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Xavier Naidoo – der Sohn Mannheims ist mit seinem Song „Marionetten“ schon wieder auf den rechten Weg abgebogen

Xavier Naidoo:
Xavier Naidoo:

Xavier Naidoo sorgt mal wieder für Wirbel. Sein neues Lied "Marionetten" wird in rechten Kreisen bejubelt und eifrig geteilt. Andere sind weniger begeistert, die Stadt Mannheim zum Beispiel. Die fürchtet mittlerweile, dass die wirren Rechtsaußen-Eskapaden des berühmten Sohnes der Stadt schlecht fürs Image sind. In dem Lied bedient sich Naidoo nicht zum ersten Mal antisemitischer Klischees und rechtem Vokabular.

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In Xavier Naidoos Lied „Marionetten“ heißt es im Refrain:

Wie lange wollt ihr noch Marionetten sein?
Seht ihr nicht, ihr seid nur Steigbügelhalter
Merkt ihr nicht, ihr steht bald ganz allein
Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter

Das an sich würde ja noch als Kritik durchgehen, ein Hauch von Antisemitismus weht aber schon durch diese Zeilen. Der „Marionettenspieler“, der Politik und Gesellschaft zu seinem Vorteil manipuliert, ist ein gängiges Bild des klassischen Antisemitismus. Solche Vorwürfe sind bei Naidoo nichts Neues. 2009 textete er in dem Lied „Raus aus dem Reichstag“:

Wie die Jungs von der Keinherzbank, die mit unserer Kohle zocken
Ihr wart sehr, sehr böse, steht bepisst in euren Socken
Baron Totschild gibt den Ton an, und er scheißt auf euch Gockel
Der Schmock ist’n Fuchs und ihr seid nur Trottel“

Das kann nur als plump-derbe Anspielung auf jüdische Bankiersfamilie Rothschild verstanden werden.

Das neue Lied „Marionetten“ steht den alten Machwerken Naidoos nicht nach:

Und weil ihr die Tatsachen schon wieder verdreht
Werden wir einschreiten

Und weil ihr euch an Unschuldigen vergeht
Werden wir unsere Schutzschirme ausbreiten
Denn weil ihr die Tatsachen schon wieder verdreht
Müssen wir einschreiten
Und weil ihr euch an Unschuldigen vergeht
Müssen wir unsere Schutzschirme ausbreiten

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Diese Zeilen sind an eine nicht näher bezeichnete Elite gerichtet. Bei der Zeile von den „verdrehten Tatsachen“ kommt das Schlagwort von der „Lügenpresse“ in den Sinn, das so nicht fällt. Dafür andere Begriffe aus der rechten und verschwörungstheoretischen Ecke:

Ihr seid blind für Nylonfäden an euren Gliedern
Und hackt man euch im Bundestags-WC, twittert ihr eure Gliedmaßen

Alles nur peinlich – und so was nennt sich dann Volksvertreter
Teile eures Volkes nennt man schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter
Alles wird vergeben, wenn ihr einsichtig seid
Sonst sorgt der wütende Bauer mit der Forke dafür, dass ihr einsichtig seid

Welcher Politiker im Bundestags-WC seine „Gliedmaßen“ getwittert haben soll, bleibt im Dunkeln. Dafür fällt das Wort „Volksverräter“, das gerne auch bei Pegida- und AfD-Veranstaltungen gegrölt wird und aktuelle Regierungsmitglieder meint. Immerhin hat Naidoo ein „nennt man“ als Feigenblatt-Formulierung eingebaut. Weiter ist von einer „Wahrheitsbewegung“ die Rede, von einem Zepter und der „Nabelschnur Babylons“, die durchtrennt werden soll. Besonders krass aber sind diese Zeilen:

Als Volks-in-die-Fresse-Treter stößt Ihr an eure Grenzen
Und etwas namens Pizzagate steht auch noch auf der Rechnung
Bei näherer Betrachtung steigert sich doch das Entsetzen
Wenn ich so ein´ in die Finger krieg´,
Dann reiß ich ihn in Fetzen
Und da hilft auch kein Verstecken hinter Paragraphen und Gesetzen

Pizzagate ist eine in den USA bekannte Verleumdungskampagne, die vor allem während des jüngsten Präsidentschafts-Wahlkampfs herumgereicht wurde. Dabei geht es um einen angeblichen Kinderschänder-Ring in Washington D.C., der von einer Pizzeria ausgehen soll und in den hochrangige Politiker, u.a. auch die damalige Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, verwickelt gewesen sein soll. Das ganze ist erwiesenermaßen eine Falschmeldung, die während des jüngsten US-Wahlkampfs in rechten Kreisen immer wieder kolportiert wurde, um Clinton zu schaden. Was Naidoo mit seinen wirren Liedzeilen genau sagen will, bleibt unklar. Allein das Nennen von solchen Kampfbegriffen reicht aber aus, dass der Song in rechten Kreisen eifrig geteilt wird. U.a. das rechte Magazin Compact, führende Mitglieder der rechten Identitären Bewegung und der NPD haben das Lied begeistert kommentiert und geteilt. Auch bei den so genannten Reichsbürgern findet der Song Anklang. Die Reichsbürger glauben, dass die Bundesrepublik Deutschland kein souveräner Staat ist, sondern eine von den USA gelenkte GmbH und dass das Deutsche Reich fortbesteht. 2014 hielt Xavier Naidoo am Tag der Deutschen Einheit in Berlin eine Ansprache bei den Reichsbürgern. Ein Jahr später wollte der NDR den Sänger für Deutschland zum Eurovision Song Contest schicken. Nach einem Shitstorm, revidierte der Sender die Entscheidung.

Während Naidoo von rechter Seite Applaus für sein neues Lied bekommt, ist man in seiner Heimatstadt Mannheim gar nicht glücklich über die Publicity. Naidoos Name ist auf vielfältige Weise mit der Stadt an Rhein und Neckar verbunden. Seine Band heißt „Die Söhne Mannheims“, deren neues Album „MannHeim“. Die Stadt kooperiert bei öffentlichen Veranstaltungen mit der Band. Beim Auftaktkonzert der aktuellen Tour am 1. Mai in Mannheim, verzichtete Naidoo darauf, „Marionetten“ zu singen. Gegenüber der Rhein-Neckar-Zeitung ließ die Stadt Mannheimheim mitteilen: „Dass wir über diese Entwicklung nicht glücklich sind, versteht sich von selbst. Welche Konsequenzen sich daraus für uns ergeben, werden wir besprechen. Wir erwarten allerdings auch eine Erklärung der Söhne Mannheims zu den anti-staatlichen Aussagen in den Songtexten.“

Eine Stellungnahme Naidoos gibt es bislang nicht. Rolf Stahlhofen, ein weiteres Mitglied der „Söhne Mannheims“ erklärte: „Ich kann verstehen, dass da manche aufschreien. Aber das Lied ist kein Aufruf zur Gewalt, es ist ein Aufruf zum Dialog.“

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Alle Kommentare

  1. Ich bin Xavier Naidoo dankbar für seine klaren Worte. Er zeigt Rückgrat und legt den Finger in eine Wunde, die mittlerweile viele Menschen in Deutschland schmerzt. Mit dieser regierungstreuen „political correctness“, wie sie inzwischen bei fast allen deutschen Medien die Gehirne zukleistert, sind die evidenten Probleme des Landes nicht zu lösen.

  2. Ich zitiere obskures: „antisemitischer Klischees und rechtem Vokabular.“

    Jetzt tickt ihr Lohnschreiber auch nicht mehr ganz sauber, oder?

  3. „Marc Dutroux war Einzeltäter…“
    „Hinter Franco A. steht ein rechtsradikales Netzwerk…“
    Der Absturz des Germanwings-Flug 9525 war nach 2 Tagen völlig und restlos aufgeklärt…
    Jeder der behauptet, dass die Million Flüchtlinge, die 2015/16 nach Deutschland gekommen sind, Geld kosten, ist ein Nazi.

    Sind diese Aussagen alle Fakten oder vielleicht Spekulation und Unsinn?
    Was Jan Böhmermann darf, darf Xavier Naidoo offensichtlich noch lange nicht, vielleicht weil hier das Ziel seines künstlerischen Schaffens ein Anderes ist?

  4. Leider sind schon zu viele in Politik und Gesellschaft inkl. der Medien vom „rechten Weg“ abgekommen. Zum Teil wissentlich und zum anderen Teil aufgrund unzureichendem Denkvermögen auch unwissentlich, weil es ja in Masse so gemütlich ist.
    Wenn ein Lied schon solche Wellen schlägt, dann zeigt es nur wie dünnhäutig „Das System“ geworden ist. Seit vielen Jahrzehnten fangen die Menschen mal wieder wirklich selbst an zu denken und das ist für einige schon die Vorstufe zum Super-GAU.

  5. Wir regen uns hier über Erdogan auf und dann muss man so etwas hier lesen. Trauriges Deutschland. In der Hand einer Medienmeute, die alles denunziert, was ihr nicht passt und kritisch ist…

  6. Krasser Song, kein Stück antisemitisch noch rassistisch, einer der wenigen Künstler mit Rückgrat. Das ist das, was sich bei Patrioten nicht verbiegen lässt, Herr Winterbauer, ist hart wie Kruppstahl.
    Aber schön zu lesen, wie der Hass aus Ihrem Pamphlet spritzt. Dann ist es die Wahrheit!
    Es gibt sie noch, die aufrechten Söhne Mannheims.
    Und ja, Xavier ist auf den rechten Weg abgebogen, denn der rechte Weg ist immer der richtige.

    Eines noch: Es wird nichts vergeben!!

  7. Das größte Kommunikationsproblem ist, dass wir nicht zuhören um zu verstehen. Wir hören zu um zu antworten .
    Jeder hört und versteht unterschiedlich. Somit ist die Sichtweise auf das Lied vielfältig. Man kann es auch von der anderen Seite betrachten. Wenn man will und den Weitblick hat. Einigen scheint er zu fehlen…

  8. Lieber Bernd Hinterbauer…

    Sie haben natürlich recht… der Xavier Naido ist natürlich ein böser Kartoffel-Nazi, ein Verschwörungstheoretiker, ein schwer gestörter Mensch…

    Liegt wahrscheinlich an seinem deutschen Blut, oder er hat zu viele Negerküsse gegessen, oder zu viel Heino gehört!

    So einen muss man weg sperren, am Ende bringt er noch seine Kinder in Gefahr oder sticht auf seinen Mann ein…. in Mann-Heim…. 😉

    So was sieht man ja (deshalb) auch dauernd im Fernsehen… mit dem zweiten sieht man besser, weiß Bescheid und auch was man Denken und Sagen soll…

    So wie der Herr „Bernd“ Hinterbauer… immer schön auf Linie bleiben!

    1. Der Kommentar ist so strunzdfoof, dass ich ihn mal stehenlasse.

  9. Man muß nur der Weisheit und Macht unserer einzigartigen Deutschen Sprache folgen, in deren originären Wortbedeutungen alte Wahrheiten liegen:

    „rechts“ kommt von „Recht“ und ist damit „im Recht“ und i.d.R. auch für „das Recht“, was keineswegs identisch ist mit dem „Lex“ aus römischer (Besatzer-) Quelle

    „links ist identisch mit „linken“, täuschen, betrügen und genau darin sind die Vertreter dieser Denkrichtung die wahren Meister („wer hat uns verraten…?“ und das mehrfach und heute wieder, wobei die dafür zuständigen Parteien heute auch ein erlogenes „C“ im Namen haben).

    Jetzt muß man sich nur noch von der Lüge lösen, die sog. „Nazis“, die sich selbst ausdrücklich „Nationale Sozialisten“ nannten mit Betonung auf dem Hauptwort, seien „Rechte“ gewesen, was historisch jeder Grundlage entbehrt.

    Wenn man das erkannt hat, dann hat man schon den größten Teil dieses gigantischen Lügengebäudes für sich beseitigt. Der Rest – nämlich die Quelle aller Varianten des Sozialismus – die kommt von ganz allein.

    Ein Tip: Die Lösung liegt in Joh. 8:44 – schon vor 2000 Jahren verraten!

  10. Ich kann in diesem Lied nichts „rechtes“ oder „antisemitisches“ entdecken. Und mein Herz schlägt ganz klar links! Ich kann aber in diesem Artikel sehr viele Vermutungen, Kampfbegriffe und Verleumdungen entdecken. Kritik am Wirtschaftssystem hat nichts mit Antisemitismus zu tun. Kritik am Journalismus ist berechtigt und auch notwendig, aber nicht in erster Linie rechts. Der Versuch, jegliche Kritik in eine rechte oder antisemitische Schublade zu stecken sind ein Beweis für, entweder eine Kritikunfähigkeit einiger Menschen oder aber die Wahrheit, die in einigen „Verschwörungstheorien“ zu finden ist.

    1. Welche Wahrheit steckt denn in Naidoos „Pizzagate“ und wie sollte die Liedzeile „Wenn ich so ein´ in die Finger krieg´, Dann reiß ich ihn in Fetzen Und da hilft auch kein Verstecken hinter Paragraphen und Gesetzen“ anders verstanden werden als eine Gewaltandrohung?

      1. Darin liegt die Wahrheit, daß das schlimmste Verbrechen, das ein Mensch einem anderen antun kann, darin liegt, ein Kind zu mißbrauchen.

        Die Verbrecher, die solche Ungeheuerlichkeiten straffrei stellen wollten, sitzen heute noch hochbezahlt in den Parlamenten und Parteien.

  11. Wenn man sich all die vielen Mainstreamkünstler anschaut, die wie weiland in der DDR ihr ganze Energie darauf verwenden, Lobeshymnen auf diese unfähige und verantwortungslose Regierung zu singen, dann kann man es nur als mutig bezeichnen, wenn sich einzelne Sänger oder Bands mit den politischen Eliten anlegen. Da auch die Mainstreammedien sich beharrlich weigern, ihre regierungskritische Kontrollfunktion wahrzunehmen, ist es mehr als notwendig, dass sich Menschen gegen die von oben orchestrierte Gleichschaltung wenden. Xavier Naidoo hat meinen größten Respekt und ich hoffe, dass nicht die Schlägertruppen der Antifa auf ihn angesetzt werden, die schon manchen Abweichler mit schlagkräftigen Argumenten auf Linie gebracht haben.

  12. „Wir erwarten allerdings auch eine Erklärung der Söhne Mannheims zu den anti-staatlichen Aussagen in den Songtexten.“

    „Antistaatlich“ geht natürlich nur bei linken und grünen Politikern, die sich bei „antifaschistischen“ Demo‘ s hinter kreativen Transparenten, welche Deutschland den Tod wünschen oder generell den Volkstod fordern, begeistert einreihen.

    Schade, dass diese „Meinungs-Artikel“ jetzt mehr und mehr auch auf dieser Seite hier aus falsch verstandener political correctness erscheinen (müssen).

    1. Plumper Versuch, vom Thema abzulenken. Antistaatlich und gewaltverherrlichend geht natürlich auch nicht bei Links und Grün, Exzesse bei antifaschistischen Demos werden daher auch seit Jahr und Tag in der Presse kritisiert.
      Hier geht es aber nun mal um Naidoo und seine wiederholten verbalen Entgleisungen. Da darf der Meedia-Autor durchaus eine Meinung dazu haben und darüber schreiben – ob es Ihnen passt oder nicht.

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