mit dem Thema befasst. Grill: „Der Artikel hat auch innerhalb der Correctiv-Redaktion für große Diskussionen gesorgt. Mehrere Kolleginnen und Kollegen kritisierten die Veröffentlichung grundsätzlich, andere den Stil der Berichterstattung. Wir haben damit bereits in der vergangenen Woche auch den Ethikrat befasst und um ein Votum gebeten; und wir werden diese internen Debatten auch öffentlich machen, sobald sie abgeschlossen sind.“

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Alle Kommentare

  1. Als allererstes Mal muss diesen Schmutzfinken die „Gemeinnützigkeit“ aberkannt werden. Das ist mal das allererste und wichtigste.

  2. Wär’s irgend eine normale Tageszeitung, würde man’s ja erwarten. Aber das von der Facebook Wahrheitsbehörde!

  3. Hoffentlich legt jemand diesen miesen Kreaturen bald mal das Handwerk. Dass sich solche Figuren überhaupt noch „Journalist“ nennen dürfen. Da diese Berufsbezeichnung aber rechtlich nicht geschützt ist, darf sich leider jeder jeder noch so üble Hetzter als Journalist ausgeben. Grills Sumpf gehört trockengelegt.

  4. Diese Pfosten von Correctiv springen von einem Fettnapf zum nächsten.
    Sind die nur zu dumm zum sinnvollen Arbeiten oder ist deren populistische Hetze das erklärte Ziel?
    Da hat facebook bei seinen Zenurabsichten voll ins Klo gegriffen und den Bock zum Gärtner gemacht.

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