Snap-Bilanz: Die Snapchat-Mutter steigert ihre Umsätze im ersten Quartal um 286 Prozent, verliert aber 2,2 Milliarden Dollar

Snapchat-Logo.jpg
Die Bilanz des App-Anbieters mit dem Geister-Logo ist zum Gruseln

Alle Augen auf Snapchat: Der hoch gewettete Messenger-App-Anbieter legte erstmals seit dem Börsendebüt an der Wall Street im März sein Zahlenwerk vor. Das nicht mal sechs Jahre alte Internet-Unternehmen konnte dabei den Markterwartungen in keiner Form entsprechen: Der Umsatz- und Nutzerzuwachs fiel schwächer aus als erwartet, die Verluste waren größer als prognostiziert. Die Folge: Ein schwerer Kurssturz von mehr als 20 Prozent nach Handelsschluss. 

Anzeige

Die ruppige Bekanntschaft mit den Gesetzen der Kapitalmärkte geht für Snap in die nächste Runde. Nachdem der App-Anbieter im März bereits höchst volatil an der Wall Street debütiert war, folgte nach Handelsschluss nun ein dramatischer Kurssturz von mehr als 20 Prozent.

Der Auslöser war die erste Quartalsbilanz, mit der die Snapchat-Mutter nach jeder Lesart die hohen Erwartungen der Wall Street enttäuschte.

Verluste explodieren  im Zuge des Börsengangs auf 2,2 Milliarden Dollar

Statt eines Umsatzes in Höhe von 159 Millionen Dollar erlöste Snap in den ersten 90 Tagen des Jahres „nur“ 150 Millionen  Dollar, was allerdings immer noch einem explosiven Umsatzzuwachs von 282 Prozent entsprach.

Gleichfalls explodierten die Verluste. Das Minus vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen verdoppelt sich von 93 auf 188 Millionen Dollar. Inklusive der Ausgabe von Aktienoptionen im Rahmen des IPOs hat Snap unter dem Strich sogar den happigen Nettoverlust von 2,2 Milliarden Dollar eingefahren. Der Verlust je Aktie betrug damit 2,31 Dollar je Anteilsschein statt der erwarteten 0,16 Dollar.

Nur 6 Millionen neue Nutzer, nur 8 Millionen Dollar Umsatz mit Spectacles

Auch der Nutzerzuwachs fiel geringer aus als erwartet: In den ersten drei Monaten des Jahres konnte Snapchat lediglich 6 Millionen neue täglich aktive Nutzer hinzugewinnen; die Wall Street hatte mit acht Millionen gerechnet.

Auch der neue Hoffnungsträger, die Ende vergangenen Jahres gelaunchte Videobrille Spectacles, enttäuschte schwer: Ganze 8 Millionen Dollar trug Snaps hochgehyptes erste Hardware-Produkt zur Konzernbilanz bei. Das entspricht gerade mal rund 60.000 verkauften Einheiten.

Anteilsscheine stürzten nach einem Minus von 23 Prozent im nachbörslichen Handel auf neue Allzeittiefs bei nur noch 17,60 Dollar. Damit ist die Aktie nur noch wenige Cent vom Ausgabekurs Anfang März entfernt.

Trotzdem ist Snap mit einer Marktkapitalisierung von 21,5 Milliarden Dollar immer noch deutlich wertvoller als Twitter, das es aktuell auf einen Börsenwert von 13,5 Milliarden Dollar bringt.

Anzeige
Anzeige
Anzeige