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Nach internem Zoff und Austritten: VDZ startet Mitgliederumfrage zur Verbands-Zukunft

Der zurückgetretene VDZ-Chef Stephan Holthoff-Pförtner
Der zurückgetretene VDZ-Chef Stephan Holthoff-Pförtner

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger hat nach dem Teil-Rückzug von Gruner + Jahr, Spiegel, Zeit und Medweth einen schweren Imageschaden erlitten. Jetzt hat die wichtigste Lobbyvereinigung der Magazinbranche mit Hilfe einer externen Unternehmensberatung eine Umfrage unter seinen Mitgliedern gestartet. Sie soll helfen, wie der Fachverband Publikumszeitschriften seine Arbeit und Außenwirkung verbessern kann.

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Es ist ein schwerer Imageschaden für den Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). Die Zeitschriftenhäuser Gruner + Jahr, der Spiegel, die Zeit und die Mediengruppe Medweth ziehen sich Mitte des Jahres aus dem Fachverband Publikumszeitschriften der wichtigsten Lobbyvereinigung der Magazinbranche zurück. Auslöser hierfür war die umstrittene Berufung von Stephan Holthoff-Pförtner zum neuen Verbandspräsidenten im vergangenen Jahr. Die vier Medienhäuser fühlten sich hierbei überrumpelt.

Holthoff-Pförtner räumte daher in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) ein, dass das Image des Verbands unter dem Rückzug der vier renommierten Medienhäuser leide. „Der immaterielle Schaden ärgert mich mehr: Wir brauchen die Kraft der Geschlossenheit und die Mitarbeit der geschätzten Kollegen aus den Häusern, um weiterhin erfolgreich die Herausforderungen unserer Branche zu meistern“, erklärte der Cheflobbyist, der mit 16,7 Prozent an der Essener Funke Mediengruppe beteiligt ist.

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Jetzt bemüht sich der VDZ offenbar darum, das Imgae des Verbands aufzupolieren und weitere prominente Abgänge zu verhindern. So führt die Lobbyvereinigung aus Berlin derzeit mit Hilfe einer externen Unternehmensberatung eine umfangreiche Mitgliederbefragung durch. Darin sollen die Verlage Auskunft geben, wie der Verband seine Arbeit und seine Außenwirkung verbessern kann, heißt es aus Kreisen der Verbandsunternehmen. Damit würden auf den Äußerungen des Funke-Mitgesellschafters Holthoff-Pförtner Taten folgen, der sich mehr um Einigkeit unter den VDZ-Mitgliedern bemüht. „Der Fachverband PZ befragt seine Mitglieder mit Hilfe der Beratung OC&C. Zu wissen, was die Mitglieder schätzen, wo ihre Erwartungen und Anforderungen liegen, gehört zum Repertoire moderner Interessenvertretung. Der VDZ hat in auch der Vergangenheit, etwa im Rahmen einer Verbandsbewertung (2009), seine Mitglieder und Vorstände befragt“, erklärt hierzu ein VDZ-Sprecher auf MEEDIA-Anfrage.

Nähere Auskünfte hierzu könnte möglicherweise VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer am Dienstag nächster Woche machen. Dann findet in Berlin die Jahrespressekonferenz des Verbands statt. Dort will Scherzer vor allem über die Herausforderungen der Branche im Jahr der Bundestagswahl sprechen, zu denen laut VDZ Themen wie „Fake News, Hate Speech, Roboter-Journalismus“ gehören. Zur Sprache dürfte dabei aber auch kommen, welche Lehren der Verband aus dem VDZ-Teilrückzug von Gruner + Jahr & Co. gezogen hat.

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