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Trotz Attentat auf BVB-Bus: ARD hält an Ausstrahlung von Dortmunder Terror-„Tatort: Sturm“ fest

Wahrscheinlich der umstrittenste „Tatort“ dieser Saison: der „Tatort: Sturm“ aus Dortmund
Wahrscheinlich der umstrittenste "Tatort" dieser Saison: der "Tatort: Sturm" aus Dortmund

Am Dienstag hat sich eine Bombenattacke auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund ereignet – und damit kurz vor der Ausstrahlung des "Tatort: Sturm" aus Dortmund, der bereits aufgrund des Terroranschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche verschoben wurde. Hintergrund: Der Krimi thematisiert ein islamistisches Attentat. "Es bleibt bei dem Sendetermin am Ostermontag", teilte der WDR auf Nachfrage von MEEDIA.

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Im „Tatort: Sturm“ bekommen es die Dortmunder Kommissare Faber (Jörg Hartmann) und Bönisch (Anna Schudt) mit einem flüchtigen Terroristen zu tun – auch ein Sprengstoff-Anschlag spielt in dem Kriminalfall des WDR eine Rolle. Am vergangen Dienstag hat sich eine Bombenattacke auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund ereignet. Der TV-Krimi weist damit nicht nur geographisch sondern auch thematisch eine brisante Nähe zu den Ereignissen in Dortmund auf. So berichtet etwa Spiegel Online über „ungewöhnliche“ Bekennerschreiben, die das Attentat mit der islamistischen und antifaschististischen Szene in Verbindung bringen.

Dennoch: „Es bleibt bei dem Sendetermin am Ostermontag“, heißt es beim WDR auf Nachfrage von MEEDIA. Dem Attentat zum Trotz: „Der Tatort kann aufgrund seiner zeitaktuellen inhaltlichen Ausrichtung der Realität nicht ständig ausweichen.“ Der „Tatort: Sturm“ wurde bereits mehrfach verschoben. Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche nahm Das Erste den WDR-Krimi, der für den Neujahrstag geplant war, aus dem Programm. Es sei zwar „ein hochspannender“ Fall – „aber mit Rücksicht auf die Opfer, ihre Angehörigen, Betroffene und das Empfinden von Zuschauern wollen wir diesen ‚Tatort‘ nicht am Abend des ersten Tages im neuen Jahr, sondern mit größerem zeitlichen Abstand zeigen“, so ARD-Programmdirektor Volker Herres. Nach dieser Logik hätte der Krimi eigentlich erneut verschoben werden müssen, zumal sich der aktuelle Anschlag sogar in Dortmund ereignete. Offenbar ist aber eine erneute Neu-Terminierung für die ARD-Verantwortlichen keine Option – zumindest bislang nicht.

Der neue Termin für den „Tatort: Sturm“ sollte ursprünglich der 29. Januar sein. Davon sah man allerdings „aus organisatorischen Gründen“ und abseits des Terroranschlags ab: Der kurzfristig auf den 1. Januar 2017 vorgezogene „Tatort: Söhne und Väter“ (SR) wurde schließlich doch an seinem ursprünglichen Sendetermin, dem 29. Januar 2017, gezeigt – der SR habe darum gebeten, an dem Termin festzuhalten, da der „Tatort: Söhne und Väter“ im Rahmen des Max-Öphuls-Filmfestivals (23. – 29. Januar) seine Premiere feiern sollte, erklärte damals ein ARD-Sprecher gegenüber MEEDIA.

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