Starmoderator Bill O’Reilly muss Fox News nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung verlassen, bestreitet sie aber

Bill O’Reilly sorgte häufig für Kontroversen: Der Kremel forderte vom Fox-Moderator einst eine Entschuldigung weil dieser gesagt hat: „Putin ist ein Killer“
Bill O'Reilly sorgte häufig für Kontroversen: Der Kremel forderte vom Fox-Moderator einst eine Entschuldigung weil dieser gesagt hat: "Putin ist ein Killer"

Die Vorwürfe waren zu schwerwiegend: Starmoderator Bill O’Reilly soll in den vergangenen Jahren mindestens fünf Frauen sexuell belästigt und dafür 13 Millionen Dollar Schweigegeld gezahlt haben, hatte die New York Times Anfang des Monat nach einer aufsehenerregenden Untersuchung vermeldet. Sein Arbeitgeber Fox News, der O’Reilly bei den Schweigegeldzahlungen unterstützt hatte, zog nun nach einer wochenlangen Hängepartie die Konsequenzen und feuerte den 67-jährigen erzkonservativen Moderator, der die kursierenden Gerüchte bestreitet.

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Selbst die Rückendeckung des US-Präsidenten hat nicht mehr geholfen. „Ich denke nicht, dass Bill irgendetwas Falsches getan hat“, erklärte Donald Trump Anfang des Monats, nachdem die Vorwürfe wegen sexueller Belästigung in gleich fünf Fällen nach einem Bericht der New York Times bekannt geworden waren.

Wie die „Gray Lady“ am 1. April berichtete, habe sich Starmoderator Bill O’Reilly, der bei Fox News seit 1996 das beliebte Format „The O’Reilly Factor“ moderierte, mit fünf Frauen mit Unterstützung des Fernsehsenders auf ein Schweigegeld von 13 Millionen Dollar geeinigt. Die fünf Frauen, die O’Reilly sexuell belästigt haben soll, hatten für Fox gearbeitet oder waren zu Gast in seiner Sendung.

Donald Trump verteidigte O’Reilly: „Er hätte das bis zu Ende durchkämpfen sollen“

Donald Trump hatte nach dem Enthüllungsartikel in der New York Times erklärt: „Ich persönlich finde, er hätte nicht eine außergerichtliche Einigung suchen sollen. Er hätte das bis zu Ende durchkämpfen sollen“. O’Reilly sei „ein feiner Kerl“, so der amtierende US-Präsident.

Nun jedoch zog der konservative Nachrichtensender Fox News, der mehrheitlich Medienmogul Rupert Murdoch gehört, die Konsequenz aus der schwelenden Affäre. „Nach einer gründlichen Überprüfung der Vorwürfe gegen ihn sind das Unternehmen und Bill O’Reilly zum Schluss gekommen, dass Bill O’Reilly nicht zu Fox News zurückkehrt“, teilten Murdoch und seine Söhne am Abend in einem Memo an die Belegschaft mit.

Wie die New York Times heute berichtet, sollen in den vergangenen zweieinhalb Wochen mehr als 50 Werbekunden aus seiner Sendung abgesprungen sein.

O’Reilly, der sich aktuell im Urlaub befindet und gestern im Vatikan den Papst traf, wehrte sich indes gegen die Vorwürfe, die der 67-Jährige als „komplett unbegründet“ bezeichnete. Er sei „enorm entmutigt“ über die Entwicklung, aber „das ist die Realität für viele von uns, die in der Öffentlichkeit leben“, erklärte O’Reilly in einem Statement.

Im vergangenen Jahr hatte Fox News-Chef Roger Ailes nach dem Vorwurf von sexueller Belästigung ebenfalls seinen Rücktritt erklärt. In den sozialen Medien schlug die Entlassung des über Jahre umstrittenen konservativen Moderators unterdessen hohe Wellen:

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