„Möglichkeit des Scheiterns wird mitfinanziert“: SZ-Magazin lobt neues Recherche-Stipendium aus

Micheal Ebert, Chefredakteur des SZ-Magazins
Micheal Ebert, Chefredakteur des SZ-Magazins

Keine langen Teilnahmebedingungen, sondern nur eine einfache Bitte der Chefredaktion des SZ Magazins: „Bei guten Themenideen einfach teilnehmen“. Auf der ständigen Jagd nach Qualitätsperlen loben Michael Ebert und Timm Klotzek ein Recherche-Stipendium von drei Mal 5.000 Euro für ihr Magazin aus.

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Das Geld ist dabei nur als Aufwandsentschädigung und Honorar für einen möglichen Abdruck gedacht und nicht als „All-Inklusiv-Pauschale“, wie Ebert gegenüber MEEDIA erklärt. „Reisekosten und Spesen übernehmen wir auch.“ Das ist den Machern deshalb so wichtig, weil sie etwas anbieten wollten, was sich sowohl für „die freien Journalisten als auch für uns lohnt“.

So beobachtet der Blattmacher immer wieder, „dass sich Freie mit Themenvorschlägen zurückhalten, weil sie sich nicht sicher sind, ob sich die eigenen Ideen überhaupt realisieren lassen“. Dabei gebe es auch eine ökonomische Selbstbeschränkung. Denn viele denken: „Wenn ich das Thema vorschlage, recherchiere und umsetze, bleibe womöglich ich auf den Reisekosten sitzen und der ganze Aufwand lohnt sich wirtschaftlich nicht.“

Deshalb nun das SZ Magazin-Stipendium, bei dem sich die Teilnehmer völlig frei fühlen sollen: „Wir machen weder thematisch noch bei der Länge der Recherche oder der Geschichte Vorgaben“. Ebert hätte auch kein Problem damit, wenn die Story „60.000 Zeichen umfasst und das halbe Heft füllt“.

Für die Münchner soll sich die Aktion lohnen, weil sie längst festgestellt haben, dass „die großen außergewöhnlichen Geschichten nicht nur für publizistische Anerkennung, sondern auch für gute Verkäufe“ sorgen, „Print, wie online.“

Das Stipendium wendet sich an freie Reporter, Datenjournalisten und Fotografen. Einsendeschluss für Vorschläge ist der 30. Juni 2017. Das SZ-Magazin zahlt dabei erst einmal für die Idee, nicht für einen fertigen Text. Für Ebert bedeutet das: „Die Möglichkeit des Scheiterns wird mitfinanziert.“

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Alle Kommentare

  1. Wahnsinn ist das. Diese Medien berichten permanent von unglaublichen Zuständen, Skandalen usw. Und nach einem kleinen Aufreger-Bericht wars das dann. Bei ALLEN. Sie begreifen nicht, dass fast alles schon bei ihnen im Archiv zu finden wäre. Wo bleibt das Nachfassen, das Dranbleiben an unerledigten Zuständen. Wo bleibt das ständige Nachfragen bei der Politik, die Jahrzehnte braucht, um sich überhaupt mal zu vernetzen (Länder..). Daraus entsteht Terror und Leute sterben. Aber… nach dem Trauer-Gedöns der Medien kam die nächste Sau im Dorf. Niemand stellt harte Fragen an die Zuständigen, wie sie diese Lücken erledigen, wann sie vernetzt sind, was mit den Krankenhauskeimen, die hunderttausend töten geschieht.. Bis zum nächsten Skandal, dann plärren sie wieder mit. So geschehen bei der Bundeswehr.. vieles vom Wehrbeauftragten geschildert. niemanden hat es interessiert von den Medien. Und jetzt „´drauf auf die von der Leyer mit Gebrüll“… und Fragen über Fragen in Morgen- und Abendmagazinen an Politiker. Was für eine Farce das geworden ist. Die FAZ hat jahrelang mit einem „Experten für Zustände im öffentlich-rechtlichen Sendern“ geschrieben. Wer da was sucht, findet hunderte von Beiträgen. Bei keinem wurde nachgefasst, ob sich bei denen mal was ändert. Wozu also die Recherche?Was ist das anderes als wenn man großkotzig einen Skandal anfasst und nichts weiter verfolgt… Das machen doch alle so.. Plärren und dann tut sich nix. Wie im aktuellen Bundeswehr-Skandal. Keiner in der Politik muss mehr „Angst“ haben vor den Medien, der sogenannten vierten Gewalt, die so dringend Pressefreiheit bedarf. Eine Lachnummer im Vergleich zu den vielen verfolgten Medien. Nach dem kleinen Hype isses vorbei und kommt ins Archiv, bis zwei Jahre später derselbe Skandal wieder aufploppt. Was auf den öffenltichen Sender an Skandal-Dokumentationewn und Hintergrundberichten läuft… geht ebenfalls total unter. Reicht grad noch für eine Sendeankündigung, sich das nachts um 1 Uhr anzuschauen. Der brisante Inhalt? Scheißegal. Auch deshalb brauchen die Bürger solche Medien nicht mehr. Deren Sorgen nur mal schnell anzureißen und das war’s dann braucht gar niemand.

  2. Was soll diese Kinderei?

    Da hat man als ganz normaler Bürger zum Beispiel einen bundesweiten Kriminalfall entdeckt. Vielleicht reicht er sogar in Nachbarländer… Doch die Journalisten, denen die Recherchen vorgelegt werden, reagieren nicht.

    „Recherche-Stipendien“. WOZU DENN!? Wozu „Recherche-Stipendien“, wenn die Redaktionen nicht einmal einen Hammer an der Wand sehen können?

    Wer ein Recherche-Stipendium veranstaltet, dokumentiert, daß er keinen blassen Schimmer von der Realität hat, denn sonst hätte er die angebotenen Fälle schon längst veröffentlicht.

  3. Was soll diese Kinderei?

    Da hat man als ganz normaler Bürger zum Beispiel einen bundesweiten Kriminalfall entdeckt. Vielleicht reicht er sogar in Nachbarländer… Doch die Journalisten, denen die Recherchen vorgelegt werden, reagieren nicht.

    „Recherche-Stipendien“. WOZU DENN!? Wozu „Recherche-Stipendien“, wenn die Redaktionen nicht einmal einen Hammer an der Wand sehen können?

    Wer ein Recherche-Stipendium veranstaltet, dokumentiert, daß er keinen blassen Schimmer von der Realität hat, denn sonst hätte er die angebotenen Fälle schon längst veröffentlicht.

    Vielleicht sollte man den Rohrstock hervorholen und „den Medien!“ auf die Finger hauen für jeden Fall, wo sie Mist bauen. Es wäre ein Dauerfeuer…

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