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Homeland-Staffel-6-Finale: Die gescheiterte Anpassung an die Trump-Ära

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Wieder im Einsatz: Ex-CIA-Agentin Carrie in Homeland © Showtime / Facebook

In der Nacht zum Montag ging in den USA die sechste Staffel der US-Kultserie Homeland zu Ende. Ohne etwas über den Ausgang zu verraten, steht fest: Die überraschende Präsidentschaft von Donald Trump hat Produzent Alex Gansa einen kräftigen Strich durch das Skript gemacht. Im Zentrum der sechsten Staffel stand eine Präsidentin, die sich kurz vor der Amtseinführung in einer Rolle wiederfindet, die an die Inaugurationsphase der Trump-Administration erinnert. Allein: Mit den hektischen Nachbesserungen haben sich die Homeland-Macher keinen Gefallen getan.

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Der Plot der sechsten Homeland-Staffel, die wegen der US-Präsidentschaftswahl extra um drei Monate nach hinten verlegt wurde, wurde so dicht wie nie in den vorangegangen fünf Jahren an die politische Realität unserer Tage angelehnt.

Es ging um die kritische Übergangsphase (Transition Period) zwischen dem scheidenden und neuen Präsidenten, die die Welt gerade nach dem Wahlsieg Donald Trumps erlebt hat.

Homeland-Produzent Alex Gansa setzte wie der Rest der Welt allerdings von vornherein auf das falsche Pferd – nämlich auf eine neue Präsidentin, gespielt von Elizabeth Marvel (bekannt aus House of Cards), die natürlich Assoziationen zu Hillary Clinton aufkommen lassen sollte.

Gesuchte Parallelen zur Trump-Präsidentschaft

Wie retten, was kaum mehr zu retten ist? Indem Homeland einerseits in bekannter Manier tief in die verschlungenen Pfade der Geheimdienste eindrang und den Plot einer politischen Verschwörung diesmal zu Hause erzählte, andererseits indem ziemlich krampfhaft auf den letzten Metern augenscheinliche Parallelen zum Chaos der Trump-Administration bemüht wurden.

So residiert auch die frisch gewählte Präsidentin in den Wochen vor Amtsantritt noch in New York in einem Hotel-Komplex, der an den Trump Tower erinnert. Es dauert nicht lange, bis sich Proteste vor den Türen formieren.

Dann ist da die Figur des rechtskonservativen Radiomoderators Brett O’Keefe (Talkshow: „The real Truth“), der einerseits dem Infowars-Gründer Alex Jones, der ebenfalls ein Talkshow-Format moderiert, nachempfunden scheint, andererseits in seinem Auftritt an den früheren Breitbart-Chefredakteur Steve Bannon erinnert, der Donald Trump nun als Chefstratege zur Seite steht.

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Auch das in den vergangenen Monaten zirkulierende Dauerthema der Fake News und Wahlkampfmanipulation durch den Einsatz  von Social Bots findet seine ausführliche Thematisierung.

Vor allem jedoch dreht sich die sechste Homeland-Staffel um den brodelnden Konflikt zwischen der neuen Administration und dem Geheimdienst CIA.

„Sie können einen Krieg gegen den eigenen Geheimdienst nicht gewinnen“, spricht der CIA-Chef in Homeland einen Satz an die neue Präsidentin aus, der aus der politischen Realität der vergangenen Wochen stammen könnte, in denen Donald Trump via Twitter seine Geheimdienste kritisierte.

Viele Fans der Showtime-Kultserie um die Ex-CIA-Agentin Carrie Mathison dürften die sechste Staffel als Enttäuschung in zwölf Akten empfunden haben: Das bemühte Nachlaufen hinter der politischen Realität ist ein Rennen, das Carrie & Co nicht gewinnen können. Die gute Nachricht am Ende der bislang schlechtesten Staffel: Es bleiben noch zwei weitere Spielzeiten.

 

 

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