Angeblicher Tod von Mario Barth: Wie eine ominöse „Spaß“-Seite Fake News am Fließband generiert

Ja, er lebt noch: Über Comedian Mario Barth verbreitete sich am Wochenende in den sozialen Netzwerken eine Fake NEws
Ja, er lebt noch: Über Comedian Mario Barth verbreitete sich am Wochenende in den sozialen Netzwerken eine Fake NEws

Auf April-Scherze war man am vergangenen Wochenende ja vorbereitet, auch auf ganz platte. Ein besonders schlechter Witz machte aber dennoch als ernst genommene News die Runde: der angebliche Tod des Comedian Mario Barth. Quelle des Übels ist eine Art Fake-News-Generator namens 24aktuelles.com.

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Der als Newsseite getarnte Generator veröffentlichte am Wochenende die Fake-Todesmeldung von Mario Barth und nahm dabei Bezug auf eine seriöse Quelle: die Nachrichtenagentur dpa. Dieser zufolge sei der Comedian bei Dreharbeiten ums Leben gekommen. Wie das österreichische Portal Mimikama dokumentiert, hatte es in dem vielfach geteilten Text geheißen:

„Nach Angaben der zuständigen Polizeidienststelle in Siegen/Westf., erlitt er bei der Besichtigung eines Wasserkraftwerks in Siegen/Westf. einen Stromschlag. Barth war auf der Stelle tot. Jegliche Versuche einer Wiederbelebung scheiterten.“

Handelte es sich dabei um eine gezielt platzierte Fake News? Ja. Auf der Seite 24aktuelles.com können Nutzer sich eigene Nachrichten ausdenken.“Erfinde deine eigenen Fake News und lege alle deine Freunde rein“, heißt es auf der Homepage. Dabei erhalten Nutzer sogar eine Anleitung, wie die Fake-Nachrichten möglichst authentisch wirken.

Weitere „Meldungen“ der Seite lauten: „Sensation in Deutschland, Cannabis legal“ oder „Schock – Obama bestätigt die Existenz von Außerirdischen“. Allein diese Nachricht, wohlgemerkt vom 3. April, wurde eigenen Angaben zufolge über 58.000 Mal weiterverbreitet. Sich selbst versteht die Seite als Unterhaltungsplattform, was Zeiten wie diesen, in denen über Fake News als ernsthaftes Problem diskutiert wird, mindestens zynisch wirkt. Am unteren Ende der Seite heißt es: „Alle Nachrichten dieser Seite sind frei erfunden und fiktiv, es ist alles nur Spaß! Keine der Fake News sollte ernst genommen werden oder als seriöse Informationsquelle benutzt werden.“ Nutzern in sozialen Netzwerken wird dieser Hinweis freilich nicht angezeigt.

Wie Mimikama und Spiegel Online berichten, steht hinter der werbefinanzierten Seite die belgische Firma C.B. Media Vibes. Für Transparenz sorgt das allerdings nicht. Als verantwortlich wird dort der als Fantasiename bekannte „John Doe“ genannt. Wie SpOn weiter schreibt, existiert allerdings auch ein Eintrag im belgischen Unternehmensregister.

Die Fake News über Mario Barth wurde mittlerweile gelöscht. Wer sich schnell über den Gesundheitszustand des Comedian versichern wollte, brauchte am Wochenende nur auf seine Facebook-Seite zu schauen. Dort zeigte sich Barth quicklebendig.

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Alle Kommentare

  1. Wie bescheuert kann man nur sein , so etwas zu Veröffentlichen. Es gibt nur noch kranke Menschen 👎

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