Politikprofessor Robert Kelly erklärt legendäres BBC-Viral-Interview: „Ich wusste, es ist vorbei“

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Familie Kelly im zweiten BBC-Interview: "Es ist lustig, wir verstehen das" / Screenshot © Wall Street Journal / Facebook

Es ist bisher das Viral-Video des Jahres: Politikprofessor Robert Kelly war dabei, der BBC ein Interview zur Amtsenthebung von Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye zu geben, als seine Kinder das Arbeitszimmer stürmten. Der Rest ist moderne Internet-Geschichte: Kellys Kinder, vor allem aber seine Frau, die versuchte, die Situation zu retten, wurden zur Viral-Sensation. Nun hat sich die Familie zum Vorfall gegenüber der BBC und dem Wall Street Journal geäußert. "Es war eine Komödie der Fehler", kommentierte Kelly.

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Es war der Lacher des vergangenen Freitags: Politikprofessor Robert Kelly versuchte, die Lage in Südkorea nach der Amtsenthebung von Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye zu erklären, als seine beiden Kinder das Arbeitszimmer stürmten.

Enorme 85 Millionen Mal wurde das Video in den vergangenen vier Tagen allein bei Facebook auf der Seite der BBC angesehen – viraler geht es nicht. Dabei war die erste Reaktion des Politikprofessors ein ziemlicher Schock, wie Robert Kelly heute gegenüber dem Wall Street Journal verriet.

Kellys vierjährige Tochter Marion hatte gerade in der Schule ihren Geburtstag gefeiert und war „in einer Hippity-Hoppity-Stimmung“. Kelly selbst habe den Fehler begangen, sein Arbeitszimmer nicht wie gewohnt abzuschließen und sofort gemerkt, als seine Tochter hereinkam, dass die Situation nicht mehr zu retten war: „Ich wusste, es ist vorbei“, erklärte der Politikprofessor, der mit seiner Frau in Busan, Südkorea, lebt, dem Wall Street Journal.

Kellys erster Gedanke: seine Fernseh-Karriere wäre ruiniert. Doch mit Hilfe der BBC war das Gegenteil der Fall: Die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt Großbritanniens überredete die Familie, das Interview im Internet veröffentlichen zu dürfen, weil es eine ganz normale Familie zeige.

Danach löste sich auch bei den Kellys die Anspannung: „Ich habe das Video gesehen und fand es, wie alle anderen, sehr lustig. Es war eine Mischung aus Überraschung, Beschämung und Liebe“, erklärte Kelly dem WSJ mit Abstand von einigen Tagen.

Der BBC stellte sich die ganze Familie nunmehr in einem zweiten Interview-Versuch, in dem auch Kellys Frau Jung-a zu Wort kommt: „Wir haben viel gelacht“, erklärt die gebürtige Südkoreanerin.

„Es ist lustig, wir verstehen das“, ergänzt Kelly, der sich in den folgenden Tagen von der Social Media-Welt zurückgezogen und sein Smartphone nach eigener Aussage in den Flugmodus gestellt hat. Den Stress sieht man dem Politikprofessor, dessen Interview in keinem Jahresrückblick fehlen wird, trotzdem an.

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