Nannen Preis: Auszeichnungen für die Axel Springer-Akademie, die Zeit und die Panama Papers

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„Wir wollen den Journalismus strahlen lassen“: Mit diesen Worten formulierte stern-Chefredakteur Christian Krug die Bedeutung des Nannen-Preises. Gewonnen hat wieder das Team der SZ für die Panama Papers, aber auch die Journalistenschüler der Axel Springer Akademie für ihr Holocaust-Snapchat-Projekt. Der Egon Erwin Kisch-Preis für die beste Reportage ging an Amrai Coen und Tanja Stelzer (Zeit).

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Wie in den Jahren zuvor, verlieh der stern und Gruner + Jahr auch diesmal einen Sonderpreis. Diesen erhielt die türkische Fernsehmoderatorin Banu Güven. „Wir wollen hiermit ein Zeichen setzen, dass wir stellvertretend durch Frau Güven die Journalisten in der Türkei nicht vergessen haben, die unter den abenteuerlichsten Bedingungen und unter großer staatlicher Repression arbeiten müssen“, erklärte der Stern-Chefredakteur Christian Krug zuvor der Deutschen Presse-Agentur. Die Journalistin arbeitet für den kurdischen TV-Sender IMC, der im September 2016 von der Polizei wegen angeblicher Nähe zu Terrororganisationen geschlossen wurde. Güven und rund 130 Mitarbeiter des Senders verloren ihre Arbeit. Die Journalistin arbeitet über soziale Medien weiter, unter anderem mit einem Podcast auf Facebook.

Zuvor sprach Außenminister Sigmar Gabriel über den Wert den Pressefreiheit, aber auch über den Umstand, dass es schon immer Fake News gibt und auch deshalb die Arbeit der Journalisten so wichtig sei, zwischen echten und alternativen Fakten zu unterscheiden. „Manchmal wird zu viel über Pressefreiheit und zu wenig über Meinungsfreiheit gesprochen“, das sei der Kern. „Gäbe es Qualitätsjournalismus nicht – man müsste ihn jetzt erfinden. Aber man muss ihn auch bewahren.“ Der ehemalige SPD-Chef vermisste jedoch auch Marietta Slomka, mit er seit gut vier Jahren, seit einem längst legendären Interview, ein Bier trinken will.

Die Preisträger im Überblick:

Beste Investigative Leistung: Bastian Obermayer, Frederik Obermaier, Vanessa Wormer, Katrin Langhans, Mauritius Much, Hannes Munzinger für die Panama Papers (Süddeutsche Zeitung)

Inszenierte Fotografie: Jean-François Bouchard für „Jody war eine Frau“ (erschien im Stern)

Bestes Web-Projekt: Team der Axel-Springer-Akademie für das Snapchat-Projekt SACHOR.JETZT

Beste Dokumentation: Nicola Meier für „Wer rettet Klara?“ (erschienen in der Zeit)

Reportage-Fotografie: Bieke Depoorter für „Dürfen wir bei Ihnen schlafen?“ (erschienen in GEO)

Beste Reportage / Egon Erwin Kisch-Preis: Amrai Coen und Tanja Stelzer für „Brüssel, 22. März 2016“ (erschienen in der Zeit)

Die Verleihung des Preises war im vergangenen Jahr – nach einjähriger Pause – erstmals in einem intimeren Rahmen als von 2005 bis 2014 üblich über die Bühne gegangen. Mit rund 500 Gästen aus Medien, Politik, Wirtschaft und Kultur verfolgten nur halb so viele das Programm wie davor. Mehr waren es auch in diesem Jahr nicht. Durch die Veranstaltung führt Tagesthemen-Moderatorin Caren Miosga.

Mit Material von dpa

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