Anzeige

Social Media-Shitstorm zu groß: Pepsi beugt sich Kritik und zieht Kendall Jenner-Werbespot zurück

Bildschirmfoto-2017-04-06-um-03.43.59.png
Kendall Jenner: Mit einer Pepsi Frieden stiften © PepsiCo / YouTube

Das Netz hat wieder seine Macht demonstriert: Weil das Social Media-Echo so verheerend war, hat der Getränkehersteller Pepsi den neuen Werbeclip seiner weltweiten Kampagne gestoppt. Zu sehen war in dem zweieinhalb Minuten langen Spot Model Kendall Jenner, die eine ziemlich fragwürdige Figur mitten in einem Protest abgab. Zum eigentlichen Verhängnis wurde Pepsi jedoch der Vorwurf, jüngste politische Ausschreitungen als Werbevorlage vereinnahmt zu haben.

Anzeige
Anzeige

Zweieinhalb Minuten Glamourwelt mit den Aushängeschildern der Popkultur: Cindy Crawford, Michael Jackson, Beyoncé – dafür ist Pepsi bekannt. Einreihen wollte sich nun Kim Kardashians Halbschwester Kendall Jenner als neues Testimonial.

Im neuen Werbespot zur weltweiten Kampagne spielt das 21-jährige Model sich selbst, eingebettet in ein unübersichtliches Setting. Eine Demonstration bahnt sich an, Pepsi zeigt dabei bewusst afroamerikanische Protagonisten, eine muslimische Fotografin und Paare aus der LGBT-Community.

Die Assoziation, mit der Pepsi spielt, ist nur allzu augenscheinlich: Die Proteste um die „Black Lives Matter“-Bewegung oder jüngst der Women’s March nach Donald Trumps Inauguration als US-Präsident.

Dann folgt Jenners Popstar-Auftritt: Die Halbschwester von Kim Kardashian rennt vom Set des Fotoshootings weg, reißt sich die blonde Perücke vom Kopf und wischt sich den Lippenstift vom Mund.

Dann nimmt das Drama seinen Lauf: Jenner reiht sich nicht nur unter die Demonstranten ein, sondern sorgt mit der Gabe einer Pepsi-Dose an einen Polizisten auch noch für Frieden. „Live Bolder, Live Louder“, leuchtet es am Ende über den Bildschirm: „Lebe mutiger, lebe lauter“. Als ob eine Dose Pepsi Weltfrieden stiften würde.

Doch vor allem die Verquickung der Demonstrationsszenen, die an die realen Proteste der „Black Lives Matter“-Bewegung erinnern, erzürnten das Social Web: Pepsi versuchte offenkundig politische Proteste für seine Werbezwecke zu vereinnahmen.

Es folgte ein Shitstorm, wie er sich auf Twitter lange nicht mehr zugetragen hatte. Sogar die Tochter von Martin Luther King äußerte sich auf dem 140-Zeichen-Dienst:

Die Entrüstung über den Pepsi-Spot kanalisierte sich unterdessen zudem in dem Hashtag #PepsiLivesMatter:

Anzeige

„Sie haben sich freiwillig in ein Minenfeld begeben“, fasste Business Insider-Chefredakteur Henry Blodget Pepsis Marketing-Debakel zusammen.

Die Folge nach 24 Stunden: Pepsi warf das Handtuch und nahm den Werbespot gestern Abend wieder vom Netz. Es folgte zudem eine Entschuldigung:

„Pepsi hat versucht, eine weltweite Botschaft von Einigkeit, Frieden und Verständnis zu vermitteln. Wir haben jedoch eindeutig unser Ziel verfehlt und entschuldigen uns“, teilte der Coca Cola-Rivale via Twitter mit. „Wir entschuldigen uns ebenfalls bei Kendall Jenner dafür, sie in diese Position gebracht zu haben“, teilte Pepsi weiter mit –  und erntete selbst dafür Kritik.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. An die orangene Revolution erinnert sich wohl keiner mehr. Das war wohl recht vorbildlich friedlich.
    Wenn genug Kameras vorhanden sind, schiesst man eher nicht auf !-friedliche-! Demonstranten. Also mischen Diktatoren Unruhestifter unter und die Opposition tut oft nicht genug dagegen und merkt nicht mal, wie sie vergiftet wird und daher z.b. Wahlprozente verliert.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*