Laura wandelt auf Brigitte-Pfaden und macht Leserinnen zu Cover-Models

Margaretha Olschewski (Fotografin), Sabine Ingwersen (Chefredakteurin Laura), Petra Meerjanssen (Photo Director) ©Marvin Kampermann
Margaretha Olschewski (Fotografin), Sabine Ingwersen (Chefredakteurin Laura), Petra Meerjanssen (Photo Director) ©Marvin Kampermann

Bauers Frauenzeitschrift Laura bringt ab 22. März Leserinnen auf den Titel und lässt sie im Heft ihre Geschichte erzählen. "Weekly Soap" wird das im Verlags-PR-Jargon genannt. Die Aktion erinnert an die G+J-Frauenzeitschrift Brigitte, die 2010 öffentlichkeitswirksam auf professionelle Cover-Models verzichtete. Nach einem Chefredakteurswechsel und gut zwei Jahre später kamen dann dort aber wieder Profi-Models zum Einsatz.

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Die Begründung für die Rückkehr zu Profi-Models auf den Brigitte-Titeln war 2012, dass die Amateur-Models fast schon zu gut ausgesehen hätten. „Wenn die Frau von der Straße auf den Fotos in der Brigitte so schön aussieht, das macht einem ja Minderwertigkeitskomplexe…’“, hieß es damals in dem Editorial der Zeitschrift. Ein Grund für die Rückkehr zu Profi-Models bei Brigitte mag freilich auch gewesen sein, dass damals der heutige G+J Produktvorstand Stephan Schäfer die Chefredaktion von Andreas Lebert übernahm und andere Vorstellungen hatte als sein Vorgänger.

Bei Laura sind sie aktuell jedenfalls ganz aufgeregt über ihre Aktion. Chefredakteurin Sabine Ingwersen: „Unsere Titelstars kommen aus ganz Deutschland. Sie haben spannende, bunte Geschichten, die sie uns Woche für Woche erzählen werden. Wir besuchen sie zu Hause bei ihren Familien, im Job, fahren mit ihnen in den Urlaub. Eine Leserin bekommt dieses Jahr noch ihr Baby. Wir sind sicher, dass wir dadurch noch mehr Nähe zu unserer Leserschaft schaffen.“

Die erste Laura-Ausgabe mit einer Leserin auf dem Cover

Inspiriert wurde die Redaktion angeblich durch Model-Castingshows im TV. Das Ergebnis einer repräsentativen YouGov-Umfrage belege zudem, dass die Aktion mit echten Frauen anstelle von Models den Zeitgeist widerspiegele. Knapp die Hälfte der befragten Frauen sagt: „Werbung und Medien spiegeln das Frauenbild nicht so wider, wie es in der Realität ist, ich würde mir mehr Realitätsnähe wünschen.“

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Alle Kommentare

  1. Wenn die leider immer noch viel zu geduldigen Frauen und Leserinnen kritisch anmerken, Medien und Werbung zeigten kein reales Frauenbild, dann sollten Medien wie „Laura, Brigitte, Tina & Co“ nicht aus dem „realen Leben“ verbal eine „weekly soap“ machen. Im übrigen gar nicht nett zum TV-Genre, in dem nicht nur die Schauspieler schwer und engagiert arbeiten..und dafür permanent verunglimpft werden. In anderen Ländern spielen da Hollywood-Stars mit oder werden entdeckt. Hier in Deutschland nicht vorstellbar durch eine Film- und Fernseh-Landschaft, die – laut Studien FFA – eine männer-dominierte Katastrophe ist. http://www.ffa.de/aid=1469.html?newsdetail=20170213-1519_unter-der-gender-lupe-die-deutsche-filmbranche
    Es wäre doch vielleicht mal Aufgabe von Frauenmedien, solche Studien zu lesen und den Frauen ohne Beschönigung glasklar und knallhart vor Augen zu führen, wie sie vergackeiert werden – vor allem von öffentlich-rechtlichen Sendern, die sie auch noch selbst mitfinanzieren. Aber auch von Hochschulen mit bestbezahlten Profs und Dozenten!!, Förderanstalten, Akademien und deren Preisverleihungen, die Steuergelder an Männer-Domänen verteilen und Frauen zu 90 % zu Statistinnen machen oder vollkommen aus dem Geschäft verdrängen und fernhalten (lassen). Sie können das – Frau Ingwersen & Kolleginnen (auf die ca. 80 % Chefredakteure müssen Frauen nicht hoffen) – doch mal so richtig sezieren und diese schonungslose Wahrheit in Zusammenhang bringen mit den aktuell täglichen Meldungen von Dreh- oder Sendestarts, die sicher auch auf Ihren Schreibtischen landen. In 99,9 % dieser Meldungen der letzten Wochen sind Männer-Teams in Produktion und Regie zugange und die Geschichten tragen entweder Männer-Namen oder es geht im Inhalt um Männer. Aktuell: „Das Pubertier“. Im Mittelpunkt steht Jan, liebevoller Familienvater“ (Aleardi, grade noch als Kommissar Dupin auf Sendung). Zu seiner Frau heißt es nur“ ER (!) hat es sich mit ihr und den Kindern nett eingerichtet“. Seine Schwester „ist Architektin. Toll aber leider: „ihr wächst gerade alles über den Kopf“. SEIN Vater „erlebt mit ehemaliger Klassenkameradin von ihm(Jan!) seinen zweiten Frühling“ und die Oma wird gar nicht beschrieben. Na, die Olle muss das wohl aushalten. Und so geht es weiter. Irre oder?! Drehstart „Carneval“ Peter Lohmeyer zum 4. Mal als Kommissar Jan Fabel (wie hundert andere Kommissare). Das ZDF bringt einen Serien-Drehstart als „Emanzipationsgeschichte der frühen 70er Jahre“ – am Ende steht der Satz: „Zarah muss sich die Frage beantworten, was sie für ihre Karriere und ihre politischen Ziele bereit ist zu opfern.“ hohoooooo… ja… hat sich überhaupt etwas geändert seit diesen Jahren? Es ist eine unverschämte Frechheit, den Frauen mit den 70er Jahren zu kommen und sie im heutigen Leben bei Film- und Fernsehen derartig auszugrenzen, zu diskriminieren, den Männer-Entscheidern (oft langjährige Buddys) zum (immer noch sexistischen) Fraß vorzuwerfen. Denn – auch das hat die FFA-Studie ergeben – sie alleine entscheiden über Vergabe von Job und Besetzung. Welche Frau wird wohl dem jeweiligen Mann „gefallen“? Weiter: „Allmen“ (erneut eine Reihe Heino Ferch), am 2.3. lief „Auf kurze Distanz“ (Dreizehn Männer/Gangster-Rollen, ging um Mafia.. und 3 Frauen. Interessant auch Macher und Besetzung von „Babylon Berlin“ oder „Charitè“…Sanft schläft der Tod (Vater-Sohn-Konflikt), Der Gutachter=Benjamin Sadler, 9.Fall für Kommissar Krüger, Frau in Hauptrolle (Familie mit Hindernissen) kann von einer glücklichen Familie (natürlich) nur träumen. Nord bei Nordwest-Hauptrolle Hinnerk Schönemann, mit dem der Autor die Rolle „erarbeitet“ und zwei Frauen, eine Dorfpolizistin, die weg will und Jule (Beschreibung: Die Heimatverbundene, die als gute Seele..alles zusammenhält – kotzwürg). Wer mehr will: Einfach all diese Meldungen von ARD/Degeto und ZDF lesen! Wie wärs Frau Ingwersen??? Tun Sie doch mal was für Frauen? Schminken, Workout und richtig essen für chice Klamotten kennen die doch schon bis zum Erbrechen. Und diskriminieren Sie engagierte Schauspieler und Teams bei „Soaps“ nicht mehr, sondern berichten sie lieber mal ernsthaft über das, was die leisten und können. Hollywood zeigt wie’s geht, man denke nur an George Clooney..der nach Jahrzehnten der Mißachtung zum Superstar wurde…

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