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Neue Sat.1-Show „Little Big Stars“ mit Thomas Gottschalk: „Servus, da bin ich wieder“

Wieder eine Abend-Show, wieder mit Sofa, jetzt aber bei Sat.1: Showmaster Thomas Gottschalk ist zurück.
Wieder eine Abend-Show, wieder mit Sofa, jetzt aber bei Sat.1: Showmaster Thomas Gottschalk ist zurück.

Kaum ein Entertainer hat die deutsche Fernsehlandschaft so geprägt, wie Thomas Gottschalk. An seine Glanzzeiten als „Wetten, dass..?“-Moderator konnte er seither allerdings nicht wieder anknüpfen. Jetzt kommt Gottschalk mit der neuen Sonntag-Abendshow „Little Big Stars“ bei Sat.1 (ab 23. April, 20.15 Uhr) zurück auf die Bildschirme. In Berlin stellten der Sender und er das Format vor, MEEDIA war dabei.

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Thomas Gottschalk könnte es einfach haben. Er könnte Golf spielen. Eine Fortsetzung zu seinen „Herbstblond“-Memoiren schreiben. Einfach die Sonne in seiner Wahlheimat Malibu genießen. Am 18. Mai wird Thomas Gottschalk 67 Jahre alt. Andere in seinem Alter machen sowas.

Gottschalk aber macht Fernsehen. Weiter, wieder, immer noch. Nach seinem dramatischen Aus bei „Wetten, dass..?“ (ZDF) hat der TV-Unterhalter eine Sender-Odyssee hingelegt, wirklich angekommen scheint er noch nicht zu sein. „Wechsel zur ARD“, „Rückkehr zu RTL“, „Rückkehr zu Bayern 3“, „Wechsel zu Bayern 1“ – das Inhaltsverzeichnis seines Wikipedia-Eintrags liest sich wie das Transfer-Protokoll eines hoch gehandelten Fußball-Profis. Mit dem einzigen Unterschied, dass Thomas Gottschalk nicht mehr der treffsichere Knipser ist, der er einmal war.

Seine Vorabend-Talkshow in der ARD, „Gottschalk Live“ (2012), wurde nach einem halben Jahr mangels Zuschauerinteresse eingestellt. Sein anschließendes Engagement in der Jury von „Das Supertalent“ bei RTL hatte rund 1,7 Millionen Zuschauer im Gesamtpublikum weniger als die Vorstaffel. Die bisher letzte Ausgabe von „Back to School – Gottschalk großes Klassentreffen“ hat 2015 nur noch 1,82 Millionen Spielshow-Fans vor die Bildschirme gelockt. Immerhin „Die 2 – Gottschalk & Jauch gegen alle“ bei RTL ist noch einigermaßen erfolgreich – mit rund drei Millionen Gesamtzuschauern in der jüngsten Ausgabe aber auch kein Gassenhauer.

Auf dem Bolzplatz würde man sagen: Thomas Gottschalk hat eine Formschwäche.

Trotzdem sucht er wieder die große Showbühne. Ab dem 23. April moderiert Thomas Gottschalk „Little Big Stars“, die erste von vier Ausgaben der neuen Sonntagabend-Show von Sat.1 – die nach klassischen Maßstäben kaum noch eine Show ist. „Bei den Auftritten steht alleine der Spaß – nicht der Wettkampf – im Vordergrund. Es gibt keine Bewertung, keine Jury, keine Konkurrenz.“, heißt es in der Ankündigung des Senders.

Der Privatsender hat am Dienstag zur Programmpräsentation geladen. Die Adresse: Pariser Platz 3, Berlin. Das Gebäude steht zwischen der amerikanischen Botschaft und der Akademie der Künste, das Brandenburger Tor liegt rund hundert Meter entfernt. Understatement geht anders. „Wir haben uns einfach in das Format verliebt“, sagt Kaspar Pflüger über „Little Big Stars“. Als Geschäftsführer von Sat.1 muss er das sagen. Doch glaubt man schnell zu verstehen, was er meint: Ein Zusammenschnitt zeigt, tanzende, lachende, verspielte, nervöse, stolze, begeisterte Kinder im Alter von 3 bis 14 Jahren, die ungekünstelt ihr Können präsentieren. US-Talkshow-Gastgeberin Ellen DeGeneres und Comedian Steve Harvey haben die Show gemeinsam für NBC entwickelt. „Little Big Shots“ ist im Frühjahr 2016 so erfolgreich wie keine andere Show in den vergangen fünf Jahren gestartet. Im März ist die zweite Staffel angelaufen. Auf der „größten Entertainment-Show seit ‚The Voice’“, so Pflüger, ruht große Hoffnung. Die Sendung soll den Sonntag, den Sat.1 vor rund einem halben Jahr zum Show-Sonntag mit Formaten wie „The Biggest Loser“ und „The Voice Kids“ erklärt hat, abrunden.

Nicht zuletzt durch ihn. Mit einem sanften, vielleicht auch müden Lächeln betritt Thomas Gottschalk die Bühne. Sein waldgrüner Anzug ruft: „Wetten, dass..!“, ebenso die rote Couchgarnitur, auf der er für die Fragerunde Platz nimmt. „Servus, da bin ich wieder“, begrüßt er die Journalisten. Und nimmt die vielleicht wichtigste Frage vorweg: „Muss das sein?“ Ja. Auch, oder vor allem, weil „Little Big Stars“ keine Show im herkömmlichen Sinne sei – hier geht es um die Kinder und ihre Leidenschaft, losgelöst vom herkömmlichen Konzept um Wettbewerb und Jury-Meinung. „Hauptsache, es macht Spaß.“, so Gottschalk. Seine zu erörternde Frage laute daher: „Reicht das noch für den Einschaltimpuls?“

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Eine gute Frage, auf die sich nach einem kurzen Trailer noch keine Antwort finden lässt. Allerdings ist die Idee vielversprechend, funktioniert „Little Big Stars“ doch nicht nach jenen klassischen Show-Mechanismen, die Gottschalk gelernt und geprägt hat. „Da passiert auch mal zwei Minuten nichts, das die Zuschauer unbedingt bei der Stange hält“, so Gottschalk. Es habe auch Situationen gegeben, in denen die Kids lieber gespielt hätten, als sich ans Klavier zu setzen oder BMX-Kunststücke vorzuführen. Also habe Thomas Gottschalk buchstäblich mitgespielt. „Kinder sind unberechenbar. Als Moderator muss man da eine gewisse Demut zeigen und sich zurücknehmen“, sagt er. „Mir war wichtig, dass die Kinder ankommen und sich wohlfühlen.“

Bei so viel demonstrativer Zurückgenommenheit muss die Frage erlaubt sein: Was, wenn auch dieses Format nicht genug Zuschauer findet? „Wenn das nicht funktioniert, wird das nicht an den Kids oder an mir liegen“, winkt Gottschalk ab. Heute gebe es im Fernsehen die „Gnade“, wie im damals noch recht überschaubaren Unterhaltungsfernsehen alternativlos zu sein, nun mal nicht mehr. „Aber ich bin bereit, mich der Konkurrenz zu stellen. Ich möchte Unterhaltung machen.“

Davon schrecke ihn auch die starke Konkurrenz am Sonntag durch den „Tatort“ in der ARD oder der Quotenflop von „Mensch Gottschalk“ nicht ab – die vierstündige RTL-Live-Sendung, die ebenfalls an einem Sonntag ausgestrahlt wurde, sahen im vergangenen Jahr nur 2,09 Millionen Zuschauer. „In meinem Alter zittern grundsätzlich die Knie.“, lächelt Gottschalk das Thema weg. „Du musst nur das Beste daraus machen oder es dir so gut wie möglich schönreden.“ Es bleibt abzuwarten, wie sich die zweite Ausgabe von „Mensch Gottschalk“ am 28. Mai schlagen wird. Zumindest bei Sat.1 gibt man sich mit Gottschalk als Show-Master zuversichtlich: „Wir haben noch weitere Ideen“, sagt Geschäftsführer Pflüger.

Zwar habe man schon oft Gottschalks TV-Aus heraufbeschworen. Ein Satz habe ihn dabei aber besonders getroffen, sagt er. „Es tut weh, Dinosaurier sterben zu sehen“. Es sei eine gute Schlagzeile gewesen, keine Frage. „Aber nun sitze ich hier und lebe.“ Übrigens: Bei Sat.1 hat Thomas Gottschalk auch schon moderiert, etwa von 1995 bis 1997 zu „Gottschalks Hausparty“ geladen. Das Format ist bis heute eine der erfolgreichsten Shows des Senders.

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Alle Kommentare

  1. ….wer keine Kinder mag, braucht sich diese Sendung ja nicht anzusehen…… für uns ein lustiger unterhaltsamer Abend, Gottschalk kann perfekt mit Kindern umgehen und reden und holt mit seiner lockeren charmanten Art vieles aus den Kleinen heraus. Man spürt, dass die Kinder Spaß dabei haben und ihre Künste und Spitzenleistungen mit Freude zeigen. Gottschalk lässt die Kinder Stars sein – denn er selbst hat es nicht mehr nötig ….
    Wir hoffen, Gottschalk lässt sich von Tagesschau- und Brennpunkt-Sehern nicht abhalten, Little Big Stars noch recht oft zu moderieren.
    Der Unterhaltungsfaktor dieser netten Sendung ist sehr hoch – und ich denke, nur darum sollte es gehen…

  2. Ich habe beide Sendungen gesehen. Die Werbung zur Show war lustig und viel versprechend. Wo sind die Kids mit den lustigen Sprüche? Z. B. du bist Onkel Thomas, die war doch ganz niedlich. Ich finde auch es ist eine deutsch Ausstrahlung und da muss man nicht Kinder aus anderen Länder holen. Wir haben sicherlich genügend Kids die etwas besonderes sind. Kinder sollen natürlich sein und nicht wie bei einigen, die sehr überheblich waren. Dies erschien mir vor allem bei den Kinder, die Instrumente spielten, gesungen haben, die Umwelt retten möchten……… Kinder die sportlich etwas leisten, oder etwas ungezwungen machen und dabei natürlich und ungezwungen sind, das ist cool. Bei den meisten Überflieger war die Fassade nur aufgesetzt und sicherlich von Mammi und Papi getrimmt. Ich hatte auch den Eindruck, das vom Elternhaus sehr viel finanzielle Unterstützung dahinter steht. Die meisten können sich so etwas nicht leisten und ich denke die breite des Publikums kann man mit „normalen, natürlichen Kindern“ erreichen.

  3. Die Little Big Stars !!!!! Mag ja für so manche ELTERN so richtig toll sein. Aber ich finde die “ LIEBEN KLEINEN “ dermaßen ungezogen, frech und das macht mich Sprachlos wie die kleinen mit den großen Entertainer Thomas G. umgehen. Keinen Respekt !!!!!!!! Darum werde ich diese Sendung NIEMALS ansehen.

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