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In Kiel wird Facebook nicht die Wahl entscheiden: die Social-Media-Muffel von der Waterkant

Wahlkämpfer an der Waterkant: Wolfgang Kubicki (mi.), Daniel Günther (re.) und Torsten Albig
Wahlkämpfer an der Waterkant: Wolfgang Kubicki (mi.), Daniel Günther (re.) und Torsten Albig

Filterblase, Fake-News, passgenaue Angst-Kampagnen durch Microtargeting à la Cambridge Analytica: Spätestens seit der Wahl von Donald Trump heißt es, dass man im Social-Web Wahlen gewinnen kann. Das mag in bestimmten Ländern und Regionen so sein. Nicht aber in Schleswig-Holstein. Wenn die Bürger zwischen Ahrensburg und Flensburg nächsten Sonntag einen neuen Landtag wählen, werden Facebook & Co. keine große Rolle gespielt haben.

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Diesen Schluss legt die neueste #trending-Analyse über die Social-Media-Aktivitäten der Parteien und ihres Spitzenpersonals an der Waterkant nahe. Ein ähnliches Bild zeigt sich übrigens auch in NRW, zumindest wenn man die Einwohnerzahlen und Likes und Interaktionszahlen in Relation setzt.

Wie in Nordrhein-Westfalen scheint auch im nördlichsten deutschen Bundesland der Spitzenkandidat der FDP die sozialen Medien begriffen zu haben.

Wolfgang Kubicki liegt bei Facebook nicht nur nach Pagelikes (40.000) deutlich vor der Konkurrenz, sondern auch bei den Interaktionen mit seinen Posts. Vor allem die der SPD-Zahlen sind mehr als mau, wie diese beiden Rankings zu den Facebook-Interaktionen der jüngsten 30 Tage zeigen.

Kandidaten:
1. Wolfgang Kubicki / FDP – 33.900 Likes, Reactions, Shares und Kommentare
2. Daniel Günther / CDU – 17.800
3. Torsten Albig / SPD – 8.300
4. Jörg Nobis / AfD – 8.200
5. Monika Heinold / Grüne – 1.800

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Parteien:
1. AfD – 14.500
2. CDU – 12.700
3. FDP – 8.600
4. Die Linke – 5.900
5. SPD – 3.900

Die Zahlen der Kandidaten und Parteien sind allesamt so überschaubar, dass nicht wirklich gesagt werden kann, die sozialen Medien hätten eine große Rolle im Wahlkampf gespielt.

Interessant wird es sein zu beobachten, ob der Social-Media-Wahlkampf spätestens zur Bundestagwahl nicht doch einiges an Fahrt aufnimmt. Immerhin bauen die Parteien gerade – auch mit professioneller Unterstützung ihrer Werbeagenturen – entsprechende Units auf. In Berlin gehen die Strategen derzeit noch fest davon aus, dass man bei Facebook & Co. hierzulande zwar keine Wahl gewinnen kann, jedoch einige Punkte machen, beziehungsweise öffentlichkeitswirksame Schlappen hinnehmen kann.

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