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„F*** Hitler“: Jan Böhmermanns zahmer Auftritt in der US-Talk-Show „Late Night with Seth Meyers“

„Comedy wurde in Deutschland erst vor zwei Jahren per Referendum legalisiert.“, scherzt Jan Böhmermann bei Seth Meyers (v. l.)
"Comedy wurde in Deutschland erst vor zwei Jahren per Referendum legalisiert.", scherzt Jan Böhmermann bei Seth Meyers (v. l.)

Er scherzte über deutschen Humor, lästerte über Donald Trump und erfüllte sich einen Kindheitstraum: Satiriker Jan Böhmermann ist in der "Late Night with Seth Meyers" aufgetreten. Sein Debüt in der US-Talkshow war unaufgeregt, aber auch nicht wirklich aufregend – nicht jede Pointe wollte so recht sitzen.

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„Comedy wurde in Deutschland erst vor zwei Jahren per Referendum legalisiert.“, scherzt Böhmermann in der Show, die am frühen Dienstagmorgen deutscher Zeit auf dem Sender NBC ausgestrahlt wurde. „Ironie ist immer noch illegal“. Die Pointe sitzt, das Studiopublikum lacht – der Gag wirkt aber auch ein wenig zurechtgelegt. „Es war eine knappe Abstimmung, wenn ich mich recht erinnere“, entgegnet Gastgeber Meyers.

Der „Neo Magazin Royale“-Moderator hat einen souveränen, aber auch unaufregenden und eher zahmen Auftritt hingelegt. So erntete Böhmermann, im Anzug und ohne Krawatte, den größten Lacher über den US-Präsidenten. Auf die Frage, wie in Deutschland das erste Treffen zwischen Donald Trump und Angela Merkel bewertet worden sei, bei der Trump der Bundeskanzlerin den Handschlag verwehrte, sagte Böhmermann: „Die Medien haben sich vorher gefragt: ‚Oh Gott. Wird er sie an die Pussy fassen?‘ Am Ende waren wir überrascht, dass er nicht mal ihre Hand angefasst hat.“ Eine lustige, aber häufig bemühte Punchline – er spielte damit auf vulgäre Äußerungen des US-Präsidenten aus dem Jahr 2005 an („Grab her by the Pussy“), die aufgezeichnet worden waren und für die er im Wahlkampf im vergangenen Jahr viel Kritik bekommen hatte.

Ein für deutsches Publikum unterhaltsamer, für US-Zuschauer vielleicht überflüssiger Moment: Jan Böhmermann erfüllte sich bei seinem etwa sechsminütigen Auftritt nach eigenen Angaben einen „Kindheitstraum“ und ließ sich im US-Fernsehen „zensieren“. Als er mehrfach das Wort „Fuck“ sagte, überblendete die Regie den Ausdruck aus der in New York aufgezeichneten Sendung mit einem Piep-Ton. Auch als er „F*** Hitler“ sagt. Obwohl ihn ein Großteil der US-Amerikaner wohl durch die Affäre um das Schmähgedicht zu Recep Tayyip Erdoğan kennen dürften, ist das Thema – zumindest in der online verbreiteten Version – nicht zur Sprache gekommen.

Böhmermann war mehrere Tage in den USA unterwegs und hat dort viel gedreht – unter anderem hat er der renommierten Zeitung New York Times ein Interview für Facebook Live gegeben. Eine Zusammenfassung seiner Reise will er am Donnerstag in seiner Sendung „Neo Magazin Royale“ auf ZDFneo zeigen, kündigte Böhmermann auf Twitter an.

Der Grimmepreisträger hatte bereits im vergangenen Jahr eine US-Late-Night-Show besuchen wollen. Nur welche, wollte der Moderator nicht verraten. Dann kam sein Schmähgedicht, der juristische Ärger mit dem türkischen Staatspräsidenten und die selbstauferlegte Bildschirm-Pause. Damit war der Ausflug ins US-Fernsehen erst einmal aufgeschoben. Vergangenen Freitag hat sich sein Name schließlich auf der Gästeliste der NBC-Sendung gefunden, die immer montags bis donnerstags im Anschluss an die „Tonight Show“ von Jimmy Fallon um 0.35 Uhr gesendet wird.

Mit Material der dpa

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