Das Quartal, in dem Apple dank der iPhone 8-Euphorie um 145 Milliarden Dollar wertvoller wurde

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Apple Store in Brüssel: Der alte Glanz ist zurück © Apple

Es ist der Stoff, aus dem Börsenträume sind: Wie ein Rennpferd aus der Box schoss Apple an der Wall Street seit Januar. Um bereits 24 Prozent legte der wertvollste Konzern der Welt seit Jahresbeginn zu und konnte dabei seinen Börsenwert in Rekorddimensionen steigern. Enorme 145 Milliarden Dollar ist der iPhone-Hersteller nach den ersten drei Monaten des Jahres wertvoller geworden und stürmt dabei von Allzeithoch zu Allzeithoch. Ausgelöst wurde der Kursaufschwung von besser als erwarteten Quartalzahlen, während die Aussicht auf das iPhone 8 immer neue Käufer anlockt.

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Was für einen Unterschied drei Monate machen können. Eineinhalb Jahre lang kämpfte Apple nach dem enttäuschenden Launch des iPhone 6s gegen den Abwärtstrend, dann gelang dem Techpionier mit dem Nachfolgemodell die Trendwende, selbst wenn sie noch so moderat ausfiel.

Doch die Wall Street war nach einem Jahr im Schrumpfkurs bereits mit wenig zufrieden: Dass Apple mit dem ebenfalls wenig innovativen iPhone 7, das im vergangenen Herbst auf den Markt kam, im Weihnachtsquartal Umsatz und Gewinn um magere drei Prozent steigern konnte, reichte Anlegern nach vier Quartalen im Rückwärtsgang bereits, um nach Verkündung der Quartalsbilanz im Januar ein wahres Kursfeuerwerk zu entfachen.

Die Marktkapitalisierung in nur einem Quartal um den Wert von Netflix, Tesla, Snap und Twitter gesteigert

Seitdem Tim Cook vor acht Wochen Apples Geschäftszahlen für das erste Fiskalquartal vorgelegt hat, kennen die Anteilsscheine kein Halten mehr. Enorme 24 Prozent hat die Apple-Aktie seit Jahresbeginn bereits zugelegt.

Lohn des Traumstarts ins Börsenjahr 2017: Apple konnte seinen Börsenwert an der Wall Street seit dem 1. Januar um enorme 145 Milliarden Dollar steigern. Der iKonzern hat seine Marktkapitalisierung im ersten Quartal damit stärker gesteigert, als Netflix, Tesla, Snap und Twitter zusammen wert sind.

Apple stellt an der Wall Street immer neue Rekordhochs auf

Selbstredend, dass Apple seine Allzeithochs, die fast zwei Jahre bei 134 Dollar wie festgefroren zu sein schienen, in den vergangenen Wochen immer weiter bis auf ein neues Rekordniveau von 144,50 Dollar steigern konnte.

Interessanterweise liegt Apples Marktkapitalisierung von 752 Milliarden Dollar aber immer noch unter dem bisherigen Bestwert von 770 Milliarden im April 2015, weil der Kultkonzern aus Cupertino in der Zwischenzeit massiv eigene Aktien zurückgekauft und seinen Börsenwert damit entsprechend verringert hat.

iPhone 8-Superzyklus der eigentliche Kurstreiber

So groß das Aufatmen der Wall Street über das Ende des Negativwachstums mit dem iPhone 7 war – befeuert hat das Kursfeuerwerk maßgeblich die Euphorie vor dem kommenden iPhone 8-Launch im Spätsommer, auf den sich Analysten mit Mutmaßungen über die Spezifikationen und immer optimistischeren Schätzungen einstimmen.

Katy Huberty von Morgan Stanley hat ihre These von einem „Superzyklus“ etwa erst vorvergangene Woche gegenüber dem Finanznachrichtensender CNBC erneuert. „Wir glauben nicht, dass der Superzyklus bislang vollständig eingepreist ist“, erklärte Huberty, die als eine der großen Stars der Finanzbranche gilt.

Vollkommen Hubertys Meinung ist Branchenkollege Rod Hall vom Wall Street-Rivalen JP Morgan. Während die Morgan Stanley-Analystin für das Fiskaljahr 2018, das bei Apple traditionell bereits im Oktober beginnt, ein Absatzplus nach Einheiten von 20 Prozent auf 253 Millionen verkauften iPhones prognostiziert, ist Hall sogar noch optimistischer.

260 Millionen verkaufte iPhones im Fiskaljahr 2018 möglich

Der JP Morgan-Analyst hob seine iPhone-Absatzschätzungen für das nächste Fiskaljahr von 245 auf 260 Millionen Einheiten an. Im vergangenen Fiskaljahr konnte Apple 212 Millionen iPhones verkaufen, musste damit aber den ersten Absatzrückgang seit dem Debüt 2007 hinnehmen.

Im laufenden Geschäftsjahr dürfte Apple trotz des starken Weihnachtsquartals bestenfalls auf Vorjahresniveau liegen, weil potenzielle Kunden in den kommenden Monaten ihre Käufe wegen des iPhone 8-Launches zurückstellen dürften. Apples bisheriger Verkaufsrekord liegt bei 234 Millionen abgesetzten iPhones im Fiskaljahr 2015.

iPhone 8 mit OLED-Display und 3D-Sensor erwartet

Hall begründet seinen Optimismus nicht nur mit den bahnbrechenden Neuerungen des neuen Apple-Smartphones, das nach Einschätzung des JP Morgan-Analysten auch iPhone Pro heißen könnte, sondern mit dem immer größeren Kundenstamm, der nach den minimalen Updates der vergangenen beiden Modelle iPhone 6s und 7 seine Käufe für ein generalüberholtes iPhone zurückgestellt habe.

Waren kurz vor dem iPhone 6-Launch im September 2o14 noch 542 Millionen iPhones aktiv in Betrieb, werde sich die iPhone-Kundenbasis bis September 2017 auf 1,14 Milliarden mehr als verdoppeln, rechnet Hall vor. „Ich glaube nicht, dass bislang hinreichend eingepreist ist, wie groß der Superzyklus ausfällt“, erklärte der Analyst gegenüber dem Finanznachrichtensender CNBC seine optimistische These, die er mit einer Anhebung des Kursziels von 142 auf 165 Dollar untermauert.

Das neue Flaggschiff-iPhone, das in der Phablet-Größe des iPhone 7 Plus auf den Markt kommen dürfte, werde laut Hall mit OLED-Display und 3D-Sensor für Gesichtserkennung ausgeliefert werden und eine drahtlose Ladefunktion besitzen, glaubt der JP Morgan-Analyst.

Einen Überblick über die neusten Gerüchte zum iPhone 8 finden Sie hier

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