Nach „Hart aber fair“: Wenn die FAZ Bild-Chef Julian Reichelt „Kriegspropaganda vorwirft“ …

Im Kampf-Modus: Julian Reichelt bei „Hart aber fair“
Im Kampf-Modus: Julian Reichelt bei "Hart aber fair"

„Hart aber fair“ nahm sich am gestrigen Montag den Giftgas-Angriff in Syrien und den US-Vergeltungsschlag vor. Das Thema der Sendung lautete „Giftgas gegen syrische Kinder – werden wir schuldig durch Wegschauen?“ In Erinnerung bleibt vor allem die heftige Auseinandersetzung des Bild-Chefredakteurs Julian Reichelt mit dem pensionierten Luftwaffen-Offizier Ulrich Scholz. Die FAZ beschuldigte daraufhin Reichelt der Kriegspropaganda.

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Es war eine über weite Strecken entgleiste Debatte zwischen dem pensionierten Oberstleutnant und Tornado-Piloten Scholz und dem früheren Kriegsreporter und heutigen Bild-Chef Julian Reichelt. Reichelt agierte gewohnt emotional. Er warf dem Luftwaffen-Offizier a.D. Dummheit und Ignoranz vor. Der solle sich schämen, weil er bestenfalls aus Ahnungslosigkeit Unfug verbreite, schlimmstenfalls Propaganda betreibe. Moderator Frank Plasberg hatte seine liebe Mühe, Reichelt wieder einzufangen. Fast war man froh, dass Reichelt und Scholz an entgegengesetzten Enden des Talk-Tischs platziert waren und die übrigen Gäste gleichsam als Cordon sanitaire fungierten.

Was Reichelt so sehr in Rage brachte, waren einige Ungenauigkeiten in den Aussagen des früheren Tornado-Piloten und einige Andeutungen, die nahelegten, dass Scholz geneigt war, der russischen Version des Giftgas-Zwischenfalls in Syrien zu glauben. Russland hatte behauptet, dass die syrische Luftwaffe ein Depot von Rebellen getroffen hat und daraufhin das Giftgas freigesetzt wurde. Eine Version, die von allen Experten als unglaubwürdig eingestuft wird, wie auch Plasberg in der Sendung aufzeigte. Allein die zeitlichen Zusammenhänge, die von russischer Seite behauptet werden, können nicht stimmen.

Laut wurde es auch, als Scholz erklärte, die russische und us-amerikanische Luftwaffe würden ihre Ziele abstimmen und vor einem Luftschlag – auch bei Bundeswehrbeteiligung – würde von einem anwesenden Juristen festgelegt, wie viele zivile Opfer in Kauf genommen würden. Da platzte Reichelt abermals der Kragen und auch der anwesende außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Jürgen Hardt, verwahrte sich gegen diese Lesart. In der weiteren Debatte stellte sich heraus, dass Scholz sich auf die Dienstanweisung bezog, dass zivile Opfer bei einem Einsatz minimal zu halten sind. Ein Jurist ist bei der Planung von Bundeswehr-Einsätzen anwesend, um zu gewährleisten, dass die rechtlichen Vorgaben des Bundestages eingehalten werden.

Letztlich also eine etwas schräge Sicht des Ex-Bundeswehrsoldaten Scholz. Trotzdem machte die Heftigkeit der Ausbrüche von Reichelt stutzig. Der junge Bild-Chef war in noch jüngeren Jahren als Kriegsreporter unterwegs, was ihn nachhaltig prägte, wie er selbst sagt. In solchen Momenten wie bei „Hart aber fair“ ist es der offensichtlich der Kriegsreporter, der da aus ihm herausbricht. Für Diplomatie oder realpolitische Notwendigkeiten hat er in solchen Momenten keine Antennen. Die FAZ ging darum hart mit Reichelt ins Gericht. Er agiere nicht als Journalist, „sondern als Propagandist einer Kriegspartei. Diese ist aber leider weitgehend virtuell, selbst wenn sie sogar ‚das Gute‘ gegen ‚das Böse‘ verkörpern soll. Ansonsten müsste Reichelt zusammen mit Erdogans Türkei, den wahabitischen Saudis und den fundamentalistischen Kataris einen Feldzug zum Sturz Assads beginnen. Oder will er etwa gemeinsam mit den sunnitischen Dschihadisten Damaskus erobern? Aber mit solchen Schwierigkeiten westlicher Diplomatie, keinen überzeugenden Verbündeten in Syrien zu haben, muss sich Reichelt nicht beschäftigen. In seinem Feldzug sind Zweifel nicht erlaubt.“

In flammenden Kommentaren prangert Reichelt immer wieder die Gräuel des Krieges in Syrien an und geißelt die Politik des Nichtstuns des Westens. Um an die täglichen Gasopfer in Syrien zu erinnern, ließ er sogar einmal eine Stunde lang eine ABC-Alarmsirene beim Aufrufen der Startseite von Bild.de heulen.

Die FAZ schlussfolgert, Reichelt gehe es dabei gar nicht um „die Sache“:

Reichelt leidet wohl weniger am Schicksal syrischer Kinder, sondern an dem seiner Zeitung. Die „Bild“ musste unter ihrem langjährigen Chefredakteur Kai Diekmann zuletzt einen rapiden politischen Bedeutungsverlust verkraften. Reichelt soll das offensichtlich wieder ändern. Mit dem Mittel der Zuspitzung und dem Ziel der politischen Provokation. Er bringt dafür alles mit, was die „Bild“ jetzt scheinbar braucht: Die Selbstgefälligkeit des Ignoranten und die Kaltschnäuzigkeit des Demagogen.

Man kann Julian Reichelt viel vorwerfen, aber dass seine Empörung in Sachen Syrien nicht ehrlich ist, sondern nur ein Mittel zum Zweck, die Bild-Auflage wieder zu steigern, ist als These mindestens so schräg wie die russischen Erklärungen zum jüngsten Giftgasangriff in Syrien.

Ob Reichelts Heißsporn-Attitüde der Sache angemessen ist, steht freilich wieder auf einem anderen Blatt. Nach dem von US-Präsident befohlenen Vergeltungsschlag titelte die Bild-Zeitung „Sieben Jahre lang tat der Westen NICHTS – Trump rächt Syriens vergaste Kinder“. Eine Schlagzeile, die eher einem diffusen Wunsch nach Military Action zu entspringen scheint statt kühler Analyse.

Der Bild-Chef hat immer noch die Sichtweise des Kriegsreporters vor Ort, der es leid ist, das Elend mitanzusehen.

Im September vergangenes Jahr hat der damals noch amtierende US-Präsident Barack Obama bei CNN seine Sichtweise auf den Syrien-Krieg deutlich differenzierter dargelegt. Es gebe kein Szenario, bei dem ein massiver Einsatz von US-Militär in irgendeiner Form dazu geeignet wäre, die Lage in Syrien zu verbessern, erklärt Obama. Im Gegenteil: Wegen der Unterstützung des Assad-Regimes durch Russland und den Iran müsse man bei einem Eingreifen bereit sein, die Lage auch mit diesen beiden Ländern eskalieren zu lassen – mit ungewissem und hochgefährlichen Ausgang. Und die Vergangenheit hat gezeigt, dass großflächige Militäraktionen im Nahen Osten bislang dramatisch ungeeignet waren, Frieden zu schaffen.

Der von Trump befohlene Tomahawk-Angriff war nun eben keine Abkehr von dieser Grundhaltung. Der US-Angriff war sehr gezielt und maßvoll, Russland wurde vorab informiert. Die USA haben damit gleichzeitig zu erkennen gegeben, dass sie in Syrien noch mitreden wollen. Aber auch, dass sie gewillt sind, den Konflikt nicht mit Russland eskalieren zu lassen.

In der Politik zeigen die westlichen Akteure – inklusive der viel gescholtenen Trump-Administration – hier ein Augenmaß, das Medien wie die Bild bisweilen vermissen lassen.

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Alle Kommentare

  1. Unerträglich, wie sie sich hier alle aufspielen und mutig an den „Herrn“ Reichelt und „Herrn“ Winterbauer schreiben. Natürlich alles Nahost/USA/Russland-Experten mit militärischer Ausbildung.
    Wie wollen Sie denn aus der Zusammenfassung einer Talkshow (oder der Show selbst) herauslesen, was die geheimen verschwörerischen Absichten eines Akteurs sind?
    Ich sage nicht, dass Julian Reichelt Recht hat, oder die FAZ Recht hat. Ich sage, es braucht mehr als 15 Minuten Zeit, Google und RT um ansatzweise herauszufinden, was in Syrien passiert. Und natürlich ist es einfacher „Die CIA“, „Alles nur wegen Öl“ oder „Kriegspropaganda“ zu schreien, als sich mühsam einen Überblick über eine völlig desaströse Lage zu schaffen. Halt, dann könnte ja keiner hier mehr ne Meinung äußern…? Wäre eine Überlegung wert, die gesparte Zeit und Energie sind in Ihrer lokalen Flüchtlingshilfeorganisation sicher äußerst willkommen

  2. Jeder sollte mal eine Weile den Tweets von Herrn Reichelt folgen, der Mann ist eine Zumutung für jeden Verstand.

    Man muss weder Assad- noch Putin-Fan sein, jeder kann es sehen, hier wollen Kräfte ohne Skrupel ihre globalstrategischen Ziele durchdrücken.

    Herrn Reichelt haben diese Kräfte offenbar eingebunden, konnte man schon beobachten als Merkel die grossangelegte Fahnenflucht Aktion nach D startete, medial flankiert von der BILD.

  3. Zwei Bemerkungen:

    1. Sie schreiben: „In flammenden Kommentaren prangert Reichelt immer wieder die Gräuel des Krieges in Syrien an und geißelt die Politik des Nichtstuns des Westens.“

    Seit Amtsantritt von Trump fliegt die Koalition mehr Luftangriffe als Russland und tötet dabei mehr Zivilisten & Kinder als Putin.

    2. Angenommen, Reichelt würde es primär um die Sache gehen, also um das Schicksal der syrischen Kinder. Dann stellt sich die Frage, weshalb er die Opfer russischer Bomben anprangert aber kaum ein Wort über die toten Kinder von Koalitionsbomben verliert. Die Antwort hat Reichelt selbst gegeben. Es gibt gute und schlechte Bomben. Der Postillon hatte dazu die passende Antwort: „Kind in Mossul froh, von guten USA statt von bösen Russen zerbombt zu werden“ http://www.der-postillon.com/2016/10/mossul-aleppo.html

    Lübberding von der FAZ scheint also richtig zu liegen, dass Reichelt die Grundsätze des Springer-Verlags und seine Zeitung wichtiger sind als das Schicksal der syrischen Kinder.

  4. @wardabei: “ Der Kriegsstopp wäre auch schon 1992 möglich gewesen „…. oder noch früher, Genscher und Kinkel hätten den gar nicht erst anzetteln müssen.

  5. Reichelt ist die Idealbesetzung für Talkshows: ein krawallig-eloquenter Quotenbringer, der für Zusatz-PR sorgt, indem er auf bild.de einen Lakaien namens Josef Nyáry, 73, (dessen Tochter Adelsexpertin bei Bild ist) mit einer Nachbetrachtung der Sendung beauftragt. Überraschendes Ergebnis: Reichelt hatte immer Recht, wer ihm widersprach, „zündelte am Zoff-o-Meter”.

    Man wird den smarten, hemmungslosen Aufsteiger wohl noch lange erleben dürfen. Er bringt einen Ton in die öffentliche Debatte, dessen Echo interessant sein wird. Bald darf er Döpfner zum Bilderberger-Treffen begleiten.

  6. Ich empfand den Artikel in der FAZ als sehr angemessen und die dort ausformulierte Kritik als sehr berechtigt. Ich empfand den Auftritt von Herrn Reichelt bei Hart aber Fair als extrem unseriös und unsachlich(Nun ja Herr Reichelt arbeitet für die Bildzeitung, was erwartet man denn schon von Journalisten, die für ein solches Medium arbeiten). Dass er Kriegsreporter sei, rechtfertigt diese Art der Debattenführung in keinster Weise. Der man wird für neutrale Analysen bezahlt und nicht für seine emotionale Instabilität.

    Das Herr Winterbauer obendrein den FAZ-Journalisten Lübberding aufgrund seiner Kritik gegenüber seinem Kollegen ihn in die verschwörungstheoretische Ecke einordnet, ist symptomatisch für die Schieflage des gegenwärtigen Journalismus. Gerade in den Leitmedien wird jede Kritik an der vorherrschenden Interpretation des weltpolitischen Geschehens wird
    sofort als Verschwörungstheorie, fake news oder Russenpropaganda abgetan. Die hier beschriebenen Sachlage war sowohl gestern bei Hart aber Fair als auch in diesem Artikel zu beobachten. Dieser sehr unsuveräne Umgang den Herrn Reichelt aber auch Herr Winterbauer gegenüber Personen pflegen, die nicht die selbe Meinung vertreten wie sie selbst, erklärt die allgemeine Unzufriedenheit der Menschen mit den klassischen Medien.

    Ich ziehe jedenfalls Konsequenzen aus dieser Entwicklung. Ich, als regelmäßiger meedia Konsument, werde von nun an weder hart aber fair (so lange wie Personen wie Herrn Reichelt eingeladen werden ) noch meedia mehr konsumieren. Und für den Fall, dass ich doch fälschlicherweise zu dieser Seite verlinkt werden sollte, schalte ich ab jetzt AdBlocks für meedia.de ein ! Liebe Mitleser für müssen uns diese „Qualität“ von Journalismus nicht gefallen lassen !

    Ach ja lieber herr Winterbauer. ich bin selbstverständlich ein Troll, der auf Putins Gehaltsliste steht ! (damit ich schönes Schwarz-Weiß-Weltbild bestehen bleiben kann ! )

    1. Lieber Salamikonsument,
      Demokratie braucht die Gegenposition, ohne die eine anregende Diskussion nicht stattfinden kann. Bitte überdenken Sie Ihre Entscheidung doch noch mal und fragen sich, ob eine Talkshow, wo alle Diskutanten Ihre persönliche Meinung teilten, nicht ein wenig fad wäre.

    2. Lieber „Salamikonsument“,

      ich wüsste nicht, wo ich Herrn Lübberding in die verschwörungstheoretische Ecke eingeordnet haben soll. Ich bin hier anderer Meinung als er – aber das ist etwas anderes.

      Viele Grüße

  7. Der „Putinzer-Preis“ Träger hat diesen auch völlig zu recht von 451° erhalten.

    Ein übler Kriegshetzer, ein Lügner, ein Propagandist von new world order…

    Ein Mann, wie ihn die BILD-Zeitung verdient hat!

  8. An die Bild-Leser dieser Welt…..
    Auf newsfeed-reader.net kann man neben der Bildzeitung kostenlos die internationale Presse, unter anderem auch RT, das „Propaganda-Organ“ des Kreml lesen, schadet ja nichts, wenn man auch die Gegenposition kennt!

  9. …. mit dem Kommentar kann man doch gut leben. Wir haben großes Glück, wir können uns verbal mit Schuldzuweisungen, mit unserem Tonfall, mit Spekulationen über Befindlichkeiten und Motive beschäftigen.
    Wir müssen noch nicht in die Keller, die Sirenen heulen noch ausschließlich zum Probealarm und wohl bei BILD – online, kurz, wir sind noch auf der Sonnenseite.
    Nur, ich denke, das kann sich rasch ändern, wobei wir alle unseren Teil dazu beitragen.

  10. Reichelt hat mein volles Verständnis für seine Empörung über die Distanz und das Wegschauen vieler Europäer – und ihrer ach so friedfertigen Medien. Reichelt spürt wenigstens noch schmerzhaft und emotional, über welche Dilemmata er schreibt und redet. Über welche politischen, militärischen und moralischen Zwangsentscheidungen. . Die meisten Schreibtisch-Feuilletonisten (wie in der FAZ) spüren das nicht. Sie waren ja nie selbst dabei, wenn man militärisch wehrlos ist, wenn das eigene Überleben und das der Familie jahrelang nur noch vom Zufall abhängt.

    Ich erinnere mich an meine Reporter-Zeit in Sarajewo, als die UN-Blauhelme vieler Nationen den Kriegsgräueln zuguckten, buchhalterisch Granaten- und Todesbilanzen veröffentlichten. Wir wenige Korrespondenten versuchten damals oft genug verzweifelt, mit unseren Berichten unsere emotionslosen Heimat-Redaktionen, Politiker und Bevölkerungen aufzurütteln. Jahrelang vergeblich.

    Erst der Zufall eines „Marktplatz-Massakers“ mit fünfzig Toten in Sarajewo – ausnahmsweise durch eine einzige (pfui!) Granate – war medial/politisch Anlass genug, dass die NATO den Bosnienkrieg schließlich durch Intervention beendete. Leider erst nach mehreren Jahren und zigtausend Toten. Der Kriegsstopp wäre auch schon 1992 möglich gewesen – wenn nur die internationale Empörung ausgereicht hätte.

    Das Giftgas-Massaker in Syrien könnte ein ähnlicher Schreckensanlass zur Kriegsbeendigung sein – wie und durch wen auch immer. Auf die Frage nach Schuld und Unschuld an der Giftgas-Explosion kommt es längst nicht mehr an.

    Julian Reichelt spürt das – und versucht journalistisch mit dem Aufhänger des Giftgas-Massenmordes einen Aufstand des Gewissens zu organisieren. Dazu hat er nur mediale Mittel: Bilder in der „Bild“, extrem aufrüttelnden Texte, und seine riesige Auflage. Moralisch ist er voll im Recht – sonst würde sich der ignorante Feuilletonist der FAZ nicht derart trollig aufregen.

  11. Jeder, der eine Spur Verstand besitzt, weiß, dass Assad nicht für diesen Giftgas-Angriff verantwortlich ist (ebenso wenig wie für den auf Ghuta, was unlängst sogar Ex-General Kujat bestätigte). Ein solcher Angriff ist militärisch unsinnig und politisch verheerend. Dass sich Meedia hier hinstellt und für den Kriegshetzer Reichelt, der mit den Fotos toter Kinder zum Haß gegen Rußland und Syrien aufruft, Parte ergreift, ist derart widerwärtig, daß mir die Worte fehlen. Sie sollten sich schämen!

  12. süss – die putin trolle freuen sich.

    zum glück können sie sich so gut über die freien und unabhängigen russischen medien informieren und sind nicht auf die cia gesteuerten westlichen propaganda-organe angewiesen.

    es ist einfach immer wieder ein fest, diese geifernden ergüsse zu lesen.

    1. Ich hätte auch gerne so ein einfaches Weltbild, was muss man dafür nehmen?

  13. Für Rudolf Augstein war die FAZ „die weihnachtlichste Zeitung“. Mit Verlaub: so kommt sie mir im Falle Assad auch vor. Alles mit spitzen Fingern betrachten. Und mit großen Abstand. Es gibt ja eh keine Lösung. Und wenn einer eine einfordert, wie Julian Reichelt, wird er direkt oder indirekt als Heißsporn abgewatscht, dem nicht nur das Gespür für das politisch Machbare fehlt, sondern auch Weitsicht, Coolness und Contenance. Er ist halt zu jung…Hallo!!! Assad ist ein Kriegsverbrecher, das Schlachten in Syrien geht ins 6. Jahr. Mindestens 400 000 Menschen haben ihr Leben verloren, weil Assad nicht von der Macht lassen wollte. Und 12 Millionen sind auf der Flucht. Hätten sie nicht auch an unseren Zäunen gerüttelt, hätte ihr Schicksal uns und die Politik noch länger kalt gelassen. Reden, reden, reden, über Gräben und Gräber hinweg. Und sich hinter dem Völkerrecht verschanzen, aus Angst vor Putin, vor einem 2. Irak, aus Sorge, vielleicht für die den Wiederaufbau des geschundenen Landes in die Pflicht genommen zu werden. Nicht so Reichelt. Er handelt, emotional, ja, attakiert die Nichthandler, Verdränger und Wegschauer, bezeichnet Assad als das, was er ist, ein Massenmöder. Und verlangt, dass die Weltgemeinschaft ihn dort hin bringt, wo er hingehört. Nach Den Haag, vor Gericht. Trumps Bomben haben bewiesen, dass er weder unangreifbar noch Präsident auf Lebenszeit ist. Trotz Putin und dem Iran. Reichelt hat recht mit seiner Forderung und er hat jedes Recht sich zu empören, mehr noch. Ich finde: Es ist sogar seine Pflicht als verantwortungsbewußter Journalist. Emotionen inclusive.

    1. @Elmar schnitzer sagt:

      Assad ist der, der er immer war.

      Fragen sie sich lieber mal WER die Opposition motiviert hat diesen Krieg zu starten.

      Diese Kräfte sehen es offenbar immer noch nicht ein, sie können diesen Krieg nicht gegen Rusland gewinnen.

      Merkel und ihre „Refugee“ Freunde haben übrigens beim Plan B versagt, Assad hat den Krieg auch ohne seine Fahnenflüchtigen entschieden, hat nur länger gedauert.

      Jetzt will man wohl die zweite Verlängerung.

  14. Es ist wirklich erbärmlich wie diese Gestalten übelste Kriegspropaganda für die USA machen. Jetzt ist Donald Trump auf einmal ein Held. Es ist wirklich erschreckend wie wir in einen Krieg gegen Russland getrieben werden.

  15. Ein sehr guter Kommentar. Im übrigen sind Überzeugungstäter – für den ich Reichelt auch halte – viel gefährlicher als Opportunisten, die vielleicht nur mit dem Ziel einer Auflagenerhöhung Positionen einnehmen. Es sind schon viele Kriege und es ist viel Leid entstanden aus den Handlungen wohlmeinender, radikaler Überzeugungstäte.

  16. Natürlich lügt die BILD und viel Alpha Journalisten für die CIA und Nato ist nix neues….Kriegspropaganda….der übelsten Sorte.

    Warum sollte Assad den so blöd sein….? Das Giftgas wurde ja auch weitgehends vernichtet….was jetzt noch in Syrien ist….haben die Dschihadisten von Geheimdiensten bekommen. (für false Flag Aktionen..eine der ältesten Kriegslist)

    Die USA sind der grösste Kriegsverbrecher des Planeten….sie haben diese ganzen Krisenherde angezettelt……leider hat die CIA alle westlichen Medien fest im Griff….über MEEDIA braucht man eh nicht viel erzählen….von Unabhängigkeit keine Spur.

    (gekürzt, bitte achten Sie auf ihren Tonfall und vermeiden Sie Ausfälle in Fäkalsprache, Red.)

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