Online-Kurs gegen Fake News: So will Facebook seine Nutzer für Falsch-Informationen sensibilisieren

Facebook und die Fake News: Eine Checkliste soll Nutzer nun für Falschinformationen sensibilisieren. Diese gibt es jetzt auch als gedruckte Anzeige
Facebook und die Fake News: Eine Checkliste soll Nutzer nun für Falschinformationen sensibilisieren. Diese gibt es jetzt auch als gedruckte Anzeige

Ab dem heutigen Freitag tritt Facebook in direkten Kontakt mit seinen Nutzern, um deutlich auf das Thema Fake News hinzuweisen. Im Kampf gegen Falschinformationen im Netz und sozialen Medien rollt der US-Konzern international eine Art Online-Crash-Kurs aus. Enthalten sind Tipps, wie Nutzer Fake-Inhalte erkennen können – zukünftig wolle man auch die wirtschaftlichen Anreize für dubiose Seitenbetreiber bekämpfen.

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Für den Kurs räumt Facebook die Pole Position, also den ersten Beitrag in seinem Newsfeed, frei. Drei Tage lang soll der Hinweis auf den Anti-Fake-News-Kurs in mehr als 14 Ländern zu sehen sein, darunter auch in Deutschland. Jeder Nutzer soll allerdings maximal drei Mal darauf hingewiesen werden. Damit wolle man verhindern, zu aufdringlich zu wirken, erklärt der Konzern.

Hinter dem Banner verstecken sich „Tipps zum Erkennen von Falschnachrichten“, die Facebook im Hilfebereich seiner Plattform versteckt hat und die einer Art Checkliste gleichen. Nutzern soll so etwas an die Hand gegeben werden, um ein Gefühl für falsche Nachrichten zu bekommen und diese leichter zu enttarnen. So sollen Nutzer Inhalte kritisch lesen, URL der Seite und Quellen hinterfragen, andere Berichte zu diesem Thema lesen und sich auch danach erkundigen, ob die aufgerufene Seite eventuell für Satire bekannt ist – Facebook empfiehlt dem Nutzer damit quasi selbst zum Faktenchecker zu werden, was unter Umständen einen weiteren Zweck erfüllt: Dem Unternehmen fällt es nämlich schwer, im Kampf gegen Fake News auf der eigenen Plattform Medienunternehmen zur Mitarbeit zu überzeugen.

Bislang hat sich in Deutschland nur das gemeinnützige Recherchebüro Correctiv bereit erklärt, Inhalte im Social Web auf Wahrheit und Authentizität zu überprüfen. Correctiv hat auch an der Ausarbeitung der Tipps mitgewirkt, genauso wie die Organisationen Klicksafe, Deutschland Sicher im Netz und die Stiftung Digitale Chancen.

In einem Blogeintrag betont Adam Mosseri, Vice President des Newsfeed, zudem, dass man wirtschaftliche Anreize der Seitenbetreiber von Fake News beschneiden wolle. Das Finanzielle sei eines der Hauptmotive überhaupt falsche Nachrichten zu platzieren, schreibt Mosseri. Mit konkreten Maßnahmen hält er sich allerdings zurück. Auch kündigt der Facebook-Manager weitere Produkte an, „um die Verbreitung von Falschmeldungen einzudämmen und die Informationsvielfalt zu steigern“.

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Alle Kommentare

  1. Lebenslang lernen.
    Ist auch richtig so.
    Ist natürlich fraglich bzw. bezeichnend, wieso Facebook eine Bildungs-Aufgabe des zilliarden-teuren Bildungs-Systems bzw. des ÖR-(auch für WerbeTV-Vollprogramme?)-Bildungs-Auftrages übernehmen muss.

    „, URL der Seite und Quellen hinterfragen,“
    Meist gibts ja keine Quellen oder nur angebliche Quellen.
    Angebliche Todesmeldungen von Prominenten sind ja nicht ungewöhnlich. Davon lernt man es viellicht am besten.

    Die kommerziellen Fake-News-Sites bemerkt man als Quasi-Geschwister der Email-Spammer zwar am deutlichsten, aber Hetzer, Fake-News-„Trolle“ usw. gibts ja auch noch.

    Die ach so tollen Medien scheitern jedoch weiter an Halbwahrheiten, Meinungs-Journalismus, PR-Meldungen usw.
    http://meedia.de/2016/12/14/warum-fake-news-eine-riesenchance-fuer-die-medien-sind-sieben-gedanken-zu-einer-aus-dem-ruder-gelaufenen-debatte/ „Regenbogenpresse“ suchen.
    Wie auch Hillary (oder ESC-Kandidaten bzw. ESC-„Establishment“ als Stefan Raab seine Ideen verwirklichte) oder die Auto-Industrie glauben sie, sich nicht anpassen zu müssen und verstehen oft genug nicht einmal, wieso die Leser (Trolle ausgenommen) so unzufrieden sind.

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