Snap-Comeback: Snapchat-Mutter legt in einer Woche um 25 Prozent zu

Hat seit dem Börsengang nicht mehr soviel zu lachen:  Evan Spiegel, CEO von Snapchat
Hat seit dem Börsengang nicht mehr soviel zu lachen: Evan Spiegel, CEO von Snapchat

Das Börsenverhalten von Snap gleicht einem Teenager: Entweder die Kurse schießen vollkommen euphorisiert durch die Decke, brechen panisch komplett ein oder erholen sich dann wieder reflexartig in einem Anflug neuer Zuversicht. Genau das ist nämlich in den vergangenen Handelstagen passiert: Der Mutterkonzern von Snapchat hat zahlreiche Hochstufungen von Banken erhalten, die die Aktie binnen einer Woche um satte 25 Prozent nach oben befördern. 


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Zu einer Notierung von 23,71 Dollar debütierte Snap vor dreieinhalb Wochen an der Technologiebörse Nasdaq, nachdem der Mutterkonzern der hoch gewetteten Stories-App Snapchat seine Aktien bei zeichnungswilligen Anlegern noch zu Kursen von 17 Dollar platziert hatte.

Es sah nach einem Traumstart an der Börse aus: Bis auf in der Spitze 29,44 Dollar zogen die Anteilsscheine des App-Anbieters in den ersten zwei Handelstagen ab – ein spektakuläres Plus von 73 Prozent gegenüber dem Ausgabekurs, das Snap zeitweise mit enormen 41 Milliarden Dollar bewertete.

Einem Absturz von 33 Prozent unmittelbar nach dem IPO…

Dann folgte ein schwerer Börsenkater. Gewinnmitnahmen setzten ein, Snap-Aktien wurden immer weiter nach unten durchgereicht. Nach nur zwei Wochen an der Wall Street notierte die Snap-Aktie sogar unter der psychologisch so wichtigen 20-Dollar-Marke – bis auf Kurse von nur noch 18,60 Dollar ging es nach der immer größer werdenden Sorge nach unten, ob Snapchat langfristig tatsächlich in seine ambitionierte Bewertung würde hineinwachsen können.

Der bei Teenagern so beliebte App-Anbieter war damit an der Börse schnell in den Flegeljahren angekommen: Das selbst ernannte „Kamera-Unternehmen“ musste nach Kurseinbrüchen von in der Spitze 33 Prozent eine Bewertungserosion von happigen 14 Milliarden Dollar hinnehmen. Alles deutete darauf hin, als ob Snap Kurs auf die Ausgabenotiz von 17 Dollar nehmen würde.

…folgt eine Kurserholung von 25 Prozent

Doch was für einen Unterschied eine Woche machen kann! Statt des Ausgabekurses leuchtet plötzlich  im heutigen Handelsverlauf nach einem kräftigen Plus von weiteren 5 Prozent wieder der Kurs der Erstnotiz auf. Snap-Aktien haben sich nicht nur gefangen, sondern nach einem wundersamen, neuerlichen Kursschub binnen einer Woche mal eben 25 Prozent an Wert zugelegt!

Treiber des Snap-Comebacks sind nach dem Ende der „Quiet Period“ nach dem IPO zahlreiche Analystenprognosen, die das Zukunftspotenzial des fünfeinhalb Jahre alten US-Unternehmens wieder deutlich optimistischer einschätzen. Wenig überraschend stufen GoldmanSachs und Morgan Stanley Snap als „Kauf“ mit Kurszielen von 27 und 28 Dollar ein – die Wall Street-Riesen waren auch am Börsengang als konsortialführende Banken beteiligt.

Wall Street ist optimistisch

Aber auch die Citigroup (Kursziel 27 Dollar), Jefferies und die Deutsche Bank (Kursziel jeweils 30 Dollar) stufen die Snapchat-Mutter als Kauf ein, wie Bloomberg berichtet. Am optimistischsten ist unterdessen RBC Capital-Analyst Mark Mahoney, der die Aktie wegen Snaps starker Mobilpräsenz mit einem Kursziel von 31 Dollar einstuft.

„Wir glauben, dass Snap – wenn es seine Innovationsfähigkeit beibehält – auf dem Weg zur Profitabilität lange Zeit mit einer Premium-Bewertung  gehandelt wird“, ist Mahoney optimistisch.  Bleibt nur die Frage nach dem Kauf-Empfehlungsreigen: Hält der Aufschwung länger als ein Snap – also 24 Stunden  – an?

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