„Gefährlicher Inhalt“: Warum Behörden vor der Netflix-Serie „13 Reasons Why – Tote Mädchen lügen nicht“ warnen

Via Twitter bietet „13 Reasons Why“ Hilfe an.
Via Twitter bietet "13 Reasons Why" Hilfe an.

Unkonventionelle Geschichten gehören zum Geschäfts- und Erfolgsmodell von Streaming-Anbietern. Momentan sorgt bei Netflix vor allem die Drama-Serie "13 Reasons Why – Tote Mädchen lügen nicht" um einen Suizid für Aufsehen – und für Unmut bei einigen Behörden, die etwa vor "gefährlichen Inhalten" warnen.

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Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Bestseller, der den dramatischen Suizid einer 13-Jährigen: Von ihren Mitschülern gemobbt und zutiefst depressiv will sich Hannah Baker das Leben nehmen – die 13 Gründe dafür nimmt sie auf Kassetten auf, die sie ihren Mitschülern hinterlässt.

Behörden und Organisationen warnen nun vor der Serien-Adaption, die seit Ende März auf Netflix zu sehen ist. So warnt etwa Headspace, eine australische Gesundheitsorganisation, vor dem „gefährlichen Inhalt“: Die Inszenierung konfrontiere den Zuschauer sehr deutlich mit dem Thema Selbstmord und könne zu einer „beunruhigenden Reaktion der Zuschauer führen“, vor allem, wenn es sich dabei um Jugendliche oder Kinder handelt.

Save, eine Organisation für Selbstmord-Prävention, hat sogar Tipps veröffentlicht, wie man die Netflix-Serie sehen sollte. Einer der Ratschläge: „Wenn Sie die Serie gesehen haben und sich danach fühlen, mit jemanden zu reden, dann suchen Sie das Gespräch. Reden Sie mit einem Freund, einem Familienmitglied, einem Berater oder Therapeuten. Es gibt immer jemanden, der zuhört.“ Oder: „Selbstmord ist niemals ein heroischer oder romantischer Akt. Hannahs Selbstmord (auch, wenn er fiktional ist) sollte nicht heroisch sondern als tragisch angesehen werden.“

Auch im Netz wird fleißig über „13 Reasons Why – Tote Mädchen lügen nicht“ diskutiert. Shannon Purser, bekannt als Barb aus der Netflix-Serie „Stranger Things“, äußert via Twitter ihre Bedenken – sagt aber auch, dass „13 Reasons Why“ ein wichtiges Thema angestoßen hat.

Das Echo auf die Serie ist groß, viele Zuschauer wenden sich via Social Media direkt an die „13 Reasons Why“-Macher, die beinahe täglich Informationen zur Selbstmordprävention posten.

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