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Neue Sat.1-Comedy mit „Tech-Nick“ Antoine Monot, Jr.: „Die Quote wird häufig als Qualitäts-Gradmesser missverstanden“

Alle Lampen an: Antoine Monot, Jr. präsentiert am Karfreitag die „Knallerkerle“ (Sat.1, 22.30 Uhr)
Alle Lampen an: Antoine Monot, Jr. präsentiert am Karfreitag die "Knallerkerle" (Sat.1, 22.30 Uhr)

Die große Allgemeinheit kennt ihn als Werbegesicht "Tech-Nick", dabei ist Antoine Monot, Jr. schon im "Tatort" oder "Ein Fall für Zwei" zu sehen gewesen. Für ihn sei die Werbe-Rolle ein "Türöffner" gewesen, sagt Monot im Interview mit MEEDIA. Mit der neuen Sat.1-Sketch-Comedy "Knallerkerle" (Sat.1, Karfreitag ab 22.30 Uhr) hat der Schauspieler nun erstmals ein Format mitproduziert und -inszeniert.

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Antoine Monot, Jr., in „Knallerkerle“ geht es um Biertrinken, Gemüsephobie, Torschlusspanik, wenn es in der Beziehung ernst wird – man könnte auch sagen: typisch Mann. Szenen aus ihrem eigenen Leben?
Nicht immer. Aber ich würde die Beschreibung noch etwas erweitern wollen. Es geht in „Knallerkerle“ vor allem um Alltagssituationen. Rund um das Leben als Paar, um das Leben als Mann und Frau, um das Leben mit Kindern und das Leben ohne Kinder. Das ist unser Kosmos, also kein Mario Barth als Sketch-Comedy-Format.

Warum sind die Kerle in ihren Sketchen der Knaller?
In uns allen steckt doch ein Knallerkerl, im Positiven wie im Negativen. Wenn man sagt: „Das ist eine Knallertype!“, dann ist das liebevoll gemeint – aber man weiß auch, dass da schon etwas nach hinten losgegangen sein könnte. Und so ist der Titel auch zu verstehen.

Sie spielen in „Knallerkerle“ die Hauptrolle, haben das Format aber auch mitproduziert und –inszeniert. Warum?
Ich wollte unbedingt ein Sketch-Comedy-Format machen. Und den Kosmos so erzählen, wie ich mir das vorstelle. Es hat mich aber auch gereizt, zu meinen Wurzeln zurückzukehren – ursprünglich habe ich Regie studiert. Ein Format auf allen Ebenen zu begleiten und auch zu führen, hat mir eine unglaublich große Freude bereitet. Es kommt hinten einfach das raus, was man vorne reingesteckt hat. Klingt etwas nach Kalauer, ist aber ernst gemeint.

Comedians wie Mario Barth oder Dieter Nuhr bespielen diesen Kosmos seit Jahren auf der Bühne und im Fernsehen. Was machen die „Knallerkerle“ anders?
Vor allem zeigen wir die Thematik aus einer anderen Perspektive, als Sketch Comedy und nicht als Stand Up. Dadurch sind wir wahnsinnig schnell. Eine „Knallerkerle“-Sendung dauert knapp 23 Minuten netto, und pro Sendung haben wir mehr als 30 Sketche. Die Taktung ist also sehr hoch. Wir haben einen enormen Output an Geschichten. Das hat auch den Vorteil, dass der Zuschauer immer weiß: Der nächste Sketch kommt in wenigen Sekunden.

Eine Comedy-Show à la „Willkommen bei Antoine Monot, Jr.“ wäre also nichts für Sie?
Das eine schließt das andere nicht aus. Ich wollte schon seit längerem ein Sketch-Comedy-Format machen und freue mich, dies nun mit Jobst und Sebastian Benthues von der RedSeven (Produktionsfirma von ProSiebenSat.1, Anm. d. Red.) gemeinsam ausgeführt zu haben. Um auf die Frage zurück zu kommen: Ich kann mir aber durchaus auch die Moderation einer Comedy-Show oder eines Quiz vorstellen.

„Knallerkerle“ ist sozusagen das männliche Pendant zu „Knallerfrauen“ mit Martina Hill, die mit dem Format den Deutschen Fernsehpreis und den Deutschen Comedypreis gewonnen hat. Sie treten in große Fußstapfen. Welche Erfolgschancen rechnen Sie sich für die „Knallerkerle“ aus?
Ich habe mir dicke Socken angezogen. Aber ob dieses Format irgendwelche Preise gewinnt oder gute Quoten hat, kann und darf während der Produktion keine Überlegung sein.

In einem Interview mit der Deutschen Presseagentur haben Sie allerdings  gesagt, dass „Jeder, der sagt, ihm sind die Quoten egal, schwindelt“.
Aber egal ob ich Theater mache, ein Sketch-Comedy-Format oder einen Spielfilm: Ich will damit Menschen erreichen und freue mich darüber in Form von Zuschauern. Von daher sind mir auch die Quoten wichtig. Ob die Quote allerdings diese Übermacht haben sollten, die man ihr heute gibt, bezweifle ich jedoch. Wir dürfen nicht vergessen, die Quote ist ein Messinstrument der Werbewirtschaft um Werbepreise bestimmen zu können. Sie ist kein Qualitäts-Gradmesser, wird aber als solcher häufig missverstanden.

Von „Paul Panzers Spieleabend“ bis zu „Willkommen bei Mario Barth“ – man könnte meinen, die Zuschauer haben im deutschen Fernsehen viel zu lachen. Sie auch?
Ich freue mich sehr, dass zum Beispiel „Genial daneben“ wieder da ist. Das ist eine Sendung, die ich sehr schätze. Ich lache grundsätzlich gerne und viel und schaue deswegen auch gerne Sketch-Comedy-Formate.

Allerdings ist „Genial daneben“ eine Neuauflage. Gibt es auch aktuelle Comedy-Formate, für die Sie sich begeistern?
Dann gibt es ja noch „Sketch History“… Aber da spiele ich ja selbst mit. Es wäre vermessen, das zu nennen (lacht). Ich lache grundsätzlich gerne und viel und schaue deswegen auch gerne Sketch-Comedy-Formate.

Wirklich viele Sketch-Comedy-Formate gibt es im deutschen Fernsehen aber nicht, dafür aber zahlreiche Comedy-Shows. Woran liegt das?
Es ist kein einfaches Fach. Man braucht Autoren, die dieses Format bedienen können – eine Geschichte in 30 bis 40 Sekunden zu erzählen, das muss man können. Und wenn die Pointe nicht funktioniert, gelingt der ganze Sketch nicht. In einem Spielfilm kann man bei einer Szene die nicht so funktioniert wie ursprünglich geplant, noch ein Auge zudrücken – funktioniert der Sketch nicht, ist er raus.

Woher wissen Sie, ob und wann eine Pointe sitzt?
Der Herstellungsprozess eines Sketches unterscheidet sich eigentlich kaum von dem eines herkömmlichen fiktionalen Formates. Erst entsteht die Idee, dann wird gedreht und dann wird das Material geschnitten. Die einzige Schwierigkeit ist, dass die Pointe erst durch Schnitt und Musik wieder zu sehen ist. Beim lesen war sie ja schon da und im Rohmaterial geht sie dann verloren und ist unsichtbar. Komödie ist Timing und Rohmaterial oder falsch geschnittenes ist das Gegenteil von Timing. Im Schneideraum führt man ein zweites Mal Regie. Der wundervolle Regisseur Costa Gavras erzählte mir, dass er Regie sogar erst im Schneideraum gelernt hat. Da steckt sehr viel Wahrheit drin.

Können Sie sich vorstellen, auch irgendwann einen Fernseh- oder Kinofilm zu inszenieren?
Für mich hat sich mit „Knallerkerle“ ein Kreis geschlossen, da ich ja Regie studiert habe. Diesen Weg werde ich in Zukunft weiterverfolgen. Momentan führe ich dazu verschiedene Gespräche. Aber von der Idee bis zum fertigen Format vergehen ja gerne mal mehrere Jahre.

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung (kostenpflichtig) haben Sie gesagt, dass Thomas Gottschalk, Hugo Egon Balder und Günther Jauch Ihre Vorbilder seien – also allesamt Show-Master bzw. Moderatoren. Ein Projekt, das Sie auch noch anpacken werden?
Das wird sich zeigen, ja. Es müsste auf jeden Fall etwas sein, das authentisch ist und zu mir passt. Nur dann kann es funktionieren.

Obwohl Sie in namhaften Formaten wie „Absolute Giganten“, dem „Tatort“ oder „Ein Fall für zwei“ mitgespielt haben, sind Sie der großen Allgemeinheit als Werbegesicht „Tech-Nick“ bekannt. Ist das als gestandener Filmemacher mit großen Plänen nicht ein nerviger Umstand?
Nein, die Figur des „Tech-Nick“ und ich, wir haben uns gegenseitig viel zu verdanken. Grundsätzlich wird es heute ja immer schwieriger, vom Publikum wahrgenommen zu werden. Früher, als ich Kind war, hatten Sie eine Episodenhauptrolle in der „Schwarzwaldklinik“ oder in „Auf Achse“ und man wusste in Deutschland, wer Sie waren, mehr oder weniger. Das hat sich heutzutage ja komplett geändert. Sie können mehrere Hauptrollen haben, auch im Tatort und für den Zuschauer ist es, aufgrund der Programm- und Sendervielfalt, eine Herausforderung, Sie zu entdecken und zu identifizieren.

Und wie reagieren die Darsteller darauf?
Das nehmen wir Schauspieler natürlich wahr und müssen mit dieser Marktveränderung umgehen und auch umgehen lernen. Marketing und Positionierung wird für uns immer wichtiger. Die Rolle des „Tech-Nick“ hat da sehr viel bewirkt und die meisten Zuschauer sprechen mich auf den „Tech-Nick“ an und wollen dann sofort wissen wann es mit dem „Fall für zwei“ weitergeht oder ich wann ich wieder in einem Tatort zu sehen bin oder jetzt eben die „Knallerkerle“. Die Werbefigur ist der Türoffner, alles weitere ist ihnen aber trotzdem bewusst und bekannt.

„Knallerkerle“ startet am Karfreitag, den 14. April, um 22.30 Uhr bei Sat.1.

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