Mögliche Erhöhung ab 2021: SWR-Intendant Peter Boudgoust schließt steigenden Rundfunkbeitrag nicht aus

„Wir sind solidarfinanziert von einer Gemeinschaft, und wir können und wollen diese Gemeinschaft nicht überfordern“, so SWR-Intendant Peter Boudgoust
"Wir sind solidarfinanziert von einer Gemeinschaft, und wir können und wollen diese Gemeinschaft nicht überfordern", so SWR-Intendant Peter Boudgoust

Kommt es nach 2020 zu einer Erhöhung des Rundfunkbeitrags? Das schließt SWR-Intendant Peter Boudgoust nicht aus. Wenn es nie mehr eine Erhöhung gebe, "würde dieses System wirklich Schaden nehmen und am Ende untergehen", so Boudgoust. Zuvor hat bereits Heinz Fischer-Heidlberger, Chef der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs von ARD, ZDF und Deutschlandradio (KEF), über eine Steigerung spekuliert.

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SWR-Intendant Peter Boudgoust hält eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags nach 2020 in Höhe der Inflationsrate für denkbar. „Die Rundfunkanstalten arbeiten daran, dass wir noch mal die Wirtschaftlichkeit erhöhen, dass wir noch mal durch neue Projekte alles daran setzen, den Anstieg des Beitrags in verträglichen Grenzen zu halten“, sagte er am Donnerstag in Mainz. „Wir wissen, dass wir bis 2020 keine Erhöhung bekommen werden. Im Jahr 2021 geht es also darum, ob man nach insgesamt zwölf Jahren ohne Beitragserhöhung mit einer Beitragsreduzierung uns die Möglichkeit gibt, zumindest in der Größenordnung der allgemeinen Preissteigerungsrate wieder Anschluss an externe Kostenteuerungen zu finden.“

Ein Haushalt zahlt derzeit 17,50 Euro pro Monat. Der Chef der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs von ARD, ZDF und Deutschlandradio (KEF), Heinz Fischer-Heidlberger, rechnet mit einer Steigerung nach 2020. Er sagte dem MDR Anfang Mai, er gehe davon aus, „dass das auf jeden Fall über einem Euro Zusatzbeitrag liegen wird“. Boudgoust betonte, der Beitrag sei zuletzt 2009 erhöht worden. „Wir sind solidarfinanziert von einer Gemeinschaft, und wir können und wollen diese Gemeinschaft nicht überfordern“, sagte er. Wenn es nie mehr eine Erhöhung gebe, „würde dieses System wirklich Schaden nehmen und am Ende untergehen“. Deshalb gebe es Einsparungen in der ARD. „Das ZDF will ich da nicht ausnehmen.“

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Alle Kommentare

  1. Nein Herrn Boudgoust! Ohne Reformen, absolute Transparenz, Möglichkeiten der anonymen Beschwerde weil Oligopole den Markt bestimmen, Offenlegung der Budgets, Gagen und Verteilungs-Konzepte im Film- und Serienbereich und 50:50-Teilhabe der Frauen vor allem bei Regie, Titelrollen usw. keine Gebühren mehr. Ein Volksbegehren sollte diese Bedingungen einfordern. DANN können Gebühren weiter bezahlt werden, weil klar ist, dass das Bürger-Geld nicht von ein paar „Machthabern“ willkürlich und damit ungerecht an wenige verteilt wird. Die FFA-Studie ist erschreckend. Die absolute Quoten-Fixierung steht dem Rundfunkstaatsvertrag entgegen. Die Behauptung, nur bestimmte Darsteller brächten Quote ist Nonsens. ÖR Sender bekommen Gebühren für gesellschaftlich Relevanz bei Filmen/Serien, weil und dass für sie Quoten keine Rolle spielen!! Das ist der Zaubersatz, der in den Verträgen steht. UND: Er wird nicht erfüllt. Wenn Sie nichts anders machen als die privaten auch – alles nach Quote ausrichten – müssen die Bürger den ÖR Rundfunk in diesem Bereich nicht mehr finanzieren, denn er geriert sich als Konkurrent im Markt. Das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen stellt dies ausdrücklich fest ebenso, dass sich ein großes „Wischiwaschi“ bei Entscheidungen zum gebührenfinanzierten Rundfunk eingeschlichen hat, das die Politiker verschuldet haben. Längst ist der ÖR aus dem Ruder gelaufen. Die unkontrollierten Töchter, die aus dem Boden geschossen sind, bei denen Redakteure direkt sitzen usw. sind ein weiteres Ärgernis, das den inzwischen von Sendern und staatlichen Förderern vollkommen abhängigen „freien“ Produzenten die Luft zum Atmen nimmt. ÖR Sender, die den freien Markt mit Gebührengeldern vernichten? War das die Absicht der Politiker? Das wäre gefährlich, darf nicht sein, muss geändert werden. Wir sprechen hier nicht von dem Bereich Nachrichten/Information sondern vom Bereich Film und Serien!! Dieser sollte nie so ausufern, wie es seit langer Zeit der Fall ist. Dass ein Sender mit Dumping-Budgets (um möglichst viele Filme machen zu können, hä?) schlimme Zustände bei Dreharbeiten verschulden usw., anderen Zulieferern Honorare kürzen aber die Leistungen weiter einfordern und was da noch Schlimmes im Busch ist (nur anonyme Meldemöglichkeiten können hier Aufschluss geben) geht gar nicht. Untergeordnete Mitarbeiter sind oft die Handlanger bei der Durchsetzung. Über den Umgang mit den kreativen Berufen, insbesondere wenn Künstler monatelang für billiges Geld arbeiten und gleichzeitig zu Verkaufserfolgen ins Ausland beitragen (Dailys, Serien) sind alles Zeichen einer degenerierten, in und am liebsten mit sich selbst beschäftigten Struktur, die sich gegen die Bösen da draußen abschottet. Kein Wunder, dass immer mehr Leute das Gefühl haben, da stimmt etwas nicht (wie bei der Bundeswehr stellen sich alle erstaunt die Frage, wie es dazu kommen konnte) und diese Gebühren nicht mehr bezahlen wollen.

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