DSDS-Finale 2017 kann den Abwärtstrend nicht stoppen, „Allmen“ verliert im Ersten viele Zuschauer

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Alphonso Williams (3.v.l.) gewinnt DSDS 2017, Foto: RTL / Stefan Gregorowius

Mehr Fans als in der Vorwoche, aber noch einmal weniger als beim Tiefstwert-Finale vor einem Jahr: „Deutschland sucht den Superstar“ kommt schleichend das Zuschauerinteresse abhanden. Gegen die Konkurrenz am Samstagabend setzte sich die Show aber mühelos durch. Im Ersten hatte die „Allmen“-Reihe nach einem starken Start in Woche zwei bereits den ersten Durchhänger.

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Das sind die fünf Dinge, die Sie über die Quoten vom Samstag wissen müssen:

1. Schwächstes Finale aller DSDS-Staffeln setzt sich klar vor die Konkurrenz

Die vierzehnte Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ hat ihren Sieger: Alphonso Williams setzte sich am Abend gegen drei Konkurrenten durch, räumte die 500.000-Euro-Prämie und den Plattenvertrag ab und veröffentlichte als erste Amtshandlung seine Single „What Becomes Of The Broken Hearted“. Genauso interessant ist freilich: What Becomes Of „Deutschland sucht den Superstar“? Nach dem Tiefstwert im vergangenen Jahr, als nur 3,6 Mio. Zuschauer den Staffelhöhepunkt eingeschaltet hatten, waren diesmal nämlich noch mal weniger Zuschauer dabei: Insgesamt 3,47 Mio. verfolgten die Liveshow bei RTL – der bisher schwächste Wert aller Staffeln. Als gute Nachricht kann der Sender das insofern werten, als dass zumindest nicht – wie so oft in den Vorwochen – die 3-Mio.-Marke unterschritten wurde. Es ist nicht ungewöhnlich, dass DSDS zum Finale noch mal zulegt, aber nur mal zum Vergleich: Vor gerade mal zwei Jahren standen noch fast 1 Mio. Zuschauer mehr unterm Strich. Das ändert nichts an der Tatsache, dass DSDS am Samstagabend deutlich erfolgreicher war als viele Konkurrenten. Im Gesamtpublikum landete das Finale auf Rang vier (vor dem Ersten) mit 13,5% Marktanteil. Und bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern war der Tagessieg mit 1,51 Mio. jungen Zuschauern und 18,3% Marktanteil sicher. Vor einem Jahr waren allerdings noch mehr als 20% drin (und 350.000 14- bis 49-Jährige mehr dabei).

2. „Allmen“ gehen im Ersten innerhalb einer Woche über 1 Mio. Zuschauer verloren

Mit dem Auftakt der „Allmen“-Reihe war das Erste in der vergangenen Woche noch klarer Tagessieger, reiht sich diese Woche aber hinter dem ZDF und RTL ein. „Allmen und das Geheimnis des rosa Diamanten“ interessierte 1,3 Mio. Zuschauer weniger als der Film am Samstag zuvor, insgesamt 3,3 Mio. reichten für 11,5% Marktanteil. An der „Tagesschau“ zuvor lag’s nicht: Die hatten 6,78 Mio. eingeschaltet. Mehr Zuschauer kann keine andere Sendung am Samstag vorweisen. Am Vorabend waren wiederum 4,95 Mio. bei der Bundesliga-„Sportschau“ dabei (25,8%). Und zur Primetime setzte sich „Kommissarin Lucas“ im ZDF mit 4,62 Mio. Zuschauern ab 3 Jahren durch. Mit 3,38 Mio. sah’s auch für „Der Staatsanwalt“ danach noch besser aus als für „Allmen“ im Ersten. Die Marktanteile der Mainzer lagen bei 16,1% und 12,3%. Im Ersten verfolgten anschließend 2,7 Mio. „Mordkommission Istanbul – Club Royal“.

3. ProSieben und Sat.1 landen mit Blockbuster-Wiederholungen beide im selben Mittelmaß

ProSieben war in diesem Jahr nicht danach, eine eigene Show-Konkurrenz gegen das DSDS-Finale ins Rennen zu schicken, deshalb kam’s zum kleinen Spielfilmduell der Senderschwestern, aus dem in der jungen Zielgruppe ziemlich eindeutig – niemand als Sieger hervorgeht: „Die Tribute von Panem – Catching Fire“ und „I, Robot“ erreichten zur gleichen Zeit 9,6% bzw. 9,4% Marktanteil, 830.000 bzw. 810.000 14- bis 49-Jährige hatten eingeschaltet. Mit einem stärkeren Wettbewerber hätte es für „Deutschland sucht den Superstar“ also womöglich noch etwas schlechter ausgesehen. Mit 7,8% und 7,2% waren „Kommissarin Lucas“ im ZDF und „Allmen“ im Ersten gar nicht so weit davon entfernt. Bei RTL sahen derweil zu später Stunde noch 0,86 Mio. „Willkommen bei Mario Barth“ (16,1%).

4. Vox erleidet Luftschiffbruch mit „Hindenburg“, RTL II mit „Prison Break“ wieder unter 5%

Vox räumte seinen Samstagabend komplett frei, um den RTL-Kracher „Hindenburg“ von 2011 an einem Stück wegsenden zu können – fast vier Stunden lang. Das Ergebnis ist: eine Bruchlandung mit 4,8% im jungen Publikum, in dem sich 400.000 14- bis 49-Jährige mit Vox ins Jahr 1937 zurück bequemten. Am Vorabend hatte „hund katze maus“ 70.000 junge Zuschauer mehr. Bei RTL II ist es ein einziges Auf und Ab mit „Prison Break“, das diesmal wieder unter der 5%-Marke blieb und 350.000 Serienfans anzog (4,4%). Auf kabel eins kam „Hawaii Five-O“ erst nach 22 Uhr in Fahrt und verzeichnete dann gute 6,1% (0,52 Mio.). Los ging der Abend für die erste Folge aber bei klar schlechteren 4,1%.

5. SWR und MDR weit vorn dank „HIT auf HIT“-Best-of und „Wer weiß denn sowas XXL“

Kai Pflaume, Bernhard Hoëcker und Elton hieven den SWR am Samstagabend auf das Niveau von Sat.1 und ProSieben: Die XXL-Variante von „Wer weiß denn sowas?“ erreichte im Gesamtpublikum ähnlich viele Zuschauer ab 3 Jahren wie die beiden Filme der Privatsender und verzeichnete einen sehr guten Marktanteil von 4,9%. 1,32 Mio. hatten eingeschaltet. Noch besser sah es für den MDR aus. Dort lief für 1,42 Mio. Schlager-Fans „Das Beste aus 15 Jahren HIT auf HIT“ (5,1%), was reichte, um zumindest „I, Robot“ (1,35 Mio.) in die Schranken zu verweisen. Die Vorfreude auf den ESC kommt derweil nur langsam in Fahrt – zumindest im WDR, der an „Die schönsten ESC-Momente: Von ABBA bis Lena“ erinnerte und damit 680.000 Musikfreunde zu sich lockte. Arte fand’s eine gute Idee, am Tag vor der französischen Präsidentschaftswahl „Waterloo. Das Ende“ zu zeigen. 490.000 stimmten zu (1,7%). Bei Sport 1 sahen 0,67 Mio., wie Gastgeber Deutschland bei der Eishockey-WM gegen Schweden verlor.

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