Bild.de gewinnt mit Instant Articles neue Abonnenten – und wird damit zum Vorbild für New York Times und Washington Post

Stefan Betzold, Managing Director der Bild
Stefan Betzold, Managing Director der Bild

Als Facebook 2015 Instand Articles (IA) startete, feiert das US-Unternehmen die Technik noch als große Chance für die Verlage. Seitdem suchen die Medien noch immer nach dem richten Kniff, um wirklich erfolgreich von den schnellladenden Stories zu profitieren. Die Bild hat eine Technik entwickelt, um neue Abonnenten über Instant Articles zu gewinnen – die mittlerweile auch die New York Times und die Washington Post nutzt.

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Grundlage der Bild-Entwicklung ist die hausinterne Regel, dass neue Techniken, die die Boulevard-Profis adaptieren, auch immer den Paid-Content-Bemühungen der Marke nützen müssen. Alleine deshalb experimentierten die Berliner schon länger mit der Anzahl an Instand Articles, die im Laufe eines Tages ausgespielt werden. Denn noch immer fischen die meisten Medien im Trüben bei der Frage, wie viele der eigenen Inhalte man tatsächlich bei Facebook einstellen soll oder wie stark man das IA-Angebot verknappen sollte, um die Besucher aus dem Social-Network auf die eigenen Seiten zu lotsen.

Zeitweise spielte die Bild nur noch rund 20 Prozent ihrer Inhalte als Instant Article aus. Diese Zeiten scheinen jedoch erst einmal vorbei. Wie Digiday berichtet, nutzen die Berliner mittlerweile die Anzeigenflächen, die Facebook seinen IA-Partnern zu Verfügung stellt, zur Gewinnung von Bild Plus-Abonnenten. Der Clou dabei: Seitdem die Deutschen in Zusammenarbeit mit dem US-Konzern, den Anmelde-Prozess radikal entschlackten, funktioniert die Abo-Werbung via Facebook sogar recht gut. Zumindest zeigt sich Stefan Betzold, Managing Director der Springer-Zeitung gegenüber Digiday nicht unzufrieden.

Der Schlüssel liegt offenbar darin, dass Facebook der Bild mehr direkten Kundenkontakt – vor allem via E-Mail – erlaubt. Die mit den Berliner ausgeklügelte Technik nutzen mittlerweile sogar die New York Times und die Washington Post zur Gewinnung von Newsletter-Abonnenten.

Der Bild könnte somit ein gewisser Durchbruch gelungen sein. Wenn es Zeitungen bzw. Zeitungsmarken besser gelingen könnte über das Social-Web Abonnenten für die eigenen Digital-Angebote zu gewinnen, hätten die Verlage bessere Chancen den Verlust der Vermarktungseinnahmen abzufangen, die mittlerweile statt zu den traditionellen Medien zu den beiden großen Web-Riesen Facebook und Google fließen.

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Alle Kommentare

  1. War es nicht so, das man die Werbung auch selber einbauen kann und Facebook dann nichts abgeben muss ? Oder verwechsle ich das mit Google AMP ?

    http://www.golem.de/news/instant-articles-verlage-veroeffentlichen-inhalte-direkt-auf-facebook-1505-114030.html
    Da sieht man mal, wie (durch Lobbyisten ?) falsche Eindrücke erweckt werden. An DIE Partei (oder auch AfD-Freunde): Jeder Abgeordnete (EU, Bund, Länder, …) und natürlich Wähler sollte das wissen: Die Verlage dürfen anscheinend ALLES selber behalten.

    Dann würde man Surfern in Deutschland die eigene deutsche Werbung zeigen und andere Besucher (Urlauber am Handy, Mallorca-Rentner,…) hingegen von Facebook bzw. Google vermarkten lassen und dann natürlich nur 70% ab bekommen.
    Worin unterscheidet sich eigentlich die Werbung einer Mallorca-Bild von Köln, Frankfurt, Berlin, Hamburg usw ?

    Wenn es um Instant Articles geht, sollte man immer auch nach AMP fragen und umgekehrt.
    Sehr viele Google-Projekte werden leider oft auch recht lieblos betrieben bzw. wirken recht unmotiviert.

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