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ARD fällt verspätet auf Aprilscherz herein – Facebook soll alle Profile aus dem badischen Sexau gelöscht haben

Radio-Bremen-Korrespondentin fiel Tage später auf einen Aprilscherz der Badischen Zeitung herein
Radio-Bremen-Korrespondentin fiel Tage später auf einen Aprilscherz der Badischen Zeitung herein

Der 1. April fiel in diesem Jahr auf einen Samstag. So mancher Aprilscherz dürfte dadurch nicht die übliche Wirkung entfaltet haben. Manchmal zünden die Scherze aber auch mit Zeitverzögerung. So ist eine ARD-Berlinkorrespondentin von Radio Bremen einige Tage später auf einen doch sehr offensichtlichen Aprilscherz der Badischen Zeitung hereingefallen, bei dem es um die Löschpraktiken von Facebook geht.

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Die Badische Zeitung scherzte am 1. April:“Daumen runter: Facebook löscht alle Profile aus Sexau.“ So habe das weltgrößte Social Network über Nacht alle Profile aus Sexau, Landkreis Emmendingen in Baden-Württemberg, gelöscht, weil die US-Zensoren von Facebook da wohl irgendwas mit Sex vermuteten. In dem Witz-Artikel heißt es:

Eine Firmensprecherin bestätigte die Löschung der Sexauer Facebook-Profile und nannte als Grund „erhebliche Zweifel an der Echtheit des Ortsnamens“. Außerdem dulde der Konzern keine Verstöße gegen die Anstandsregeln: „Das gilt für offengelegte weibliche Brustwarzen ebenso wie für obszöne Städtenamen.“

Zitiert wird außerdem noch ein Blogger namens „Mischa Modo“ („Sexau wird erst der Anfang sein. Andere Gemeinden wie Titisee, Blasiwald und vor allem Aftersteg sollten sich schon mal warm anziehen.“) und es heißt: „Der Druck aus der Bevölkerung wächst. ‚Warum unternimmt denn keiner was?‘, fragt eine junge Mutter. Ihr Kind weint. Es hat seit vier Tagen kein Katzenbaby mehr gesehen.“ Ein Video gibt es auch zu dem Aprilscherz, der die Debatte rund um Löschpraktiken von Facebook aufgreift. Wer den Artikel liest oder das Video anschaut, dem muss eigentlich schnell klar sein, dass es sich hier um einen Scherz handelt.

Nun wurde gerade das Netzwerkdurchsetzungsgesetz von der Bundesregierung verabschiedet, mit dem Netzwerke wie Facebook beim Löschen strafbarer Inhalte stärker in die Pflicht genommen werden sollen. Das Gesetz wurde von Experten vielfach kritisiert und auch in zahlreichen Medien kritisch kommentiert. So auch von Radio Bremen (RB). Auf der tagesschau.de-Seite ist der Audio-Kommentar einer RB-Berlinkorrespondentin zu hören, in dem diese fordert, Richter sollten über das Löschen von Inhalten entscheiden und nicht etwa Facebook. Auf der Suche nach einem Beispiel für die angeblich wirren Löschaktionen von Facebook, wurde die ARD-Frau im Netz fündig:

Gerade Facebook fällt immer wieder durch seltsame Löschpraktiken auf. So hat das Unternehmen gerade alle Profile aus der Gemeinde Sexau in Baden-Württemberg offline gestellt – wegen des Namens.

Ein Social-Media-Redakteur der Badischen Zeitung kommentierte das folgendermaßen:

Gerade hat die ARD mit „Faktenfinder“ nämlich ein eigenes Anti-Fake-News-Portal gestartet, das helfen soll, Falschmeldungen zu identifizieren. Dabei soll die „regionale Kompetenz“ der ARD eine wichtige Rolle spielen. Denn die meisten gezielten Falschnachrichten würden sich zunächst lokal verbreiten, hieß es zum Start. Stimmt. Zum Beispiel im Landkreis Emmendingen in Baden-Württemberg …

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Alle Kommentare

  1. Ach, Frau Pechvogel aus Bremen soll sich nicht grämen. Das hier wird relativ schnell vergessen sein.

    Es hätte schlimmer kommen können, ich sag nur „Schalke 05“. 🙂

    Sowas wird nie vergessen – und auch nie ganz verziehen … 🙂

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