Anzeige

Neustart mit dem Galaxy S8: Wie Samsung versucht, Apple mit seinem neuen Flaggschiff die iPhone 8-Show zu stehlen

Bildschirmfoto-2017-03-29-um-19.06.52.png
Samsung Galaxy S8: Das Display ist das Verkaufsargument © Samsung

Die Erwartungen haben nicht getrogen: Samsung hat heute mit dem Galaxy S8 sein neues Flaggschiff vorgestellt, das sich anschickt, das Note 7-Debakel vergessen zu machen. Gleichzeitig versucht der wertvollste Konzern Asiens Apple vor dem iPhone 8-Launch die Show zu stehlen: Das Display reizt den Randbereich maximal aus und ist seitlich abgerundet. Auch mit dem neuen Sprachassistenten Bixby und seinem Virtual Reality-Angebot versuchen die Koreaner zu punkten. Am Run auf das iPhone 8 dürfte das wenig ändern.

Anzeige

Es waren unangenehme Monate für Samsung: Mit dem Note 7 wollten die Südkoreaner Apple vor dem iPhone 7-Launch die Show stehlen, erlebten wegen explodierender Akkus jedoch das größte PR-Debakel in der jüngeren Geschichte der Verbraucherelektronik.

Entsprechend ist der weltgrößte Smartphone-Hersteller mit dem Launch seines eigentlichen Flaggschiff-Modells auf Wiedergutmachung gepolt. Samsung musste schon mit etwas Besonderem aufwarten, erst recht vor der Generalüberholung des iPhones zum zehnjährigen Jubiläum im Spätsommer.

Ein Zeitfenster von fünf Monaten bleibt Samsung also, um Apple mit dem iPhone 7, das im gleichen Design wie das Vor-Vorgängermodell iPhone 6 erschienen ist, alt aussehen zu lassen.

Der Star ist das Infinity Display

Optisch hat Samsung mit seinem neuen Flaggschiff Galaxy S8 die Argumente fraglos auf seiner Seite: Das neue Samsung-Smartphone, das in den Varianten S8 und S8+ mit 5,8 Zoll und 6,2 Zoll Display für den happigen Preis von 799 bzw. 899 Euro am 18. April für Vorbesteller in Deutschland auf den Markt kommt, ist fraglos ein Hingucker.

Der Bildschirm ist dabei eindeutig der Star des neuen Samsung-Flaggschiffs. „Infinity Display“ nennt Samsung das neue Bildschirmkonzept, das den Randbereich („Bezel“) überflüssig macht.

„Sie sehen nur, was der Bildschirm zeigt – nicht aber den Rahmen“, lockt der wertvollste Konzern Südkoreas. Der Fingerabdrucksensor wurde dafür auf die Rückseite verschoben. Der Bildschirm ist seitlich abgerundet und geht in das Aluminiumgehäuse über.

Die neuen Galaxy-Smartphones kommen mit 12 Megapixel-Hauptkamera und 8 Megapixel-Frontkamera, mit Irisscanner zur Gesichtserkennung und dem neuen Sprachassistenten Bixby daher – Samsungs Antwort auf Siri, die allerdings vorerst noch kein Deutsch sprechen kann.

Auf Kabelsalat können Samsung-Kunden künftig verzichten: Für das Galaxy S8 ist zusätzlich eine induktive Ladestation erhältlich.

Während der einstündigen Keynote in New York stellte Samsung mit der Gear 360 ebenso eine 360-Grad-Kamera vor, die auf den Actioncam-Hersteller GoPro abzielt.

Ebenso versuchte Samsung mit neuen Inhalten und Funktionalitäten für die Virtual Reality-Brille VR Gear zu punkten. „The Future of Storytelling“ nennt Samsung seine VR-Bemühungen, mit denen die Koreaner Apple nach jüngsten Gerüchten wohl noch mehr als ein halbes Jahr voraus sein dürften.

Doch was heißt das schon? Apple hat sein Imperium darauf begründet, Produkte mit dem größten „Must have“-Faktor auf den Markt zu bringen, selbst wenn das deutlich später der Fall ist.

Galaxy S8 ist kein iPhone 8-Killer

Dass sich der Kultkonzern aus Cupertino sogar jahrelange Verzögerungen leisten kann, hat der späte Start der großen iPhones 2014 bewiesen – zweieinhalb Jahre, nachdem Samsung Phablets auf den Markt gebracht hatte.

Samsung mag mit dem Galaxy S8 einige Monate an der Sonne verbringen – Apples Siegeszug mit dem iPhone 8 dürften die Koreaner kaum aufhalten. Das signalisiert zumindest die reflexartige Reaktion der Wall Street: Apple verbesserte seine Allzeithochs direkt nach Samsungs S8-Event ein weiteres Mal auf nunmehr 144,30 Dollar.

Anzeige
Anzeige