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Quartalsbilanz: Twitter verbucht wegen „Trump-Effekt“ 9 Millionen neue Mitglieder, Umsätze geben aber um 8 Prozent nach

Twitter-CEO Jack Dorsey
Twitter-CEO Jack Dorsey

Ist es der lang ersehnte Befreiungsschlag für Twitter? Bei Vorlage der neusten Geschäftsbilanz für das abgelaufene erste Quartal konnte CEO Jack Dorsey erstmals seit Übernahme der Amtsgeschäfte vor zwei Jahren eine positive Überraschung vermelden – wenn auch auf deutlich ermäßigtem Niveau. Weil die Umsätze nicht so dramatisch eingebrochen sind wie von der Wall Street befürchtet und sich 9 Millionen neue Nutzer angemeldet haben, schießt die gebeutelte Aktie des 140-Zeichen-Dienstes im vorbörslichen Handel um mehr als 10 Prozent nach oben.

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Seit Monaten glimmt ein leiser Hoffnungsschimmer: Sollte Twitter wegen der neuen Aufmerksamkeit, die US-Präsident Trump dem angeschlagenen 140-Zeichen-Dienst durch seine exzessive Tweeterei beschert, an der Wall Street doch das Comeback gelingen?

Diese These hatte im Januar der BTGI-Analyst Richard Greenfield aufgestellt und erklärt: „Trump ist für Twitter, was Roosevelt für das Radio war. Es ist unverkennbar, dass Trump Twitter in den globalen Zeitgeist gestoßen hat“.

Der Trump-Effekt: Twitter verbucht im ersten Quartal 9 Millionen Nutzer

Nachdem im Weihnachtsquartal noch nichts von einem „Trump Bump“ zu sehen war, scheint, es als greife der Effekt nun mit dem Beginn seiner Präsidentschaft.

Der Social Media-Pionier konnte im Dreimonatszeitraum zwischen Januar und März nämlich mit 9 Millionen neuen Mitgliedern so viele neue Nutzer vermelden wie seit über zwei Jahren nicht mehr.

Unter dem Strich entwickelten sich die Geschäfte für Twitter jedoch weiter beunruhigend. Das Umsatzwachstum ist im elften Jahr der Geschäftstätigkeit krachend ausgelaufen.

Erster Umsatzrückgang der Konzerngeschichte
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Die Erlöse gaben um gleich 8 Prozent von 595 auf nur noch 548 Millionen Dollar nach. Die bereits reduzierten Erwartungen der Wall Street von 512 Millionen Dollar wurden allerdings damit deutlich übertroffen.

Das mit Abstand wichtigste Geschäftsfeld, die Werbeerlöse, entwickelten sich mit einem Minus von 11 Prozent bzw. 59 Millionen auf nur noch 474 Millionen Dollar noch schwächer.

Auf dem Heimatmarkt USA betrug das Anzeigenminus sogar bereits 17 Prozent auf 284 Millionen Dollar –  Hoffnungsträger Donald Trump erweist sich also nicht als Anzeigenbringer.

Verluste auf 62 Millionen Dollar begrenzt – Börse jubelt mit 10 Prozent-Kurssprung

In die Nähe der Gewinnschwelle kommt der chronisch defizitäre 140-Zeichen-Dienst allerdings weiterhin nicht. Nach einem Minus von 80 Millionen im Vorjahreszeitraum verringerten sich die Verluste zwischen Anfang Januar und März in diesem Jahr auf 62 Millionen Dollar.

Operativ hat Twitter nach Non-GAAP-Bilanzierungstandard 170 Millionen Dollar bzw. 11 Cent je Anteilsschein verdient und konnte damit immerhin die Analysenerwartungen überbieten.

Nach Jahren der enttäuschenden Quartalsbilanzen konnte Twitter damit endlich einmal die Wall Street versöhnlich stimmen und im vorbörslichen Handel ein Plus von 10 Prozent auf 16,20 Dollar verbuchen.

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