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Millionenschwerer Immobiliendeal: RTL Group will sich von Firmenzentrale in Luxemburg trennen

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RTL City Innenansicht: Atrium mit TV- und Radiostudios

Erst verkauft das zu Bertelsmann gehörenden Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr sein Verlagsgebäude am Hamburger Baumwall, jetzt will sich der ebenfalls zu Bertelsmann zählende Fernsehkonzern RTL von seiner neu gebauten Firmenzentrale - kurz RTL City - in Luxemburg trennen. Noch im zweiten Quartal will das börsennotierte Unternehmen das millionenschwere Immobiliengeschäft abschließen. Der voraussichtliche Veräußerungsgewinn von 60 Millionen Euro soll in zukunftsträchtige Geschäfte fließen.

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RTL City nennt Europas größtes Fernsehunternehmens, die RTL Group, ihre Firmenzentrale in Luxemburg. Zu dem imposanten Gebäudeensemble gehören neben einem 14 Stockwerke hohen Büroturm aus Glas auch Studios für diverse Einzelfirmen der TV-Gruppe. Der millionenschwere Immobilienkomplex liegt prominent auf dem Kirchberg-Plateau im Nordosten der Metropole des Großherzogtums in unmittelbarer Nachbarschaft zu zahlreichen Banken, europäischen Institutionen und Behörden. Erst Ende vergangenen Jahres hatte RTL den neuen Stammsitz fertiggestellt.

Jetzt plant die viel verzweigte Sendergruppe, sich von ihrem Headquarter zu trennen. Wie ein RTL-Sprecher auf MEEDIA-Anfrage bestätigt, will das börsennotierte Unternehmen den Gebäudekomplex verkaufen. „Wir rechnen damit, das Geschäft im zweiten Quartal 2017 abzuschließen“, erklärt ein Unternehmenssprecher. Geplant ist, den imposanten Glas-Giganten im Rahmen eines üblichen Sale-Lease-back-Geschäfts zurückzumieten. Bereits im November 2016 habe man den millionenschweren Deal intern angekündigt. Den Namen des Käufers will RTL nicht preisgeben, solange das Geschäft nicht abgeschlossen wurde. Das Geld aus dem Verkauf will die Sendergruppe in das weitere Wachstum stecken. „Der Grund für das Geschäft ist im Kern: wir investieren unser Kapital lieber in neue, zukunftsträchtige Geschäfte entlang unserer Total-Video-Strategie (mit den Schwerpunkten Content und Digital) anstelle es in Gebäuden zu binden“, betont ein Unternehmenssprecher.

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Der Veräußerungserlös bewegt sich bei 154 Millionen Euro und wird „zu einem Veräußerungsgewinn von voraussichtlich 60 Millionen Euro führen“, heißt es Bertelsmann-Bericht 2016. Die RTL Group hatte im vergangenen Jahr ihr Operating EBITDA auf 1,404 (Vorjahr 1,355) Milliarden Euro gesteigert. Der Fernsehriese steuert den größten Teil zum operativen Ergebnis des Gütersloher Mutterkonzerns bei, gefolgt von der Buchtochter Penguin Random House und dem Dienstleister Arvato. Geleitet wird die RTL Group künftig von RTL Manager Bert Habets und Co-Chef Guillaume de Posch. Anke Schäferkordt zieht sich hingegen als Co-Chefin aus dem Konzernvorstand zurück, um sich auf ihren Chefposten im Deutschland-Geschäft zu konzentrieren.

Damit verkauft eine weitere Bertelsmann-Tochter Immobilienbesitz. Erst im vergangenen Jahr hatte das Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr (Stern, Geo) seinen prominenten Firmensitz am Hamburger Baumwall an die Stadt Hamburg veräußert. Der Kaufpreis wird aber erst ab 2021 fällig. Er soll dem Vernehmen nach 130 Millionen Euro betragen. RTL und Gruner + Jahr sind bei ihrem Immobilientransaktionen in bester Gesellschaft. So plant auch die Berliner Axel Springer SE, zwei Gebäude im Berliner Zeitungsviertel zu veräußern, da Immobilien nicht zum Kerngeschäft des Unternehmens zählen. Zu den Objekten gehört unter anderem der Neubau des prominenten Architekten Rem Kohlhaas. Hier soll künftig der Newsroom von WeltN24 unterkommen. Konzernherr Mathias Döpfner will die Transaktion noch im Laufe des Jahres unter Dach und Fach bringen.

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